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Nachlese zum 6. C2CC20

Für diesen Post herzlichen Dank an Monika, die mir netterweise erlaubt hat, ihren Bericht vom diesjährigen Cradle2Cradle-Kongress als Gastbeitrag zu veröffentlichen – komme aktuell leider selber nicht zum entsprechenden Schreiben (stattdessen eine repräsentative Auswahl von Twitterposts zum Thema (#C2CC20)
Habe auch selber den Bericht übrigens mit starkem Interesse gelesen, weil er mir Einblicke erlaubt hat in Sessions, die ich mich selber angesichts des breiten und vielfältigen (und halt leider auch teilweise zeitgleichen) Programmes wieder nur schwer entscheiden konnte – und halt nicht alles besuchen konnte… 😉

An manchen Stellen habe ich mir leichte Änderungen bzw. Ergänzungen erlaubt und diese dann entsprechend [gekennzeichnet…]
Aus Zeitgründen werde ich den Text zudem erstmal als solchen posten und bei nächster Gelegenheit illustrierende Links und auch Fotos ergänzen – also gerne nach einem 1. (frühen) Lesen später nochmal rein schauen..;-) und bis dahin leider erstmal mit den Bildern in den Tweets vor lieb nehmen…;-) Danke für Euer Verständnis!

Wünsche eine spannende Lektüre und noch einen schönen Sonntagabend,
lg, Carla (aka LaKunaBi]

Nachlese zum 6. Cradle2Cradle-Kongress 2020
Autorin: Monika / Fotos: Carla

Erstmals in Berlin in der Urania fand der diesjährige Cradle2Cradle-Kongress vom 31.1.-1.2.2020 statt [und war wieder sehr gut besucht – nach dem Wechsel von Lüneburg nach Berlin diesmal auch mit der Teilnahme vieler TeilnehmerInnen aus der Politik.]

Was ist Cradle2Cradle? Es ist ein grundlegend anderer, umfassender Ansatz Produkte zu entwickeln und herzustellen und mit den dafür erforderlichen Ressourcen umzugehen, die wir bisher oft räuberisch und konfliktträchtig unserem schönen Heimatplaneten, die Erde, abgerungen haben.
Cradle2Cradle lässt sich dabei von der Natur inspirieren. In der Natur gibt es keinen Müll. Dafür kooperieren viele Mitspieler/innen miteinander in einer riesigen „Schenkökonomie“. Der Beitrag des Einen ist Nährstoff für Andere. In komplex ineinander greifenden Kreisläufen hat sich das Leben auf der Erde ausgebreitet. Das Leben ist schon durch mehrere Massenaussterbewellen gegangen, hat sich den neuen Bedingungen angepasst, und bisher hat es sich nie unterkriegen lassen.

Cradle2Cradle bedeutet von der Wiege zur Wiege (statt von der Wiege zur Bahre) und lässt sich von der Intelligenz der Natur inspirieren. Wir Menschen können unsere Schöpferkraft nutzen, und Lösungen schaffen, die diese Welt lebendiger und schöner statt dreckiger und ärmer machen. Dabei werden Abfälle als Nährstoffe für neue Produkte gedacht. Das kann nur dann klappen, wenn die Abfälle aus gesunden, unbedenklichen Materialien bestehen.

Wenn wir Produkte aus unbedenklichen, gesundheitsförderlichen Komponenten herstellen, dann können diese Komponenten am Lebensende des Produkts, als Nährstoffe wieder genutzt werden, um Neues daraus aufzubauen. Ohne Raubbau an der Natur. Ohne Kriege. Mit der menschlichen Intelligenz. Soweit die Grundidee.

[Teile des C2C-Kongresses sind online auf youtube zu finden., u.a. (min 3-24) die Eröffnung des C2C-Kongresses durch Nora Sophie Griefahn und Tim Janßen, die geschäftsführenden Vorstände der C2C NGO.] […]

[ SPECIAL TRACK FOOD:
Landwirtschaft, Böden & Carbon Management
Packaging & Supply Chain

weitere Themen: Bau und Architektur, Printing, Digitaliserung und Textil]

Auf dem Kongress standen Cradle2Cradle-Lösungen aus den Bereichen Landwirtschaft und Ernährung, Verpackungen, Kleidung und Gebäude besonders im Fokus.
Hier eine kleine Kostprobe: So baut die IFCO International Food Container Organisation Mehrwegbehälter, die reparierbar sind. Das Material aus alten Behältern kann zu 100% für neue Behälter genutzt werden. Super!

C&A, werteorientiertes Familienunternehmen, möchte Mode nachhaltig machen. Mit dem neuen Label Fashion for good haben sie nun T-Shirts, Hosen und andere Kleidungsstücke im Markt, die dem Cradle-2-Cradle-Massstab entsprechen. Die Stoffe, Garne und Knöpfe sind zu 100% wiederverwertbar. Alte Kleidung kann im Laden zurückgegeben werden. Integrierte QR-Codes helfen die Materialien des Kleidungsstücks zu identifizieren, so dass diese aufgearbeitet und wieder in neue Kleidung verwandelt werden können. Geschlossene Materialkreisläufe. Kein kontaminiertes Wasser in der Produktion. Weniger Energieverbrauch und dieser aus erneuerbaren Quellen. Soziale Standards gewahrt. Tolle Leistung! 4 Millionen Kleidungsstücke wurden bisher verkauft. Viele Verbraucher/innen wissen nicht mal, wie toll das T-Shirt eigentlich ist, das sie dort für 7 € mit nach Hause nehmen.

Hier in den Worten von Fashion for good: Good fashion is not fashion that simply looks good or is mostly good. It is good in five important ways:
Good Materials  –  safe, healthy and designed for reuse and recycling
Good Economy  – growing, circular, shared and benefiting everyone
Good Energy  – renewable and clean
Good Water  – clean and available to all
Good Lives  – living and working conditions that are just, safe and dignified
“The Five Goods represent an aspirational framework we can all use to work towards a world in which we do not simply take, make, waste, but rather take, make, renew, restore.”

– William McDonough, Co-founder Fashion for Good

Gute Beispiele geben. Zeigen, dass es geht. Und damit zur Nachahmung anregen. Das ist die Idee.

Gesunde Kleidung kann aus natürlichen Materialien, wie Baumwolle, gefertigt, werden. Aber auch aus fossilen Rohstoffen geschaffene Materialien wie Nylon eignen sich hervorragend, da Nylon beliebig oft erhitzt und zu neuem Garn verarbeitet werden kann und so beliebig oft im technischen Kreislauf cyclieren kann, ohne dass neues Erdöl dafür gefördert und importiert werden muss.

Das Unternehmen SEKEM hat sein Projekt „Greening the desert“ in Ägypten vorgestellt. Wie kann man eine degenerierte Landschaft wieder fruchtbar machen? Hier wird ausprobiert. Die Landschaft im Nahen Osten, Mesopotamien, Ägypten,…, Wiege unserer Zivilisation. Vor 5.000 Jahren fruchtbare Landschaften, heute überwiegen Trockenheit und Wüsten. Der Verdacht liegt nahe, dass auch schon damals Raubbau betrieben wurde,Wasserkreisläufe gestört und die ökologischen Leitplanken nicht bedacht wurden. Können wir beitragen, diese Prozesse rückgängig zu machen? Durch Kompost, dem schwarzen Gold, wieder viele Mikroorganismen ansiedeln und die Feuchtigkeit zurückholen – das ist der ambitionierte Plan von SEKEM. Unterstützer/innen und Besucher/innen sind willkommen!


Auch im Technologiebereich gibt es gute Beispiele. Eines davon ist das Remanufacturing beim Automobilzulieferer ZF. Dieser arbeitet an seinem Standort in Bielefeld Kupplungen aus alten LKWs wieder auf, so dass sie in neuen LKW erneut zum Einsatz kommen. Kunden, wie Scania, liefern die Altteile an ZF zurück, so dass diese wiederverwendet werden können. Das ist viel besser als Recycling, da das Material wie es ist gereinigt, umgearbeitet und auf den neuesten Stand gebracht wird. Dadurch entfallen hohe Energie- und Herstellungskosten, wie es ein Recycling mit Zerkleinern, Schmelzen und Gießen erfordern würde.

[…]

Prof. Michael Braungart, Begründer der Cradle2Cradle und selbst Chemiker und Verfahrenstechniker, erklärte mir, dass in einem einzigen Auto heutzutage rund 20 verschiedene Sorten Stahl in unterschiedlichen Legierungen enthalten sind, welche neben Eisen verschiedene Anteile anderer Bestandteile enthalten. Ebenso gibt es ganz verschiedene Kunststoffe, die in einem Fahrzeug zum Einsatz kommen. Dies macht es schwierig, diese Materialien wieder vollständig aus einem schrottreifen Auto zu extrahieren und erneut zu verwenden. Zum Beispiel kann Autostahl durch diese Materialvielfalt heutzutage nicht erneut zum Autobau eingesetzt werden. Autostahl wird downgecycelt zu Baustahl.
Für neue Autos braucht man damit neues Eisen und andere Metalle, die neu gewonnen werden müssen. Sprich weiterer Raubbau an der Umwelt und möglicher Stress im Kampf um die Rohstoffe. Das ginge auch anders. Würde immer derselbe Stahl zum Einsatz kommen, so könnte dieser sortenrein erneut gekocht werden und wäre immerwieder für den Bau von Autos einsetzbar. Das wäre ein Riesen-Friedensprojekt.

Für einen umsichtigen Umgang mit den verbliebenen Rohstoffen schlägt Michael zudem ganz neue Geschäftsmodelle vor. Chile zum Beispiel könnte sein Kupfer zur Nutzung verleihen statt es zu verkaufen. Solange das Kupfer im Kupferkabel steckt, bekommen die Einwohner Chiles eine Leihgebühr. Wenn das Kabel kaputt geht, muss der Entleiher das Kupfer wieder verfügbar machen. Es kann dann für neue Anwendungen weiter verliehen werden. Die Potentiale der Digitalisierung ermöglichen es, den Weg des Kupfers durch den Kreislauf zu verfolgen.

Leihen statt kaufen. Besitzen statt Eigentum. Das ist die Weltanschauung einer neuen Kultur, die sich gerade entwickelt. Und die wir so dringend brauchen für eine Welt der Freiheit und Möglichkeiten, in der wir in Fülle leben können. Wenn wir Autos, Smartphones und Waschmaschinen nicht mehr kaufen, sondern zur Nutzung von den Herstellern entleihen, dann haben die Hersteller ein Interesse, dass diese Produkte möglichst lange halten und dass sie immer wieder repariert werden können, weil das dann für sie rentabler wird. Geplante Obsoleszenz, also die bewusste Verkürzung der Lebensdauer eines Produktes, wäre in einer Welt, die nach diesen neuen Spielregeln spielt, Vergangenheit.


Um Cradle2Cradle und eine lebensfreundliche Welt, die unsere Lebensgrundlagen erhält und unser Leben gesünder macht, zu ermöglichen, müssen die Spielregeln geändert werden, sonst können sich diese neuen Ansätze nicht durchsetzen. Aktuell ist es leider häufig immer noch billiger Produkte aus ungesunden Materialien auf den Markt zu bringen und bei Defekt wegzuschmeißen und (Sonder-)Müll zu produzieren und aus neuen Ressourcen mit hohem Energieeinsatz neue herzustellen. Obwohl doch klar ist, dass es viel sinnvoller ist, ein Produkt von vornherein so zu designen, dass es möglichst lange hält, repariert werden kann und alle seine Komponenten am Lebensende als wertvolle „Nährstoffe“ erneut zum Einsatz kommen.

Es ist der Job der Politiker/innen die Spielregeln vorzugeben und durch Gesetze und Vorgaben das zu fördern, was sinnvoll ist und im Einklang mit den sustainable development goals, den 17 Nachhaltigkeitszielen der UN, steht. Und so waren zum C2C-Kongress auch Politiker/innen aus dem EU-Parlament, dem Bundestag und Staatssekretärinnen aus den Ministerien geladen.

Der Umweltminsterin Svenja Schulze wurde mit auf den Weg gegeben, dass ein positiver Fußabdruck für 2050 eine viel ermutigendere Vision darstellt als CO2-Neutralität erreichen zu wollen. Statt den Fokus darauf zu legen, weniger schlecht zu sein, kommt es darauf an für einen echten Shift einzutreten, in dem wir Menschen gesunde und lebensfreundliche Lösungen schaffen.

Ein ermutigender Wind of Change schwappte aus der EU rüber. Wir hörten von einem progressiven Umweltausschuss auf EU-Ebene, der auch mit gesundem Menschenverstand, die sozial-ökologische Transformation voranbringt. Ich lernte das Bild der Wassermelone für den Green Deal kennen:
Außen grün und innen saftig rot. Am besten ohne braune Kerne. Ich hörte vom Recht auf Reparatur und auf Energieeffizienz. Davon geplante Obsoleszenz zu verbieten. Von europaweiten Produkt-Informationssystemen für Verbraucher/innen. Von einem einheitlichen Ladekabel in Europa. Für die

Etablierung einer Kreislaufwirtschaft für Handys und Notebooks. Für Regeln zu transparenten Lieferketten.

Leider hakt es gerade noch bei der Landwirtschaft. Die ist derzeit noch vom Green Deal ausgenommen. Frau Elisabeth Winkelmeier-Becker, Bundestagsabgeordnete der CDU und parlamentarische Staatssekretärin im Bundeswirtschaftsministerium, machte deutlich, dass die Kreislaufwirtschaft mit neuen Geschäftsmodellen auch im Wirtschaftsministerium angekommen ist.
Umwelt und Gesundheit sind die Bereiche, in denen Europas Wirtschaft führend ist, weiter wachsen und ihren Beitrag leisten kann.

Wie kann mit Marktmechanismen, welche die Menschen in ihre Eigenverantwortung nehmen, die sozial-ökologische Transformation vorangebracht werden?
Auf jeden Fall werden die Aktiven bei Cradle-2-Cradle diesen Transformations-Prozess aktiv begleiten.

Der Kongress endete mit einem Netzwerk-Dinner mit einer Vielzahl von [köstlichen] vegan-vegetarischen Speisen und einer Aftershow-Party.

Wer mehr zur Cradle2Cradle-NGO wissen möchte und diese sogar durch Aktives Mittun oder auch als Förderer/in unterstützen möchte, kann sich hier informieren.
[…]

[Die Berliner Regionalgruppe trifft sich übrigens aktuell abwechselnd Dienstags und Mittwochs (Details siehe u.a. im Lakunabi-Kalender) im c2c Lab – einem nach c2c-Prinzipien umgebauten Plattenbau im Prenzlauer Berg, wo in der Praxis ausprobiert wurde , was das für die Bauprozesse und Handwerker bedeutet, nämlich z.B. nicht mehr Fenster mit Bauschaum “ ein zu kleben“, was eine spätere Wiederverwendung unmöglich machen würde.

Einen kleinen Einblick kann man u.a. im Veranstaltungsvideo ab min 17:08 sehen]

Und hier noch einige Links:

Welche Produkte sind als Cradle2Cradle zertifiziert? https://c2ccertified.org/products/registry

C2C-Shop in Dänemark (liefert zur Zeit auch nach DE): https://c2cshop.dk/

Demnächst C2C-Shop in DE (aktuell noch nicht verfügbar): http://cradlelution.de/

C2C meets Club of Rome: https://c2c-ev.de/wachstum-und-umwelt/

Nicht fliegen wird auch „Öffentlich“ einfacher :-) + Demo/ Aktion am 29.1./8:30

Auf die Schnelle eine wichtige Info aus meinem Netzwerk zum Thema Zugfahren statt Fliegen (nicht nur) für die WissenschaftlerInnen unter Euch, die ich Euch als Mitglied bzw. Unterstützerin von Stay grounded und Am Boden bleiben sowie flightfree (mit ihrer Kampagne: “ Setze dich aktiv für Klimaschutz ein und zeig mit deiner Unterschrift, dass du 2020 gemeinsam mit 100.000 Menschen auf dem Boden bleibst!“) nicht vor enthalten möchte…;-)
Ich selber bin – bis auf einen dummen Lapsus privater Natur in 2018 – seit gut 10 Jahren flugfrei – darauf bin ich inzwischen nicht nur stolz wie Bolle , sondern es geht mir auch sonst blendend damit – Fernreisen erlebe ich ähnlich intensiv lieber durch die Augen Anderer – siehe z.B. hier… 🙂

Und ganz am Ende meines heutigen Blogbeitrages,( obwohl es eigentlich an den Anfang gehören würde angesichts der offensichtlichen Kurzsichtigkeit der EntscheidungsträgerInnen…)
noch der dringende Aufruf zur Teilnahme an der Aktion morgen früh um 8:30 vor dem Bundeskanzleramt „Am Mittwoch will die Bundesregierung das Kohleausstiegsgesetz beschließen – und damit einen Ausstieg im Schneckentempo.…“ (solche Infos findet Ihr übrigens in der Regel auch in meinem öffentlichen LaKunaBi-Kalender – übrigens mit noch höherer Wahrscheinlichkeit, wenn ich wieder jemand finde, der mich beim Eintragen oder ähnlichem unterstützt…;-)

in diesem Sinnen, lg, Carla (aka LaKunaBi 🙂

PS: Wie immer könnt Ihr diesen Artikel gerne über die ganz unten aufgeführten Kanäle teilen – wenn ihr mich auf Twitter bereits abonniert habt, geht es dort vermutlich am schnellsten…;-)

„Liebe KollegInnen,

das Bundesreisekostengesetz wird geändert: Es kann
Bahn gefahren werden, selbst wenn das teurer ist. Zusätzliche
Übernachtungen und CO2-Kompensationen für Flüge werden erstattet. Das ist eine der Forderungen, die wir [als Scientists for future] hatten. Das Gesetz wird demnächst geändert, die Reglungen sind aber „ab sofort“ anzuwenden. Hier ist ein Schreiben vom Bundesministerium des Inneren:

https://unter1000.scientists4future.org/wp-content/uploads/2020/01/200121-Rundschreiben-Vorgriffsregelung-Bahnnutzung-immer-moeglich-gez.pdf


Das heißt: Wir dürfen Bahn fahren. Es ist sogar erwünscht. Nun müssen
wir es nur noch tun. Und hier könnten wir als WissenschaftlerInnen ein
wichtiges Zeichen setzen. Sie/Ihr habt es ja schon gesetzt und wir sind
jetzt 3000. Leider ist das aber nur knapp 1% der WissenschaftlerInnen im deutschsprachigen Raum. Was mir Hoffnung macht, ist, dass sich in der letzten Woche einiges getan hat. Die aktualisierte Tabelle findet sich hier:

https://unter1000.scientists4future.org/de/strasse-der-besten/

Die Liste aller Unterschriften ist hier:

https://unter1000.scientists4future.org/de/verzicht-auf-dienstlichekurzstreckenfluege-unterschriftenliste/

Wir haben Feedback bekommen, dass in einigen Unis erst noch der
Senat/das Präsidium/sonstwer darüber beraten muss, bevor irgendwas über den Uni-Verteiler läuft. Wartet nicht darauf! Die Univerteiler sind
wichtig, das hat die Uni-Osnabrück gezeigt, die jetzt schon bei 7,66%
ist, aber man braucht beides: Personen, die sich kümmern und einzelne
Leute anschreiben/ansprechen und die Mails über den großen Verteiler.
Mit den eigenen Mailing-Listen könnt Ihr schon anfangen. Wer wenn nicht jetzt? There is no time!

Das ist der Link zur Aktion:

https://unter1000.scientists4future.org/

Alle Seiten sind zweisprachig (oben im Menü Deutsch/Englisch).

Zu beachten ist auch die FAQ mit Argumentationshilfen. Wir werden die
auch aktuell halten:

https://unter1000.scientists4future.org/de/faqs-zu-kurzstreckenfluegen/

Ansonsten: #unter1000 auf FB, twitter oder sonstewo verwenden. Danke!

Herzliche Grüße


    Stefan Müller, Martina Schäfer und Gisbert Fanselow“

Und zum Abschluss auch noch ein sehr wichtiger Aktionsaufruf für morgen (Mittwoch) früh!

Am Mittwoch will die Bundesregierung das Kohleausstiegsgesetz beschließen – und damit einen Ausstieg im Schneckentempo. Die Pläne bleiben deutlich hinter den Empfehlungen der Kohlekommission[1] zurück, die schon zu schwach waren. Kommt das Gesetz, stellen in den nächsten Jahren gerade einmal zwei Kohlekraftwerke den Betrieb komplett ein. Viele Meiler laufen noch bis weit nach 2030 weiter.[2] Richtig absurd: Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) will in diesem Jahr sogar ein neues Kohlekraftwerk ans Netz gehen lassen.[3] Die Bundesregierung weiß, wie umstritten das Gesetz ist – und möchte es deshalb möglichst schnell und lautlos verabschieden. Aber diesen Plan durchkreuzen wir: Mit einer Protestaktion bringen wir den Konflikt um die Kohle direkt vor das Kanzleramt. Dafür bauen wir ein Kraftwerk mit zwei meterhohen Kühltürmen auf – und einen Ausschaltknopf. Den wollen wir drücken, aber Campact-Unterstützer*innen mit Masken von Peter Altmaier und Bundeskanzlerin Angela Merkel schützen ihn Schulter an Schulter. Weitere Campact-Unterstützer*innen versuchen, diese Barrikade zu durchbrechen. So zeigen wir: Die Bundesregierung hält viel zu stark an der Kohle fest. Doch wir lassen nicht locker und kämpfen weiter – für einen schnellen Ausstieg.Damit diese Aktion groß und eindrucksvoll wird, brauchen wir möglichst viel Unterstützung. Seien Sie am Mittwoch in Berlin mit dabei – je mehr wir sind, desto besser!Ort: Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Straße 1, 10557 Berlin (Stadtplanlink)
Zeit: Mittwoch, 29. Januar 2020, 8.30 UhrWenn Sie kommen, teilen Sie uns dies doch bitte in einer kurzen Mail an aktion@campact.de mit. Dann können wir besser planen. Wir haben Kaffee und Tee dabei – bringen Sie gerne eine selbst gestaltete Fahne oder ein Plakat mit. So wird die Aktion noch bunter.Herzliche Grüße
Isabella Glott, Campaignerin
Matthias Flieder, CampaignerPS: Kommt das Kohleausstiegsgesetz in seiner jetzigen Form, verschwinden um den Tagebau Garzweiler in Nordrhein-Westfalen ganze Dörfer – sie werden abgebaggert.[4] Das nehmen wir nicht stillschweigend hin. Machen Sie mit bei unserer Protestaktion.[1] „Kohleausstieg bis 2038“, taz, 26. Januar 2019
[2] „Wann die Braunkohle-Kraftwerke abgeschaltet werden sollen“, Der Spiegel, 16. Januar 2020
[3] „Scholz verspricht Kraftwerksbetreibern Milliarden-Entschädigung“, Der Spiegel, 16. Januar 2020
[4] „Kleinstmöglicher Kompromiss“, Deutschlandfunk, 16. Januar
 

Grüne Woche diesmal unter anderen Zeichen?

Manche von Euch haben ja eventuell schon meinen Hinweis auf die diesjährige Grüne Woche in meinem LaKunaBi-Kalender entdeckt…;-)

Auch dieses Jahr war ich bereits mehrfach vor Ort, um mir ein eigenes Bild zu machen und durfte dabei auch einiges Spannendes und hoffnungsfroh Stimmendes entdecken.
Zu den weiterhin kritischen Aspekten möchte ich dann ggf. in einem späteren Blogbeitrag noch mal kommen – Ihr als potentielle Besucher der IGW (und anderer Großveranstaltungen…) könnt aber auch selber schon positiv Einfluss nehmen z.B. auf die Abfallflut durch Probierbecher und -gefäße , indem Ihr wie ich einen Mehrwegbecher und – besteck (und ggf auch eine Tupperdose) mit nehmt und auch dort konsequent nutzt – meiner Erfahrung nach inspiriert das nämlich auch andere BesucherInnen…;-)
Auch bei den zahlreichen Giveaways schaue ich jeweils kritisch hin, ob ich sie wirklich haben möchte – so checke ich Baumwollbeutel z.B. erstmal , ob sie Gots- oder ähnlich zertifiziert sind – was anderes kommt mir nicht mehr ins Haus…;-) – ähnlich wie z.B. plastikverpackte Gummibärchen etc…)
Dabei entstehen übrigens mit den AusstellerInnen und anderen BesucherInnen auch immer wieder sehr nette und anregende Gespräche… kann ich also nur jeden dazu ermutigen…:-)
Und auch konstruktiv-kritisches NAchschauen + Nachfragen, auf was für Papier die Broschüren gedruckt wurden, helfen…. (optimal wäre Recyclingpapier mit blauem Engel – das FSC-Siegel ist leider nicht immer das Gelb vom Ei…) Und ich plädiere auch immer wieder dafür, dass dieses als Info dann auch leicht in dem Druckwerk zu finden ist…
Auf die Schnelle – denn gleich will ich weiter dort recherchieren – schon mal der Hinweis auf eine der diversen, vom Veranstalter angeregten Touren:

Die Klima-Tour
Dauer: ein Messetag
Hallen: 1.2b, 3.2, 9, 23a, 27
Empfohlener Eingang: Eingang Süd
Ticketempfehlung: Tagesticket

Wie klappt prima Klima?
Kaum ein Thema wird heute so stark diskutiert wie die Herausforderungen durch den Klimawandel. Das zeigt sich auf der Grünen Woche 2020 als Leitmesse für Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau in einem umfassenden Informationsangebot. Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und umweltfreundliche Verfahren sind nur einige der wichtigen Trendthemen.

Hier schon mal ein kleiner Ausschnitt aus „So schmeckt Zukunft“ (Halle 3.2.)

Unter dem Motto #klimapraktiker erfahren Sie auf dem ErlebnisBauernhof (3.2), welche Lösungsansätze die Landwirtschaft zum Klimaschutz entwickelt. Hier werden Feldroboter und Traktoren mit klimafreundlichen Kraftstoffen gezeigt. Besuchen Sie die Diskussionsveranstaltungen und Live-Vorführungen zu den Themen Tierwohl, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Unter dem Motto „Wie schmeckt die Zukunft?“ präsentiert die deutsche Lebensmittelwirtschaft, wie „Klimaschutz auf dem Teller“ funktioniert und welche innovativen Konzepte verfolgt werden, um der Verantwortung gegenüber Mensch, Tier und Umwelt gerecht zu werden.“

Beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (23a) stehen die Verbraucher und deren Einflussmöglichkeiten im Fokus: Vom nachhaltigen Einkauf im Supermarkt über die Gestaltung eines insekten-freundlichen Gartens bis zur Verwertung von Lebensmitteln erhalten Sie nützliche Tipps, wie Sie einen eigenen Beitrag zum Klimaschutz leisten können. Erstmals auf der Grünen Woche ist die Bewegung Fridays for Future mit einem Stand in Halle 22a vertreten.

Die neue Halle 27 macht Lust aufs Land: Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) informiert zum Thema Bioökonomie: Finden Sie heraus, was Wissenschaft und Forschung tun, um Rohstoffe und Produkte in Zukunft nachhaltiger zu erzeugen, zu verarbeiten und zu nutzen. Wie Sie modern leben und sorgsam mit der Natur und seinen Ressourcen umgehen, können Sie bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) lernen. Wer selbst aktiv werden will, kann beim Deutschen Forstwirtschaftsrat einen Wald errudern.

Wie groß Ihr CO2-Fußabdruck ist, erfahren Sie beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) in Halle 1.2b. Außerdem lernen Sie hier, wie Sie zum Bienen- und Insektenschutz beitragen können.
Beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Halle 1.2b) reisen Sie im Klimabubble virtuell nach Madagaskar und erleben anschaulich die Auswirkungen des Klimawandels.
Der Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) in Halle 9 beschäftigt sich unter dem Motto „Klima2go“ mit den Zukunftsfragen des Gartenbaus. Sie erfahren, warum Torfeinsatz klimaschädlich ist, was Sie für die Pflanzengesundheit tun können oder wie Sie die Stadt grüner gestalten. Berlins Kleingärtner werden zu „ehrenamtlichen Herstellern“ von kühler Frischluft und Klimatrassen und zeigen, welche wesentliche Bedeutung Kleingärten für eine lebenswerte Stadt und das Klima haben und welche Forderungen sie an eine integrative Stadtentwicklung der Zukunft stellen. „

Am Ende dieser sportlichen Aktivität in Halle 27 hatte ich dann 3 Bäume für den Berliner Stadtwald errudert…:-)

In Halle 27 findet Ihr übrigens auch spannenden Stände z.B. über die Situation in der Lausitz und was nach der Braunkohle dort kommen könnte, sowie einen Ausblick darauf, welches Thema dieses Jahr auf dem Wissenschaftsschiff unterwegs sein wird.

Die Menschen unter Euch, die gerne mit Holz arbeiten, z.B. mit Kindern, könnten garantiert auch an einem der dortigen Gartenscheren-Ppräsentationsstände wieder viele kleine Holzaststückchen retten – einfach dort nachfragen… und notfalls ansonsten später mal bei mir – gerne dann in Tausch gegen etwas von dieser Seite…;-)

Alle praktischen Infos für den Besuch findet Ihr hier. Am heutigen Freitag ist die Messe übrigens bis 20 Uhr geöffnet – ansonsten noch bis einschließlich Sonntag jeweils bis 18 Uhr.

Wünsche Euch viel Spaß dort – und Mut zu konstruktiv-kritischen Fragen – denn sie bewegen mehr als Ihr wohlmöglich wagt zu hoffen …:-)

lg, Carla (aka LaKunaBi)

Werde diesen Blogbeitrag übrigens in den nächsten Tagen jeweils noch ergänzen – also gerne öfters reinschauen…;-)

LaKunabi’s TV- bzw. Mediathek…;-) Tipp: Auch in der , anlässlich des 10 jährigen Jubiläums von nano , gesendeten Reportage „Öko-Chancen unter der Lupe“ gibt es spannende Einblicke in mitwelt- und tierfreundlichere Formen der Landwirtschaft (ab 8:51min)

LaKunabi mit von der Partie beim morgigen Klimatag :-)/ PeTition/ XR

Zuvor möchte ich Euch aber noch auf diese Petition aufmerksam machen : “ Im Namen des Verbraucherschutzes fordern wir den Bundestag auf, das durch die Herstellung emittierte CO2e (CO2 und äquivalente Treibhausgase) auf allen in Deutschland vertriebenen Lebensmitteln verpflichtend zu kennzeichnen. Sollte die Regierung meinen, dieser Forderung nicht auf nationaler Ebene nachkommen zu können, erwarten wir, dass sie sowohl eine Pflichtkennzeichnung auf europäischer Ebene anstößt als auch – übergangsweise – eine freiwillige Kennzeichnung in Deutschland umsetzt. “ Würde mich sehr freuen, wenn Ihr sie auch unterschreiben und weiterverbreiten würdet – Danke! Meiner Ansicht nach ist eine solche Kennzeichnung längst überfällig und nötig, damit VerbraucherInnen leichter verantwortungsvolle Entscheidungen treffen können!

„Klimaschutz duldet keinen Aufschub mehr! Du willst Dich informieren, Gleichgesinnte kennenlernen oder sofort aktiv werden? Hier bist Du richtig. Bei uns stellen sich viele der Berliner Gruppen und Organisationen vor, die sich für Klimaschutz einsetzen. Vom Verkehrsbereich über die Bereiche Abfall und Zero Waste bis hin zu den Auswirkungen der Klimakrise auf Gesundheit oder das Ökosystem.
Wir freuen uns auf Dein Kommen – denn Klimaschutz geht nur gemeinsam! Wir. Zusammen. Jetzt.
50 Berliner Gruppen, Vereine und Initiativen

mit umfangreichem Programm:
Workshops Vorträge • Infostände • Kaffee & Kuchen • sitzen, quatschen, diskutieren • Leute kennenlernen • Ausstellungen • Börse fürs Mitmachen und Engagement • Kinderprogramm • Eintritt: frei

5

VOLLGUTLAGER • Rollbergstr. 26 • 12053 Berlin-Neukölln • Areal der Alten Kindl Brauerei“

Würde mich sehr freuen, Euch dort wieder zu sehen oder ggf. kennen zu lernen 🙂

Außerdem möchte ich Euch einen mir sehr wichtig erscheinenden Text aus meinem Netzwerk nicht vor enthalten – auch weil ich immer wieder meiner Ansicht nach nicht zutreffende Einschätzungen und Behauptungen zu XR in den diversen Medien lese und höre, zu denen dieser Text schafft, ein Gegenbild zu schaffen.

Eine spannende Lektüre und ein entspanntes Wochenende wünscht Euch,

Carla (Aka LaKunaBi 😉

„Liebe Klimagerechtigkeitsbewegte,

ich wollte kurz etwas teilen, was ich sehr belastend fand, als ich es mitbekommen habe. Ich spreche hierbei nur für mich! Wie vielleicht einige mitbekommen habe, hetzt Jutta Ditfurth ja seit Wochen gegen Extinction Rebellion. Sie mischt hierbei einzelne gerechtfertige Kritikpunkte, welche eine konstruktive Diskussion wert wären (und diese auch geführt wird) mit einem großen Haufen von Falschinformationen und Polemik.

Seit ihrer ersten Twitterposts versuchen verschiedene Menschen von XR Jutta Ditfurth zum Gespräch einzuladen. Per Mail, Twitter, auf allen Kanälen. Ohne Erfolg! Jutta Ditfurth ist nicht gesprächsbereit, möchte nicht kritisch hinterfragen, Standpunkte austauschen und gemeinsam diskutieren. Stattdessen bleibt sie bei ihrer Twitterscreenshot-Kritik. Gestern haben sie einige Personen auf der FFF-Demo in Jena nett und offen angesprochen, um wiederholt ein Gesprächsangebot zu unterbreiten. Leider nochmals keine Chance! Jutta Ditfurth kündigte an, so wortwörtlich, XR zu „zerschlagen“ und hat desweiteren angekündigt noch einiges mehr zu unternehmen in den nächsten Wochen.

Mein Anliegen: Diskutiert die Kritik an UND Solidarität mit XR. Denn auch wenn XR eine sehr widersprüchliche Bewegung ist, welche in vielen Punkten kritisch zu sehen ist, möchte ich vor Spaltungstendenzen zu warnen und weiter in lebendiger Diskussion zu bleiben! Viele der Punkte von Ditfurth sind reine Diffamierung, ohne Belege, ohne realen Bezug. Und die wichtigen konstruktiven Kritikpunkte werden aktuell innerhalb von XR lebendig diskutiert. z.B.

– Die Aufnahme einer vierten Forderung zum Thema Klimagerechtigkeit und koloniale Machstrukturen, sowie Klassenverhältnissen wird aktuell diskutiert. Hier der spannende Impuls: https://www.facebook.com/669878010051366/posts/914196068952891/
– Auch wenn diese Diskussion das Verhältnis zur Polizei tatsächlich auch beinhaltet, ist ein wichtiger Reflexionspunkt von XR Deutschland der Umgang mit dem Thema Polizei und Polizeigewalt, sowie die zukünftige Verortung im Rahmen der Proteste.
– Fehler wie späte Solidarisierung mit anderen Bewegungen, Datenschutzproblematik, gewisse Aktionsvorfälle (XR Hamburg) und problematische Zusammenarbeit (XR Frankfurt) wurden zugegeben und sich distanziert. Meist waren dies Fehler aufgrund von mangelhafter Informationsbeschaffung oder Verantwortungvergabe.
– Nach den Fehlern wurden menschenverachtende Einstellungen wie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus etc. stärker benannt und sich davon distanziert.
– Solidarität mit Rojava wurde sogar in der Rebellion Week am 9. Novemberg gezeigt.

Für mich bedeutet das: XR hat bewiesen, dass sie lernfähig, diskussionsbereit, offen sich selbst in Frage zu stellen und bereit sich weiter zu entwickeln sind! Viele Ortsgruppen haben gelernt und beginnen sich stärker mit lokalen Strukturen zu vernetzen und bspw. für die Ende Gelände Aktion in der Lausitz zusammen zu arbeiten. Auch wenn sich noch einiges ändern muss, sehe ich hierbei die Chancen. Denn wir dürfen nicht vergessen:

– Es gibt aktuell keine global noch stärker wachsende Bewegung, die massenhaften zivilen Ungehorsam breiterer Bevölkerungsschichten plant und tatsächlich möglich macht
– XR hat spannende Ansatzpunkte. Die Bürger*innenversammlung als Alternativmodell zu den ständigen Befriedungstaktiken der Kommission (Kohle, Verkehr etc.) könnte ein spannendes realpolitisch Konzept sein, um die Klimagechtigkeitsbewegung endlich realpolitisch wirksam zu machen. Die Ergebnisse aus anderen Ländern zeigen das unmissverständlich und eindeutig. Das muss natürlich noch diskutiert werden, aber es ist ein spannender Ansatz.
– XR politisiert und radikalisiert neue Personengruppen für die Klimagerechtigkeitsbewegung.
– XR ist eine unabhängige Grasswurzelbewegung, dezentral organisiert, nicht zentral gesteuert. Dadurch können wir durch lokale Debatten mit den ansäßigen Ortsgruppen einen gemeinsam basisdemokratischen Weg einer vielfältigen Klimagerechtigkeitsbewegung beschreiten.
– XR stellt die Systemfrage und hat aktuell die radikalsten Einsparziele, welche 1,5 Grad bei der Einhaltung tatsächlich beinhalten würden. (FFF Forderungen würden 1,5Grad Ziel sprengen)

So, jetzt reicht es mit meinem Impuls. Hoffentlich könnt ihr die Bedenken nachvollziehen. Für interessierte unten ein Text, welcher Jutta Ditfurths Behauptungen ausführlich bespricht.

Frohes Schaffen und wir sehen uns auf der Straße!
M.




+++++ Ab hier der Text zu Jutta Ditfurths Behauptungen +++++



Endlich wieder Spaltung!

Ein Einordnung aus Bewegungsperspektive auf Extinction Rebellion und die Behauptungen von Jutta Ditfurth

Vorwort:

Jutta Ditfurth möchte die Klimabewegung spalten. Oder sie braucht einfach nur Aufmerksamkeit für ihre neues Buch und ihre Lesungen. Das würde aus ökonomischer Interessenperspektive mehr Sinn ergeben. Aber ich möchte darüber hier nicht spekulieren, sondern einen Faktencheck und Perspektivwechsel auf ihre Behauptungen ermöglichen. Wichtig ist: Jutta Ditfurth steht weiterhin nicht zum persönlichen Gespräche bereit. Guter Qualitätsjournalismus arbeitet normalerweise mit Interviews. Mit direkter Konfrontation der Kritik und der möglichen Reaktion. Aber das möchte Jutta Ditfurth nicht. Ich würde wirklich sehr sehr gerne mit persönlich Jutta Ditfurth sprechen und mich über die Kritik austauschen. Nur leider möchte sie das nicht!

Ihr Quellenlage besteht aus einzelnen Twitterposts und Artikeln, die ihre eigene Sicht der Dinge bestätigen. Aus diesem Grund möchte ich eine alternative Bewertung der Situation liefern, damit ihr euch selbst eine Meinung bilden könnt.

Meine Sprechposition:

Hallo! Ich war bei Ende Gelände aktiv gewesen und ich finde das natürlich immer noch klasse! Nach der Koko-Desaster wollte ich jedoch etwas neues machen und XR brauchte Support von erfahrenen Bewegungsaktivist*innen. Meine persönliche politische Einstellung ist klar links. Ich sehe das Parteiensystem als notwendiges Übel um reale politische Errungenschaften zu erkämpfen. Der Druck der Straße ist für mich aber essentieller. Gleichzeitig glaube ich, dass die deutsche Linke zu oft über Spaltung, Abgrenzung und Denunzierung kritisiert statt solidarische Kritikpunkte für Zusammenarbeit formuliert, um eine vielfältige Bewegung zu stärken.

Ich beobachte XR seit den Protesten im Oktober 2018 und bin seit März 2019 auch mit internen Strukturen in der Ortsgruppe Leipzig vertraut. Zudem habe ich in diesem Zeitraum auch Einblicke in einige nationale Arbeitsgruppen bekommen und war bei einigen OGs zu Besuch.

1. Behauptung:

XR ist keine »gewaltfreie Klimabewegung« sondern eine religiöse-gewaltfreie esoterische Sekte, welche an die Apokalypse der baldigen »Auslöschung der Menschheit« glaubt und »Selbstaufopferung« empfiehlt.

Antwort:

Dies kann nur als polemische und haltlose Denunzierung bezeichnet werden. Es gibt absolut keine Belege für Sektenstrukturen, religiöse Tendenzen oder ähnliches. Ein Blick auf dem Webseite genügt, um zu merken, dass sich die Bewegung hauptsächlich auf wissenschaftliche Forschung bezieht. Auf der internationalen Webseite gibt es sogar ein kritisches Statement zum Umgang mit Spiritualität in der FAQs.

Hintergründe:

Religiösität habe ich tatsächlich selbst noch nie erlebt. Die Treffen sind wie in allen politischen Basisgruppen. Nur habe ich anderen Politgruppen noch nie so viele ältere Menschen, Kinder und Menschen in geregelten Beschäftigungsverhältnissen gesehen, was aus linker Perspektive immer „bürgerlich“ genannt wird. Das finde ich jedoch ziemlich gut. Es gibt eine Vorstellungsrunde, eine Moderation, es wird auf Redeanteile nach Gender und Häufigkeit geachtet, es gibt Kleingruppenphasen, um direkten Austausch möglich zu machen, es werden konkrete Verantwortlichkeiten und Aufgaben benannt und so weiter.

Tatsächlich sind mir Esoterik oder auch Spiritualität einmal bei einem Besuch in der Hamburger Ortsgruppe begegnet. Das fand ich auch ein sehr befremdlich. Ich habe aber nach einigem Nachfragen gemerkt, dass das von einzelne Personen ausgeht und nicht eine Gruppentendenz darstellt. Bei einem anderen Besuch wurde das bestätigt und es lief quasi wie bei der OG in Leipzig. Spannend: Auch in Leipzig wollte irgendeine Person eine Untergruppe/Erfahrungsgruppe zum Thema „Spiritualität“ gründen. Dort hat sich aber keine*r gemeldet, sodass das bisher nicht zustande gekommen hast.

Vielleicht stört sich Jutta Ditfurth daran, dass wir nicht uns davon nicht abgrenzen. Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir die individuellen religiösen, spirituellen oder esoterischen (wie es auch heißen soll) Neigungen einer Person nicht zum Anschluss einer Person nutzen wollen. Da halten wir uns tatsächlich ans Grundgesetz. Es soll keine Person wegen ihrer religiösen Anschauungen ausgegrenzt werden, sofern diese Anschauung natürlich mit unseren Prinzipien, Forderungen und den Menschenrechten vereinbar sind. Menschenverachtende Meinungen tolerieren wir nicht! Auch das ist eines unserer zehn Grundprinzipien.

Nach dem Durchstöbern von wissenschaftlichen Sektendefinitionen habe ich gemerkt, dass Jutta Ditfurth auf keinen Fall wissenschaftlich argumentiert haben kann hierbei. Sekte verwendet sie wohl eher mit Rückgriff auf die oberen Begrifflichkeiten denunzierend als religiöse Gruppe, die „gefährlich“ ist. Auf Religiosität bin ich eingangen. Unter Gefahr fühle ich mich nicht wirklich. Und Zwang erfahre ich auch nicht. Im Sommer war ich drei Monate nicht aktiv. Typisches aktivistisches Sommerloch. Keine Person zwang mich hierbei irgendwas. Eigentlich war es so wie immer in politischen Basisgruppen. Alle Wandern oder in Griechenland.

– Apokalypse und die „baldige Auslöschung der Menschheit“. Das hat sich leider nicht XR ausgedacht. Nur die drei ersten google-Treffer zu wissenschaftliche Studien:

Prof. Schellhuber: https://www.klimareporter.de/erdsystem/stirbt-die-menschheit-aus

Australische Forschergruppe: https://www.focus.de/wissen/klima/klimakatastrophe-forscher-sehen-menschheit-mitte-des-jahrhunderts-am-ende_id_10802940.html

Und eine weitere klassische „verschwörungstheoretische Sekte“, die vor dem Aussterben warnt:

→ die EU: https://utopia.de/eu-studie-warnt-aussterben-menschheit-134586/

Und davon gibt es sogar noch mehr! Das sind Szenarien, die Wissenschaftler*innen an Computermodellen durchgespielt haben. XR greift diese als potentielle Gefahr auf und warnt vor diesen, da sie in der Zivilbevölkerung nicht Anklang finden. Das Problem ist aktuell noch „die Migration“ bspw., aber nicht die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. XR „glaubt“ nicht an Auslösung der Menschheit. XR WARNT vor dieser, da die Möglichkeiten in viele Studien in Betracht gezogen wird. Kurzes Gedankenexperiment: Wenn ein Medikament die Möglichkeit beinhaltet die Menschheit auszulöschen, dann würden wir es verbieten. Das Vorsorgeprinzip! Aber in Bezug auf die Klimakrise handeln wir mit Nachsorgeprinzip! Leider.

#Endzeitsekte war auch der Hashtag von Beatrix von Storch. Wenn sich (um mich mal dem links-rechts-Schema von Jutta Ditfurth zu bedienen) links und rechts so einig sind, dann würde ich gerne mal die Frage nach der Querfront neu aufwerfen.

2. Behauptung:

XR schürt Emotionen, die den Verstand vernebeln, wenn sie z.B. behaupten »Wir sind die letzte Generation der Menschheit vor der Auslöschung«.

Antwort:

Zur Auslöschung der Menschheit habe ich mich in der ersten Behauptung geäußert. Diese Meldungenkommen nicht von XR, sondern von wissenschaftlichen Studien. XR hat sich das nicht ausgedacht. Emotionalisierung ist ein Element in fast allen sozialen Bewegungen. In Bilder und Videos versuchen auch andere Umweltbewegungen wie Fridays For Future und Ende Gelände Emotionen zu vermitteln, um das Thema Klimakrise fühlbar zu machen. In diesem Video von Ende Gelände ist sogar eine Träne zu sehen, die auf den Boden fällt: https://www.youtube.com/watch?v=_8Q3W5nT6QY Mich bewegt das, viele bewegt das und ich finde das gut.

Hintergründe:

Tatsächlich arbeitet XR viel mit der Emotionalisierung von gewissen Themen, um sie für Menschen greifbar zu machen. Vor allem beim Thema Klimakrise finde ich das sehr hilfreich. Endlich haben wir eine Bewegung, die versucht die Klimakrise erfahrbar zu machen. Jahrelang war ein zentrales Problem, dass das Thema nicht genug mit Emotionen belegt werden konnte. Von rechts wurden und werden Emotionen dauerhaft erfolgreich verwendet, um Hass zu schüren. Bspw.: Angst vor dem Migrant (hier absichtlich männlich).

Politik ist aktuell viel ein Kampf von Problemkonstruktionen. Horst Seehofer versucht nun wieder vor einer noch größeren „Flüchtlingswelle“ zu warnen. Wir wollen eine andere Problemkonstruktion: Das Problem sind nicht die Menschen, die hier herkommen, sondern die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Das betrifft sehr viele Menschen, die nach Europa fliehen. Menschen, die von dieser Zerstörung bereits betroffen sind. Diese würden sich wünschen, dass die Emotionalisierung ihrer Lebensumstände endlich bei den Menschen in Deutschland ankommt und sie Mitgefühl und Empathie bekommen statt den rechten Hass zu spüren.

Das Wort der „Verneblung“ zeigt wie schon bei dem Wort „Sekte“ die denunzierte Zuspitzung der Worte Jutta Ditfurths. Ein rationaler Diskurs auf Augenhöhe wird verhindert, abgeblockt und in Spaltungsrhetorik umgewandelt. Das finde ich sehr unfair.

3. Behauptung:

XR bezieht sich ideologisch u.a. auf Ghandi. Der war keineswegs gewaltfrei. Vergewaltigte Frauen waren für ihn keine Menschen mehr. 1938 forderte er die Jüdinnen und Juden in Deutschland auf, sich »gewaltfrei« in die Messer ihrer Schlächter zu stürzen und kollektiv Selbstmord zu begehen. Auf keinen Fall dürften jüdische Menschen sich wehren.

Antwort:

Die Behauptung, Ghandi wäre ein zentraler Bezugspunkt von XR ist falsch. Richtig ist: Ziviler Ungehorsam ist ein Kernelement von XR. Und in diesem Rahmen wird oft gesagt, dass Ziviler Ungehorsam eine lange Tradition von gesellschaftlicher Veränderung hat. In diesem Rahmen werden meist Ghandi und Martin Luther King genannt und niedrigschwellig Beispiele zu nennen, die wirklich fast jede Person kennt und dadurch nicht Personen auszuschließen. Zudem sind die Beispiele anschlussfähig und haben Strahlkraft. Eine großere Rolle spielt Ghandi nicht. Er wird quasi nur im Rahmen von Ziviler Ungehorsam als Beispiel benutzt, mehr nicht!

Zudem ein Perspektivwechsel: Die queerfeministische Theorie stützt sich immer noch viel auf die theoretischen Errungenschaften von Judith Butler. Letztere unterstützt zuweilen BDS-Kampagnen. Das finde ich höchst problematisch. Gleichzeitig frage ich mich, ob ich nun ihre Bücher, die vielen schlauen Gedanken, die Erkenntnisse als unbrauchbar in den Müll werfen soll und niemals einen Bezug zu ihr herstellen sollte. Dies ist bewusst als offene Frage formuliert, weil ich das wirklich schwierig finde. Aus diesem Grund nochmal: Ghandi spielt keine Rolle bei XR. Er dient zuweilen als Randnotiz für ein Beispiel von Zivilem Ungehorsam.

4. Behauptung:

XR ist keine Graswurzelbewegung, sondern ein hierarchisches Modell. Gegründet wurde XR in England. In Deutschland wurden viele Gruppen von Anleiter*innen aufgebaut, zum Teil in der Manier esoterischer Sekten.

Antwort:

Entweder hat Jutta Ditfurth nicht recherchiert oder sie möchte bewusst Falschinformationen streuen. XR hat drei Forderungen und zehn Prinzipien auf die sich alle Gruppen weltweit als gemeinsame Klammer, als eine Bewegung berufen. Und zwei der zehn Prinzipien von XR sind Dezentralität/Autonomie und eben Hierarchiefreiheit. Das sind zwei unserer Grundwerte, worauf sich alle Gruppen beziehen. Zu behaupten, dass XR hierarchisch sei, ist damit wirklich komplett absolut haltlos oder gar eine Lüge, die Jutta Ditfurth verbreiten möchte.

Hintergründe: Als Ortsgruppe in Leipzig können wir im Rahmen der Forderungen und der Prinzipien machen was wir wollen. Die gemeinsamen Aktionstage ab 7. Oktober wurden in einem zweimonatigem Prozess international mit Feedbackloops ausgetüftelt. Der erste Vorschlag des 27. September, welcher von England kam, (da stand der Klimastreik am 20.09 noch lange nicht fest) wurde von einige Ländern abgelehnt, sodass es letztendlich der 7.10 wurde.

Natürlich läuft es bei einer solch riesigen Organisation nie komplett hierarchiearm ab. Aus diesem Grund ist es immer ein Anspruch, dem wir hinterher laufen. Jedoch erscheint mir XR hierarchieärmer als Fridays For Future. Und auf nationaler Ebene sogar noch hierachieärmer als Ende Gelände. Das ist mein persönlicher Eindruck, da die Strukturen viel viel offener sind. Dadurch leichter zugänglich und für mich hierarchieärmer.

5. Behauptung:

XR kooperiert und wird auch finanziert von Kapitalfraktionen, die ein Interesse an einer manipulierbaren Klimabewegung haben, die bei der PR, der Vermarktung und der gesellschaftlichen Durchsetzung vermeintlich umweltfreundlicher Produktionslinien und politischer Projekte nützlich sind.

Antwort:

Vorab: Ich habe ja gehoffe, dass zumindest Jutta Ditfurth befreit sei von Verschwörungstheorien alá „Das Kapital steckt hinter Extinction Rebellion“. Natürlich spiele ich hierbei auf die grundsätzliche Problematik solcher Argumente, insbesondere mit deutschem Hintergrund an. Auf verschwörungstheoretische Weise ohne klare Belege „das Kapital“ hinter einer sozialen Bewegung vermuten, finde ich von der argumentativen Grundstruktur äußerst problematisch.

Hintergründe:

Große Organisation brauchen immer Geld. Insbesondere für Großproteste. Das ist bei Fridays for Future nicht anders als bei Ende Gelände oder XR. Für Geld braucht es Rechtsformen. In England wurde aus diesem Grund eine Limited gegründet. In Deutschland werden bestehende Vereinsstrukturen genutzt. Die englische Limited hat finanzielle Ressourcen aus verschiedenen Quellen. XR ist hierbei äußerst transparent, hier ist alles dargestellt: https://docs.google.com/document/d/1uECIlfoDe2VsCUzNccv2adcSzR8BmU3pnz0RTFpE418/edit#heading=h.326v7hg2qld0

Ein Wrap-Up: Ein großer Teil sind einfach Spenden von Menschen, die XR super finden. Ein anderer Teil sind auch Spenden von Großgeldgeber*innen und Unternehmen. Durch die Dezentralität und die Autonomie bleiben wir immer zu 100% unabhängig. Ich persönlich spüre keinen Einfluss von irgendeiner anderen Organisation oder Lobbys. Zudem gab es eine Ausschüttung des Climate Emergency Funds an XR. Ein unabhängiger Fund, dessen Kurator*innen (klimapolitische Persönlichkeiten, denen ich zumindest vertrauen schenke) entscheiden welche Projekte die Gelder bekommen. Dort hat nicht nur XR Geld bekommen, sondern sehr sehr viele andere Organisationen. In vielen Ortsgruppen gab es Diskussionen, ob das Geld angenommen werden sollte. In diesem Punkt stimme ich mit Roger Hallam überein. Er führt es in diesem Video genau aus: https://www.youtube.com/watch?v=UbHHv06QVBs

Ich betone: Das Wichtigste ist doch nur, dass wir unabhängig bleiben! Das ist bei XR klar gegeben. Sodass ich aktuell keine Lenkung das „das Kapital“ sehe. Wenn wir hier verschwörungstheoretisch etwas herbei konstruieren finde ich sehr bedenklich.

6. Behauptung (Wiederholung)

XR will nicht aufklären sondern Stimmung schaffen. XR setzt auf Hyperemotionalisierung und ist intellektuellenfeindlich. Dafür wird gemeinsam geweint und meditiert.

Antwort:

XR wurde von Bewegungsforscher*innen in Großbritannien gegründet, die sich weltweit soziale Bewegungen und Proteste angeschaut haben, um daraus eine internationale Bewegung zu formen, die das Potential hat weltweiten Systemwandel gegen die Klimakrise möglich zu machen. Zu sagen, XR sei „intellektuellenfeindlich“ ist kontrafaktisch, schlecht recherchiert oder einfach nur denunzierend.

Zudem vgl. 2. Behauptung in Bezug auf Emotionalisierung.

7. Behauptung (Wiederholung)

XR zielt vor allem auf junge Leute und emotionalisiert sie. XR versucht rauschhafte Ängste vor der Zukunft zu erzeugen und spricht von der Bereitschaft der »Selbstaufopferung«.

Antwort:

Ich habe bei XR noch nie so viele alte Menschen in der Klimabewegung getroffen. Vor allem im Blick auf die großen Bewegungen Ende Gelände und Fridays For Future erscheint mir XR vom Alterdurchschnitt viel älter. XR zielt sogar bewusst auf ältere Menschen, um zivilen Ungehorsam nicht jung und militant wirken zu lassen, sondern als bürgerliche Pflicht aus der Mitte der Gesellschaft. Dies soll die Aktionform anschlussfähiger machen, sodass die Bewegung weiter wächst. So ist das in zahlreichen Vorträgen von XR-Aktiven online auch nachvollziehbar.

PLUS: Vgl. Behauptung 1 & 2 zu Selbstaufopferung und Emotionalisierung

8. Behauptung:

XR will möglichst viele Aktivist*innen ins Gefängnis bringen. XR übernimmt selbst nicht die Verantwortung für die Gefangenen. In Berlin wird die Telefonnummer des Ermittlungsausschusses (EA) der linken Szene verbreitet, obgleich man die Linke bekämpft.

Antwort:

XR möchte nicht Menschen ins Gefängnis bringen. XR agiert mit Zivilem Ungehorsam als Strategie. Also auch mit der Bereitschaft, dass sich Menschen zeitweise verhaften lassen und ein Zeichen zu setzen, so funktioniert Ziviler Ungehorsam eben. Das ist bei anderen Bewegungen nicht anders. Auch bei Ende Gelände muss die Bereitschaft da sein bzw. die Menschen müssen darauf vorbereitet sein. Wenn sie das nicht wollen, können sie gerne andere Protestformen nutzen. Keine Person wird bei XR zu etwas gezwungen.

WICHTIG: XR bekämpft keine Linke! XR will sind blos nicht klar „links“ positionieren!

Hintergründe:

Hier muss „links sein“ und „links positionieren“ unterschieden werden. XR will sich nicht links positionieren. Das hat den einfachen Grund, das diese aufgeladenen politischen Labels eine Barriere für Menschen darstellen: „Links sein“ oder sich „links positionieren“ ist klar ideologisch aufgeladen, tendentiell eher für bereits politisierte Menschen ein Konzept und zudem kein einheitlich verstandenes Konzept. Eines der zentralen XR Prinzipien ist „Alle sind willkommen – so wie sie sind!“ mit dem Zusatz „Wir haben aktiv daran ein geschütztes und zugängliches Umfeld zu schaffen!“. Das bedeutet: Diskriminerung und menschenverachtende Einstellungen haben in XR keinen Platz, da dies kein geschütztes und zugängliches Umfeld darstellt. Genauso wollen wir dauerhaft Barrieren abbauen, die in linken Kontexten unter dem Begriff „linke Szenecodes“ laufen. „Links sein“ als Selbstdefinition gehört dazu auch.

Menschen müssen nicht „links sein“ um bei XR mit zu machen. Menschen müssen sich nicht „links positionieren“. Sie sollten die XR Prinzipien achten und XR Forderungen gut finden. Und in den Prinzipien sind menschenverachtende Einstellungen, Diskriminierung und ähnliches ausgeschlossen. In den XR Forderungen sind radikaler Klimaschutz mit radikaldemokratischen Forderungen zusammengedacht. (Bürger:innenversammlungen -> NICHT Volksentscheid!) Wenn ich auf die Prinzipien und Forderungen von XR schaue, dann sind sie tendentiell „linker“ als „rechter“… Ist XR dadurch links?

Die Frage ist, ob es wichtig ist und eine Rolle spielt… Anm.: Ich verstehe übrigens nicht, warum es absolut okay ist, dass FFF sich nicht links positioniert und sich alle Klimagruppen FFF fast schon anbiedern, aber bei XR es unbedingt eingeordnet werden muss. Das ist echt noch eine offene Frage bei mir.

9. Behauptung:

Alle dürfen bei XR mitmachen, auch »Rechte«. Co-Gründer Roger Hallam sagt außerdem: »Anders als klassische linke Bewegungen schließen wir niemanden aus, auch jemand, der ein bisschen rassistisch oder sexistisch ist“.

Antwort:

Hier wurde wieder ein Zitat einer Einzelperson aus dem Kontext gerissen. Ein Blick in die DNA, die Grundwerte von XR auf der Webseite genügt um zu sehen, dass die Behauptung haltlos ist. Denn Menschen, die bei XR aktiv werden wollen, müssen die XR Prinzipien, unsere Werte achten, sonst können sie nicht unter dem Label XR handeln.Dies können hier nachgelesen werden: https://extinctionrebellion.de/wer-wir-sind/prinzipien-und-werte/

Zitat: „Verhalten, das Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Islamophobie, Homophobie, Behindertenfeindlichkeit, Klassendiskriminierung, Altersvorurteile und alle anderen Formen der Diskriminierung, einschließlich beleidigender Sprache, aufweist, akzeptieren wir weder persönlich noch online.“

Hintergründe: Menschenverachtende Einstellungen wie Rassismus und Sexismus werden nicht geduldet! Punkt. Das ist Diskriminierung und wird angesprochen, besprochen und wenn nötig auch geahndet. Und hier kommt vielleicht der zentrale Unterschied zu vielen eher linken Organisationen ins Spiel.

Antirassismus/Antisexismus wird sich dort oft als Haltung und Label auf die Fahne geschrieben und gesagt: Das wird nicht toleriert! Wir sind nicht so! Meist: „Wir sind Antirassistisch, Anti…etc.“ Ein Label eben, denn gleichzeitig wissen wir, dass echt schwer / kaum möglich ist, frei von rassistischen Stereotypen und sexistischen Verhalten in Gruppenprozessen zu sein. XR nutzt diese Labels (Antisexismus/Antirassismus) bewusst nicht, da diese Labels konnotiert sind und eine Grenze darstellen für Leute, die eine gewisse Sprache, ein gewissen Verhalten noch nicht verinnerlicht haben. Was aber sehr wohl genutzt wird und in den Prinzipien enthalten ist, ist DIE PRAXIS. Wenn Menschen diskriminierende Sprache verwenden, dann wir das angesprochen, sodass die Personen einen Lernprozess bestreiten können. Und darum geht es doch: Lerneffekte zu erreichen!

In diesem Kontext lässt sich auch das oft verbreitete Gerücht „ein bisschen rassismus ist okay“ lesen. Es müsste heißen: „Ein bisschen Rassismus wird immer wieder in Gruppenkontexten vorkommen, aber wir tolerieren es NICHT stillschweigend, sondern sprechen das klar an und regen damit zu Selbstreflexion an.“ Das ist für mich eine antirassistische/antisexistische Praxis. Für Fehler/unangebrachte Sprache/Verhaltensweisen sensibel sein und diese klar benennen, aber sich nach außen nicht mit grenzaufbauenden Labels schmücken, welche meist ja sowie nicht erfüllt werden. Ich kann verstehen, dass das Bedürfnis nach „Haltung“ groß ist in den aktuell Zeiten. Meineserachtens ist es jedoch nicht strategisch sinnvoll. Diese Haltung wirkt oft auch für viele abschreckend, die sich der „polical correctness“ noch nicht stellen können. Dieser Widerspruch lässt sich meineserachtens auch nicht adequat auflösen.

10. Behauptung:

XR ist nicht gegen Atomenergie. Alle Nachfragen werden mit dem Hinweis auf noch zu gründende »Bürgerversammlungen« beantwortet, an denen »jeder« teilnehmen könne und die dann in noch ungeklärter Weise die Regierungen beraten sollen.

Antwort:

Es ist das eine, das hier ein absurdes Beispiel konstruiert wird, wenn wir uns die aktuellen Umfragewerte zu Atomenergie anschauen. Nur 5% sind voll und ganz dafür. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/196207/umfrage/meinung-zum-gebrauch-von-atomenergie-in-deutschland/

Hintergründe:

Natürlich ist eine Bürger:innenversammlung keine Umfrage. Aber ein radikaldemokratisches Instrument, welches von den Politikwissenschaften empfohlen wird, um die Hülle der aktuellen Demokratie wieder zum Leben zu füllen. Seit Jahren haben wir das Problem, dass unsere Proteste im Sand verlaufen, da immer wieder Kommissionen eingesetzt werden. Die Kohlekommission ist das aktuellste und beste Beispiel. Als Bewegung schaffen wir es scheinbar nicht unseren Protest realpolitisch wirksam zu machen. Bürger:innenversammlungen statt Kommissionen könnte eine schlaue Strategie diesbezüglich sein.

In Irland, einem urkonservativen Land, wurde mit einer Bürger:innenversammlung das Abtreibungsgesetz reformiert!!! Entscheidungen von Bürger:innenversammlungen haben eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung, auch wenn sie radikalere Schritte beinhalten. Die Modellversuche sprechen aktuell eine deutliche Sprache. Natürlich ist das ein Versuch! Aber besser als weiterhin die parlamentarische Demokratie mit letzten Beatmungsversuchen der Demokratieförderung am Leben zu halten.

11. Behauptung:

XR arbeitet eng mit der Polizei zusammen. Für die morgigen Aktionen in Berlin hat XR Polizisten in die eigenen »XR-Deeskalationsgruppen« aufgenommen.

Antwort:

Das ist richtig. XR arbeitet mit der Polizei zusammen. Ob wir diese Zusammenarbeit mit „Polizisten in die eigenen XR-Deeskalationsgruppen aufgenommen“ beschreiben muss, sei dahingestellt. es gibt XR-Deeskalationsteams, welche mit der Polizei reden und diese Informationen dann in die Blockade tragen. Dort wird dann gemeinsam entschieden, wie mit den Informationen umgegangen werden soll. Diese Teams sollen Menschen vor einer Eskalation durch die Polizei auch schützen und gleichzeitig mit Verhandlungen treten. Klassischerweise der*die Polizeikontakt auf linken Protestveranstaltung.

Hintergründe: Nur soll das eben etwas anders – ich würde sagen: Strategischer statt moralisch ablaufen. Konkret heißt das auch: Polizeifreundlicher statt polizeifeindlicher.

Vorab: Ich habe selbst Polizeigewalt erlebt und sende solidarische Grüße alle Menschen, die eigene Umgangsweisen damit gefunden haben oder noch finden müssen. Das Thema ist sehr sehr kompliziert und mit Emotionen versehen. Ich habe für mich jedoch entschieden ein strategisches Verhältnis zur Polizei aufzubauen und KEIN moralisches ablehnendes. Was das bedeutet wird in diesem Video von Roger Hallam beschrieben: https://www.youtube.com/watch?v=zVBKp0gQDTs

Das Video geht ca. 18 Minuten und ich kann deswegen nicht auf alle Aspekte eingehen. Der Grundpunkt: Es bringt mir im Aktivismus nichts, wenn ich die Polizei als Gegner*in konstruiere – die Individualität von Polizist*innen abspreche und auf „die gewaltsame Polizist*in“ verallgemeinere – und dementsprechend handele. Es ergeben sich gleichzeitig einige strategische Vorteile in einer bereichsweise funktionierenden Kooperation mit der Polizei. Moralisch kann ich die Abneigung sehr gut nachvollziehen. Aber dieses Argument bringt mir nichts, wenn ich beispielsweise das Ziel habe, dass der Protest in Berlin ab 7. Oktober von einem großen Teil der Bevölkerung unterstützt werden soll. Bitte schaut euch für mehr das Video an! Dort ist alles erklärt 🙂

12. Behauptung:

XR hat versucht, alle möglichen Teilnehmer*innen seiner Aktionen in einer »Rebel Survey« nach der Bereitschaft zu politischer Radikalität, Mitgliedschaft in politischen Gruppen usw auszufragen. Nach heftiger Kritik wurden Teile der personalisierten Daten angeblich gelöscht.

Antwort:

Hier habe ich eingeschränkte Zustimmung. Das ist ein berechtigter Kritikpunkt. Bevor ich diese Behauptung aber zustimme, muss noch ein Fehler richtig gestellt werden: Es war ohnehin der Plan die Daten vor der Rebellion rechtzeitig zu löschen. Zudem war die Daten gut verschlüsselt gespeichert. Trotz dessen stimme ich zu: Datenschutz wird bei XR nicht groß geschrieben und ich sehe das sehr kritisch.

Hintergründe:

Das Thema „Datenschutz“ wird bei XR oft auf eine zu leichte Schulter genommen. Oft steckt dahinter die Strategie, dass wir eben uns als Menschen auf emotionaler Ebene nicht als „kriminell“ fühlen wollen, denn das passiert bei kladestinen Strukturen oft. Wenn Widerstand und ziviler Ungehorsam als „bürgerliche Pflicht“ definiert wird, welche legitim und notwendig ist, dann fühlen sich Menschen schneller wohl auch ihre Daten preis zu geben und denken über die Konsequenzen weniger nach. Dies hat Vorteile, aber auch einige krasse Nachteile. Ein Vorteil ist die Offenheit. Linke Gruppen sind auch wegen Datenschutz teilweise sehr hochschwellig. Gewisse Codes nicht zu kennen, gewisse Programme lernen zu müssen und dann noch ab und zu belehrt zu werden, dass diese eine Aktion ja total fahrlässig war. Das waren meine Einstiegerlebnisse, die sehr frustrierend waren. Zu sagen: „Hey, diese Mailverteiler. Und dieser Chat. Achja, wie ist deine Nummer?“ – das ist Alltag für die Menschen. Und fühlt sich direkt wie eine menschliche Beziehung an. (und nach Beziehungsweise Revolution wissen wir alle wie wichtig Beziehungsarbeit ist, um mal auch wieder einen Szenecode zu bedienen). Ich glaube in vielen OGs funktioniert die Mobilisierung deswegen so gut. Es ist einfach unkompliziert.

Wichtiger Nachteil und berechtigter Kritikpunkt: Es ist sehr fahrlässig. Die Menschen sind sich oft nicht bewusst, was das bedeutet und gehen Risiken ein, welche sich möglicherweise nicht eingehen würden, wenn sie wissen, was das bedeuten könnte. Hier liegt als die Krux in der Aufklärung über Daten/Datenschutz. Und meines Erachtens geschieht dies bei XR zu wenig. Aus diesem Grund führe ich hierbei interne Debatte über Datenschutz und die Verbesserung von diesem.

13. Behauptung:

XR hat einen absurden, staatsgläubigen Gewaltbegriff und ist auch damit gefährlich für linke politische Gruppen. In Hamburg hat sich XR z.B. öffentlich von einer Sitzblockade distanziert, weil nach einem harten Polizeieinsatz (»Schmerzgriffe«) jemand »Fuck the Police!« rief. Diese Beleidigung der Polizei, sagt XR, sei Gewalt.

Antwort:

Der Fall Hamburg muss klar als ein Einzelfall bezeichnet werden, denn danach folgte eine Distanzierung und Entschuldigung von Seiten der XR-Aktiven in Hamburg. Das war ein Fehler! Für mich persönlich ist es verständlich und absolut okay, wenn Menschen sich entscheiden eine Blockade zu verlassen, wenn sie sich nicht wohl fühlen, weil sie eine aggressive Stimmung wahrnehmen und Parolen, die für die Menschen gewaltvoll sind, gerufen werden. Ich saß selbst in Sitzblockaden – in denen ich meistens sowieso schon Schiss habe und mich unwohl fühle – in welchen ich noch flaueres Gefühl im Magen hatte, weil prollige „Hass auf die polizei“-Parolen skandalisiert wurden. Das hilft mir nicht wirklich! Auch wenn ich mir der strukturellen Kritik an der Institution bewusst bin, fühle ich mich nicht wohl dabei, finde es in diesem Moment nicht zielführend und halte es allgemein nicht unbedingt für eine adequate Strategie. Das Verlassen einer Blockade, wenn gewisse persönliche Grenzen überschritten werden, finde ich verständlich und legitim.

Der nachfolgende Twitter-Kommentar ist aber natürlich etwas vollkommen anderes und das geht gaaar nicht für mich. Es ist das eine, eine gewisse Aktionsform nicht schlau/gut zu finden oder sich damit nicht wohl zu fühlen. Aber es ist völlig inakzeptabel Gruppen, die für das ähnliche Kämpfen wegen ein paar Parolen die Kriminalisierung an den Hals zu wünschen. Das geht einfach gar nicht! Logischerweise distanzierte sich Hamburg schnell. Glücklichweise nahm Sitzenbleiben die Entschuldigung an. Schlauerweise wird der Rest nun persönlich geklärt.

XR hat bereits mehrmals Polizeigewalt kritisiert und klar benannt. Gleichzeitig muss der Gewaltbegriff im Verhältnis zur Polizei unter

14. Behauptung:

XR wird niemals ein kritisches, rationales, linkes Projekt sein.

Antwort:

XR ist ein kritisches, rationales Projekt, welches sich aber aus strategischen Gründen nicht links positionieren möchte.

wünsche Euch ein schönes Wochenende, lg, Carla

ARTEFAKTE im Berliner Museum für Naturkunde – Dialog über die Umwelt

ARTEFAKTE

Sonderausstellung (im Berliner Museum für Naturkunde) mit großformatigen Bildern von  J Henry Fair

inklusive Expert-Live-Sessions am 5. – 8.12. + 11.12. jeweils um 14:30 Uhr –

für weitere Termine bitte den Veranstaltungskalender des Museums konsultieren!

Kulturzeitbeitrag vom 3.12.18, 0:28 – 6:40 min auch anlässlich des ersten Tages der COP (siehe auch weiter unten)  in Polen – u.a. auch wieder mit dem Hambacher Wald als Thema

 

!!!UND WEITERE AUSSTELLUNG IN UNMITTELBARER NÄHE: siehe ganz unten!!!

Der in New York lebende Künstler J Henry Fair fotografiert schwer zugängliche Industriegebiete, Giftmüllablagerungen und Kohleabbaugebiete aus der Vogelperspektive und dokumentiert die teilweise katastrophalen Auswirkungen menschlichen Handelns auf die Natur durch großformatige, ästhetisch höchst anspruchsvolle Bilder.

Gemeinsam mit Wissenschaftlern des Joint Research Center der Europäischen Kommission zeigt die Ausstellung ARTEFAKTE die Herausforderungen, die hinter den Bildern stecken und wie Wissenschaft und Politik gemeinsam Lösungen erarbeiten.

Ausgehend von den Fotografien thematisiert ARTEFAKTE drängende Umweltthemen: Ernährung, Energie, Klima, Luft und Wasser. Wie wirkt sich unser Alltag auf das Plastik-Problem in den Weltmeeren aus? Was bedeutet unsere Ernährung für das Klima? Wie gehen wir nachhaltig mit den Ressourcen der Natur um? Die Ausstellung zeigt auf, wie komplex manche Probleme sind, dass es manchmal keine einfache oder schnelle Lösung gibt und bezieht Position gegen Legitimation von „Alternativen Fakten“.  

ARTEFAKTE soll zum Nachdenken, aber auch zum Handeln anregen. Wie wollen wir mit der Zukunft unseres Planeten umgehen? Was kann jeder einzelne tun? Was können wir als Gemeinschaft bewegen?

Mit ihrer ungewöhnlichen Inszenierung stößt ARTEFAKTE einen Dialog über die Umwelt an und lädt Besucher dazu ein ins Gespräch zu kommen:  Miteinander und mit Wissenschaftlern und Experten.

 

J Henry Fair

„Art that is beautiful but not meaningful is decoration. Art that is meaningful without beauty is pedantic.” J Henry Fair

Der in New York lebende Fotograf J Henry Fair ist Künstler und Wissenschaftler, Ästhet und Aktivist. Seine Werke, die unter anderem in National Geographic und dem Art Magazine Beachtung fanden, vereinen Schönheit und Aussagekraft und eröffnen uns einen neuen, andersartigen Blick auf die Eingriffe des Menschen in die Natur.

Henry Fair geht dort hin, wo der Mensch seine Spuren hinterlassen hat. Aus der Vogelperspektive inszeniert er Giftmüllablagerungen, Kohleabbaugebiete oder hochtoxische Schlammbecken mit Poesie und Ästhetik. Die anfängliche Begeisterung über Komposition und Stil der Aufnahmen wird schnell abgelöst durch Bestürzung über das, was sich hinter dem Abgebildeten verbirgt. Jener Widerspruch von Form und Inhalt macht den besonderen Reiz der Arbeiten aus.

Fairs Bilder lenken unser Bewusstsein auf Fragen zu Umwelt, Politik und Gesellschaft und laden den Betrachtenden ein inne zu halten, zu hinterfragen und über das eigene Handeln zu reflektieren.

Mit der Ausstellung ARTEFAKTE zeigt das Museum für Naturkunde zwanzig Werke des Künstlers im Großformat. Videos ermöglichen einen Einblick in Fairs Schaffensprozess und lassen ihn selbst über seine Motivation sprechen.

 

Cop 24 in Katowice   https://www.klimareporter.de/      https://www.bmu.de/cop24/

und aus gegebenem Anlass…;-)

  • online-Adventskalender

http://www.online-adventskalender.info/2018/index.php?lang1      &                https://bte.adventskalender2018.de/

 

 

Art Science Exhibits in partnership with Humboldt-Universität zu Berlin’s Thaer-Institut & Campus Nord & Science Branch Libraries ​Eco-connectivity Exhibitions opening Nov. 1st, 2018 for ​Berlin Science Week and continuing thru Jan. 1st
https://www.artscienceexhibits.com/

Annex Galleries
Nov. 1 – Jan. 1
Campus Nord Branch Library
(Nähe Naturkundemuseum)
​Hessische Straße 1-2, 10115
Monday – Friday: 09:00 – 19:00
​Saturday: 11:00 – 19:00
Handicapped accessible

​Special Exhibitions from the School of Visual Art New York’s Bio Lab
​curated by Suzanne Anker
Solo shows by Adam Crosson, Virginia Hanusik, and Guillaume Le Moine, curated by mp Warming
Satellite Exhibition
​Nov. 1 – Jan. 1
Erwin-Schrödinger-Zentrum
Science Branch Library
​Rudower Chaussee 26
12489 Berlin – Adlershof
Monday – Friday: 9:00 – 18:00
​Saturday: 11:00 – 18:00

Art Science Exhibits in partnership with Humboldt-Universität zu Berlin’s Thaer-Institut & Campus Nord & Science Branch Libraries​Eco-connectivity Exhibitions opening Nov. 1st, 2018 for
​Berlin Science Week and continuing thru Jan. 1st

With support from the Faculty of Life Sciences, international artists working within a wide range of eco thematics – climate change, water systems, agriculture, modification, pollution solutions – are showcased in this fact based exhibition. Artists from Argentina, Austria, Belgium, Brazil, Canada, China, France, Germany, Hong Kong, India, Ireland, Japan, Mexico, New Zealand, Portugal, Sweden, the UK and the USA are featured. The exhibit includes a flowerhouse designed by Gorenflos Architekten, video screenings, artist lectures, and more….

An Annex Gallery at Campus Nord Branch Library is presented by the Bio Lab of the School of Visual Arts New York. Our new Satellite Exhibition at the Erwin-Schrödinger-Zentrum Science Branch Library is located on an historic airfield in one of Europe’s largest science parks.

Our main exhibit is in the very heart of Berlin, at Thaer-Institut’s Grand Hall, next door to our partners at the Museum für Naturkunde Berlin.

About: Set in motion by international artist mp Warming, Art Science Exhibits is an independent venture created, and consistently recreated, by artists and scientists. The exhibitions and public programs we present work to greater the sphere of ArtSci conversation. Our mission for the future of nature-kind is to bring artists together with scientists as true conceptual partners.

Science Collaboration: We are currently working with scientists at the Museum für Naturkunde Berlin and Humboldt-Universität zu Berlin’s IRI THESys, an institute for climate change impact. We are also beginning to make art in connection with start-ups and businesses like Dropcopter, providing drones for orchard pollination. Many of our artists have created work with science institutions worldwide, including: Technische Universität Berlin; Kobe University, Japan; Institut National des Sciences Appliquées Lyon, France; Yale University, Rutgers University, and the Academy of Natural Sciences of Drexel University, USA.

Projects: Previous exhibits include Bird Architecture at the Institute Library in collaboration with scientists at Yale University and the Peabody Museum of Natural History and Appealing to the Populous in partnership with Humboldt-Universität zu Berlin’s Thaer-Institut of Agriculture and Horticulture, Humboldt-Universität zu Berlin’s Campus Nord Branch (Biology) Library, and the Museum für Naturkunde Berlin. Our first Berlin project opened for Berlin Science Week 2017, with a video program that traveled as far as the Philippines

Future: For the 2018 Berlin Science Week we continue to partner with Humboldt-Universität zu Berlin’s Faculty of Life Sciences. In the next steps, we are also planning an Art/NaturSci Pavilion to open for the 2019 Venice Biennale. Building on the framework of these exhibitions, we envision ArtSci laboratories that increase contact between artists and scientists and lead to cutting-edge creations.

Featured Artists
​Katrina Abbatuan, Philippines/UK
Suzanne Anker, USA
Theo A. Artz, USA
Megumi Baba, Japan
Denise Batchelor, New Zealand
Ying Kit Chan, Hong Kong/USA
Adam Crosson, USA
Pedro Cruz, Portugal
Jose Esquivel, USA
Adam Fine of Dropcopter, USA
Liliana Folta, Argentina
Matthias Gorenflos, of
Gorenflos Architekten, Germany
Virginia Hanusik, USA
Sasinun Kladpetch, Thailand
Dieter Korn, Germany

Saskia Krafft, Germany
Christina La Sala, USA
​Guillaume Le Moine, France
​John D. Liu, USA
Emma Löfstrom, Sweden
Mara and Tyler Marxt-Lewis, Austria/USA
Tapan Moharana, India
Gerardo Nolasco, Mexico
Silvia Noronha, Brazil
Meadhbh O’Connor, Ireland
Ashley Peevor, UK
Bonnie Peterson, USA
Nathalie Rainer, USA
Jana Schumacher, Germany
Bernhard Schurian, Germany
Stefaan van Biesen, Belgium

Handbuch zur Förderung nachhaltigen Handelns kostenlos / also in English!

eine freudige Neuigkeit von Karen aus meinem Netzwerk – dieses Handbuch habe ich ja schon bei diversen Gelegenheiten empfohlen – nun ist es soweit…. even in english…;-)Buch1

„english version below
Liebe Umwelt-Engagierte,
endlich ist es soweit! Ihr könnt nun Psychologie im Umweltschutz – Handbuch zur Förderung nachhaltigen Handelns kostenlos auf unserer frisch gelaunchten Website www.wandel-werk.org herunterladen! Nachdem es im Juli letzten Jahres im oekom verlag veröffentlicht wurde, freuen wir vom Wandelwerk Umweltpsychologie uns, es euch nun als deutsche und englische Version frei zur Verfügung stellen zu können. Handbuch zur Förderung nachhaltigen Handelns kostenlos / also in English! weiterlesen