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Neuer StayGrounded-Bericht + Sofortprogramm für Klimagerechtigkeit

Heute gibt es von mir neben einem Adventskalendertipp, wieder einige Infos aus meinem Netzwerk bezüglich Flugverkehr (u.a. Webinar morgen und weitergehenden Infos auf englisch weiter unten mit zahlreichen Möglichkeiten, diese unkompliziert weiter zu streuen…;-))
sowie Alternativvorschlägen zum „Klimapaket“ der Bundesregierung – eine Auflistung weiterer Bottom-up-Initiativen findet Ihr übrigens auch in dieser von mir auf Wechange angelegten Liste, die Ihr gerne ergänzen könnt. Ziel meiner Arbeit ist u.a., dass sich diese diversen Initiativen hoffentlich noch stärker austauschen und im besten Falle zusammen tun , um möglichst schnell noch sichtbarer und wirkungsvoller zu werden!

wünsche Euch eine schöne, stressfreie Adventszeit, lg, Carla

PS: Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch nochmal auf diese Klimabroschüre zu direkter Demokratie im Kampf gegen den Klimawandel hinweisen, die man hier kostenlos runterladen kann.

Liebe Am Boden bleiben Interessierte,
zwei aktuelle Neuigkeiten haben wir für Euch:
1. Neue Studie: Maßnahmen für eine gerechte Reduzierung des Flugverkehrs
Anlässlich des 25. Weltklimagipfels (COP 25) hat das Stay Grounded Netzwerk seinen neuen Bericht „Degrowth fo Aviation –  Reducing Air Travel in a Just Way“ veröffentlicht. Darin wird eine Reihe von politischen Maßnahmen vorgestellt, die eine Reduzierung des Luftverkehrs auf eine gerechte Art und Weise ermöglichen. – ihr findet ihn hier: https://stay-grounded.org/report-degrowth-of-aviation/
—> Hier findet Ihr unsere Pressemitteilung dazu: https://www.ambodenbleiben.de/2019/12/sg-studie-massnahmen-reduzierung-flugverkehrs/
Wir freuen uns natürlich wenn ihr uns helfen möchtet, den Bericht zu verbreiten!

Webinar: Morgen, am Donnerstag findet ein Webinar statt, in dem der Inhalt des Berichts näher vorgestellt wird. Wer sich dafür interessiert, kriegt hier mehr Infos und kann sich anmelden: https://stay-grounded.org/webinar-degrowth-of-aviation/

2. Am Boden bleiben unterstützt Sofortprogramm für Klimagerechtigkeit und eine grundlegende Umgestaltung der WirtschaftEin Bündnis aus Organisationen der Klimagerechtigkeitsbewegung hat am Mittwoch ein Forderungspapier für eine umfassende Neuausrichtung der deutschen Klimapolitik vorgelegt. Die Gruppen kritisieren das Klimapaket der Bundesregierung scharf. Stattdessen schlägt das Bündnis in einem „Sofortprogramm Klimagerechtigkeit“ erste Schritte zu einer grundlegenden Umgestaltung der Wirtschaft vor, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen zu können.
Das Bündnis schlägt daher Maßnahmen für die Sektoren Energie, Landwirtschaft, Mobilität, Wohnen, Handel und Finanzen vor, die jeweils auf starke Verminderung klimaschädlicher Prozesse, den Aufbau ökologischer Alternativen und die soziale Sicherung der menschlichen Grundbedürfnisse abzielen. Die Forderungen reichen von einem Verbot von Kurzstreckenflügen, einen weitgehender Ausstieg aus synthetischen Düngemitteln bis 2030 bis zu 100% erneuerbare Energien im Jahr 2025.
Am Boden bleiben ist eine der Erstunterzeichner*innen. Das Sofortprogramm findet ihr hier: https://www.ambodenbleiben.de/sofortprogramm-klimagerechtigkeit/

„Dürren, Überschwemmungen, Wirbelstürme und der steigende Meeresspiegel – das ist die Währung für die Folgen des Klimawandels. Es ist hinreichend klar, was zu tun ist: raus aus der Kohle, Energie einsparen, Umbau der Mobilität, mehr Bio-Landwirtschaft…
Gemeinsam mit dem Umweltinstitut München e.V. und BürgerBegehren Klimaschutz hat Mehr Demokratie eine Broschüre ausgearbeitet für Aktionsgruppen in ganz Deutschland, für Menschen, die schon aktiv sind oder es werden wollen. Darin geben wir unter anderem eine Übersicht, was in welchem Bundesland mit der direkten Demokratie erreicht werden kann.“

ENGLISH + COMPLETE VERSION

About the Stay Grounded report „Degrowth of Aviation – Reducing Air Travel in a Just Way“.
Here’s a social media package with everything you need to help us launch the report. Thanks for helping and have fun with the report!

Look out for the latest postings on our social media channels and articles mentioning „Degrowth of Aviation“ or similar keywords and phrases – and share them! 

Facebook | Twitter | Instagram | Telegram | Mastodon | Youtube

The Media package (find it online here):The pack includes:

  • The newly released report, an overview of the chapters, briefing papers in English, Spanish and Dutch and illustrations on our website
  • Our press release in English and Spanish
  • Illustrations, tables
  • Draft texts for tweets and posts as well as images for sharing on Twitter/Mastodon, Facebook, Instagram and other social media. → We’ll be using the hashtags #DegrowAviation, #BeyondGreenwashing and, like always #StayGrounded
  • A video filmed during the conference on degrowth of aviation in July in Barcelona

Anything you can do to help share the report is much appreciated! Either on your website, via email, through your social media channels or privately!

Twitter / Mastodon:

You can just retweet one of our tweets on the Stay Grounded account.

Or use one of these sample tweets below (separated by -):

Just released: Read the new report #DegrowthOfAviation by @StayGroundedNet and learn which strategies and policies can reduce #aviation in a just way. #DegrowAviation #BeyondGreenwashing #StayGrounded👉 Get the report: http://bit.ly/DegrowAviation 

New report shows strategies to reduce #flying:

▶️ tax #aviation fairly

▶️ make excessive flyers pay

▶️ set limits on flights

▶️ moratoria on new infrastructure

▶️ foster alternatives

▶️ change institutions‘ travel policies

Learn more: http://bit.ly/DegrowAviation

#DegrowAviation

#BeyondGreenwashing: The new report #DegrowthOfAviation by @StayGrounded counters the #aviation industry’s green lies and outlines ways how to reduce the #climate impact of flying in a just way. #DegrowAviation #StayGrounded▶️ Get the report: http://bit.ly/DegrowAviation  

#Flying is the fastest way to fry the planet. Learn how to reduce aviation’s climate impact in a just way in this new report by @StayGroundedNet. #DegrowAviation #BeyondGreenwashing #StayGrounded👉 Lean more: http://bit.ly/DegrowAviation 

#CarbonNeutral #GreenGrowth of #aviation is an illusion. The only way to make flying sustainable it to reduce it: #DegrowAviation.

This new report sets out strategies and measures #BeyondGreenwashing to limit air traffic in a just way. #StayGrounded▶️ Get the report: http://bit.ly/DegrowAviation  –

Facebook:

You can just share the posting on our Facebook page with a video presenting the report or use one of the sample posting texts below.

Just released: Read and download the new report „Degrowth of Aviation“ by @Stay Grounded Network and learn which strategies and policies can reduce aviation in a just way. #DegrowAviation #BeyondGreenwashing #StayGrounded

▶️ Get the report: http://bit.ly/DegrowAviation  

New report outlines strategies how to reduce the climate impact of aviation. We must:

▶️ tax #aviation fairly

▶️ make excessive flyers pay

▶️ set limits on flights

▶️ halt new aviation infrastructure

▶️ foster alternatives

▶️ change institutions‘ travel policies

▶️ and more

👉 Get the report: http://bit.ly/DegrowAviation

#DegrowAviation #BeyondGreenwashing #StayGrounded

Beyond greenwashing: The new report ‚Degrowth Of Aviation‘ by @Stay Grounded Network counters the aviation industry’s green lies about carbon neutral growth and outlines ways how we can effectively reduce the climate impact of flying in a just way. #DegrowAviation #BeyondGreenwashing #StayGrounded

👉 Learn more: http://bit.ly/DegrowAviation

Instagram:

We’d be very happy if you want to link the report in your bio temporarily or link it in a story using our resources or you own. You can use the texts and hashtags below.

Beyond #greenwashing: The new report #DegrowthOfAviation‘ by @StayGroundedNet counters the #aviation industry’s #GreenLies about #C „

IPCC- Bericht zeigt: Klimaschutz braucht Psychologie

BLOG
Quelle: https://germanwatch.org/de/16601 , Autorin: Marie Heitfeld, Referentin – Bildung für nachhaltige Entwicklung

Möchte Euch diesen spannenden Artikel, den ich gerade eher zufällig entdeckt habe und der u.a. erklärt, wie man Menschen vom Wissen zum umweltgerechteren Leben und Agieren bringen und inspirieren kann, nicht vorenthalten. In diesem Artikel werden übrigens auch Aspekte auf gegriffen, die im hier zum freien Download vorliegenden „Handbuch zum Fördern nachhaltigen Handelns“ vertieft werden.

„Wir Menschen sind Ursache und Lösung der globalen Klimakrise zugleich. Unser Handeln verursacht die anthropogene globale Klimaerwärmung. Unsere Handlungsmöglichkeiten werden in Zukunft immer mehr von der Klimakrise mit beeinflusst und zunehmend beschränkt. Unsere Handlungsfähigkeit ist aber gleichzeitig auch der Schlüssel, mit dem wir den erforderlichen gesellschaftlichen Wandel noch vorantreiben können, um die globale Klimaerwärmung auf 1.5°C zu begrenzen.

Da der Mensch im Zentrum der Klimakrise steht, ist es relevant, Wissen über die Verknüpfung von menschlichem Denken und Handeln in individuelle, zivilgesellschaftliche und politische Prozesse einzubeziehen. Aus diesem Grund beschäftigen sich auch immer mehr Psycholog*innen mit den für die sozial-ökologische Transformation drängenden Fragen und den zugrundeliegenden psychosozialen Faktoren. Zum Beispiel:

  • Welche Faktoren hindern uns daran, uns trotz besseren Wissens im Alltag nachhaltiger zu verhalten?
  • Welche Faktoren machen Interventionen und Kampagnen wirksamer und können zu tatsächlichen Einstellungs- und Verhaltensänderungen führen?
  • Welche Faktoren können die Akzeptanz politischer Maßnahmen oder gar eines System-Wandels erhöhen?

In den Sonderbericht zu 1,5 °C globaler Klimaerwärmung[1] des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der im Oktober 2018 veröffentlicht wurde, wurden vermehrt verhaltenswissenschaftliche Antworten auf diese Fragen aufgenommen. Entscheidend dafür war die Berufung der Umweltpsychologie-Professorin Linda Steg (Rijksuniversiteit Groningen) als leitende Autorin (Lead Author) des Kapitels 4 zur „Stärkung und Umsetzung einer globalen Antwort auf die Klimakrise“ (eigene Übersetzung). Darin werden unter Punkt 4.4.3. „Lebensstil- und Verhaltensänderungen möglich machen“ praxis-relevante Forschungsergebnisse beschrieben. Basierend darauf werden in diesem Blogartikel jeweils zwei für Verhaltensänderungen relevante Faktoren auf individueller sowie auf politischer Ebene aufgegriffen und näher erläutert.

Die Selbstwirksamkeitserwartung (IPCC SR 1.5, Kapitel 4, S. 364):

“Climate change knowledge and perceptions are not strongly related to mitigation actions (Hornsey et al., 2016). Individuals more often engage in adaptation (Gebrehiwot and van der Veen, 2015; Koerth et al., 2017) and mitigation behaviour (Pisano and Lubell, 2017) when they are or feel more capable to do so.”

Unter Selbstwirksamkeitserwartung verstehen Psycholog*innen die Annahme, mit dem eigenen Handeln etwas bewirken zu können. Wenn eine Person das Wissen darüber besitzt, dass u. a. die Verbrennung von Braunkohle CO2 freisetzt und damit zur Klimaerwärmung beiträgt, aber gleichzeitig glaubt, sein*ihr individuelles Verhalten mache ohnehin keinen Unterschied, ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass diese Person beispielsweise ihren Stromanbieter wechselt. Dies ist eines von vielen Beispielen, in denen Problemwissen allein nicht zu Verhaltensänderungen führt. Eine Möglichkeit, die Selbstwirksamkeitserwartung einer Person zu stärken, ist, neue Handlungsmöglichkeiten mit größerer Wirksamkeit aufzuzeigen. Im Sinne des strukturverändernden Hand Prints hieße das in diesem Fall, eine Person dazu zu ermutigen, nicht nur den eigenen Stromanbieter zu wechseln, sondern sich an ihrem Arbeitsplatz dafür einzusetzen, dass das ganze Unternehmen zu Ökostromversorgung wechselt oder dass Stromanschlüsse in ihrer Kommune standardmäßig grünen Strom erhalten und damit die bisherige Standardoption, bei der in der Regel „brauner“ Strom standardmäßig fließt, umgekehrt wird (siehe auch Seite IPCC SR 1.5, Kap. 4, Seite 365).

Der Dürresommer 2018, die Klimagerechtigkeits-Bewegung, die sich seit den Protesten rund um den Hambacher Wald immer stärker formiert sowie die anhaltenden Schulstreiks für mehr Klimaschutz „Fridays for Future“ seit Beginn des Jahres 2019 rücken die planetaren Grenzen und die absolute Dringlichkeit von Veränderungen zunehmend ins Blickfeld der Öffentlichkeit. Weil in Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Politik das Bewusstsein über das Ausmaß der Klimakrise steigt, steigt auch der Bedarf nach strukturellen Veränderungen und größeren Lösungsmöglichkeiten, die zur wahrgenommenen Problemgröße passen. Je eher diese Passung gegeben ist (in der Psychologie wird dies als „epistemic fit“ bezeichnet, vgl. z. B. Grund, J. & Brock, A. 2019), desto eher entwickeln wir in Anbetracht der Klimakrise eine (Selbst-)Wirksamkeitserwartung und kommen in der Folge ins Handeln.

Individuelle Kosten und Nutzen abwägen (IPCC SR 15, Kapitel 4, S. 364):

“People consider various types of costs and benefits of actions (Gölz and Hahnel, 2016) and focus on consequences that have implications for the values they find most important (Dietz et al., 2013; Hahnel et al., 2015; Steg, 2016).“

Wenn eine Person eine Verhaltensentscheidung trifft, beispielswiese wie sie ihren nächsten Urlaub verbringen möchte, wird sie eine Kosten-Nutzen-Abwägung für sich vornehmen. In diese Kosten-Nutzen-Abwägung fließen neben monetären Faktoren auch persönliche Werte und soziale Normen mit ein. Persönliche umweltbezogene Werte werden beeinflusst von klimawandelbezogenem Problembewusstsein (1), dem persönlichen Verantwortungsgefühl in der Klimakrise (2) und der oben beschriebenen Selbstwirksamkeitserwartung (3). Soziale Normen sind subjektiv wahrgenommene Verhaltens-Regeln, die von Menschen in unserem Umfeld geteilt werden.

Bezogen auf das Beispiel der Urlaubsplanung könnte eine Kosten-Nutzen-Abwägung also für verschiedene Personen sehr unterschiedlich ausfallen. Für eine Person, in deren Umfeld Klimaschutz keine Rolle spielt, wird z. B. der monetäre Preis bei An- und Abreise, das Wetter am Zielort und die Ausgefallenheit des Zielorts ausschlaggebend sein. Eine andere Person wird in ihrer Kosten-Nutzen-Abwägung dagegen stark von der sozialen Norm des Klimaschutzes in ihrem Umfeld beeinflusst sein und den CO2-Austoß bei der Anreise oder eine mögliche Abwertung der eigenen Person in der Gruppe bei klimaschädlichem Reisen in ihre Entscheidung miteinbeziehen.

Mit verschiedenen – häufig monetären – Maßnahmen wird bereits versucht, Kosten-Nutzen-Abwägungen bei Entscheidungen mit Auswirkungen auf Klima und Umwelt zu beeinflussen. Damit solche Interventionen wirksam sind, sollten psychologische Erkenntnisse berücksichtigt werden. Problematisch kann es beispielsweise sein, umweltfreundliche Alltags-Produkte für eine begrenzte Zeit zu reduzieren und die Förderung dann anschließend wieder zu streichen. Denn wenn Personen sich in ihrer Kosten-Nutzen-Abwägung nur aufgrund eines reduzierten Preises entscheiden, etwas nachhaltigeres und klimafreundlicheres zu kaufen, werden sie mit hoher Wahrscheinlichkeit nach Ablauf des Sonderangebots wieder „rückfällig“. Der Grund: sie schreiben die umwelt- und klimafreundliche Kaufentscheidung unter diesen Umständen keiner intrinsischen Motivation und nicht den eigenen umweltfreundlichen Werten zu (siehe auch Seite IPCC SR 1.5, Kap. 4, Seite 366). Mitunter reduziert eine solche monetäre Intervention sogar die intrinsische Motivation, sich umweltfreundlich zu verhalten. Andere, nicht-monetäre, Verhaltens-Belohnungen wie z. B. soziale Anerkennung eines besonders engagierten Klimaschutz-Verhaltens wie beispielsweise durch einen Bericht in der Lokalzeitung, können dagegen auch langfristig das Verhalten eines Individuums beeinflussen, da sie persönliche Werte ansprechen (vgl. auch Hamann, K, Baumann, A. & Löschinger, D., 2016). Das Problem der Entfernung einer Belohnung (z. B. zeitweise Subventionierung) ergibt sich natürlich weniger bei einmaligen Kaufentscheidungen, wie beispielsweise dem Kauf eines Elektroautos. Auch wenn ein vorrübergehender finanzieller Anreiz, z. B. ein einmonatiges freies Busticket, jemanden ein neues Verhalten ausprobieren und Vorteile desselben erfahren lässt, kann dieser dazu führen, dass diese Person sich langfristig klimaschützender verhält (vgl. auch Fujii, S. & Kitamura, R. 2003).

Akzeptanz politischer Maßnahmen – Belohnung, Bestrafung und wahrgenommene Gerechtigkeit (IPCC SR 15, Kapitel 4, S. 369):

“Climate policy is more acceptable when costs and benefits are distributed equally, when nature and future generations are protected (Sjöberg and Drottz-Sjöberg, 2001; Schuitema et al., 2011; Drews and Van den Bergh, 2016), and when fair procedures have been followed, including participation by the public (Dietz, 2013; Bernauer et al., 2016a; Bidwell, 2016) or public society organizations (Bernauer and Gampfer, 2013).“

Die öffentliche Akzeptanz kann den Erfolg politischer Maßnahmen maßgeblich beeinflussen, überhaupt erst möglich machen, oder auch verhindern. Die Akzeptanz für (umwelt-)politische Maßnahmen oder sogar weitreichendere Systemveränderungen ist selbstredend höher, wenn Bürger*innen sich davon mehr positive als negative Folgen erwarten. In der Folge ist die Akzeptanz von Maßnahmen, die Klimaschutz „belohnen“ häufig höher, als die Akzeptanz von „Bestrafung“ von Aktivitäten, die den Klimawandel verstärken (siehe auch Seite IPCC SR 1.5, Kap. 4, Seite 367 und 368).

Des Weiteren werden klimapolitische Maßnahmen umso eher akzeptiert, je gerechter Kosten und Nutzen in der Gesellschaft verteilt sind. Ob eine klimapolitische Maßnahme als gerecht wahrgenommen wird, wird von vielen Menschen implizit auf drei Vergleichsebenen abgewogen.
Wenn beispielsweise eine CO2-Abgabe im Strom- oder Verkehrssektor eingeführt werden soll, werden viele Personen einen intrapersonellen Vergleich (1) anstellen: „Inwiefern werde ich durch die CO2-Bepreisung mehr oder weniger für meinen Strom oder Sprit bezahlen als vorher?“
Des Weiteren werden viele Menschen einen interpersonellen Vergleich (2) vornehmen: „Inwiefern werden die durch die CO2-Bepreisung entstehenden Kosten gerecht auf alle Menschen verteilt? Oder inwiefern berücksichtigt die CO2-Bepreisung, ökonomisch schwächer gestellte Menschen oder bestimmte Berufsgruppen nicht zusätzlich zu belasten?“
Auch werden einige Menschen einen intergenerationalen Vergleich (3) vornehmen und sich fragen: „Inwiefern ist eine CO2-Bepreisung gerecht, weil dadurch die Umwelt und zukünftige Generationen geschützt werden?“ (vgl. auch Steg, L., Van den Berg, A., & De Groot, J., 2012).

Soziale Normen (IPCC SR 15, Kapitel 4, S. 365):

„People engage more in climate actions when they think others expect them to do so and when others act as well (Nolan et al., 2008; Le Dang et al., 2014; Truelove et al., 2015; Rai et al., 2016), and when they experience social support (Singh et al., 2016a; Burnham and Ma, 2017; Wolske et al., 2017).”

Soziale Normen, die wie oben beschrieben unser individuelles Verhalten im Alltag beeinflussen, sollten unbedingt bei der Entwicklung von Kampagnen beachtet werden, die zum Beispiel klimafreundliches Verhalten anregen oder verstärken möchten. Denn die sozialpsychologische Forschung hat gezeigt, dass wir Menschen unser Verhalten sehr stark daran ausrichten, was wir als soziale Norm empfinden. Eine Kampagne, die Menschen in einer Stadt beispielsweise zur stärkeren Nutzung von Radwegen und öffentlichen Verkehrsmitteln anregen soll, um den Individualverkehr mit dem Auto zu reduzieren, kann also wirksamer sein, wenn sie auf die Nennung der sozialen Norm – „Mach mit beim Klimaschutz und nimm das Fahrrad!“ – zurückgreift.

In der Psychologie unterscheidet man zwischen injunktiven und deskriptiven Normen.
Injunktive Normen sind Annahmen und (implizite) Regeln darüber, was mehrheitlich in der Gesellschaft als ein „richtiges“ oder anerkanntes Verhalten gilt. Deskriptive Normen beschreiben dagegen das Verhalten, das tatsächlich mehrheitlich an den Tag gelegt wird.
Die Unterscheidung von injunktiven und deskriptiven Normen ist insofern relevant, als dass diese beiden sozialen Normen – wenn sie sich widersprechen – einen ungewünschten Effekt haben können. Im genannten Beispiel würde die Wirksamkeit der Kampagne voraussichtlich höher sein, wenn die injunktive Norm „Mach mit beim Klimaschutz und nimm das Fahrrad“ ergänzt wird mit der deskripiven Norm „– so wie 60 % der Bewohner*innen von Klimahausen!“.

Wenn in einer Stadt nun aber 70 % der Stadtbewohner*innen als Hauptfortbewegungsmittel mit dem Auto unterwegs sind, wäre es ratsam dies nicht explizit zu erwähnen und nicht zu sagen „Noch fahren 70 % der Bewohner*innen von Klimahausen mit dem Auto. Mach es anders: Mach mit beim Klimaschutz und nimm das Fahrrad!“. Der sogenannte Cross-Norm-Inhibition Effekt würde nämlich bei vielen Stadtbewohner*innen wahrscheinlich dazu führen, dass sie sich der autofahrenden Mehrheit anschließen beziehungsweise beim Autofahren bleiben und dies als legitimiert empfinden, anstatt sich nun motiviert zu fühlen, es anders zu machen (vgl. auch Keizer, K., Lindenberg S., Steg, L., 2008).

Umweltpsychologie in der Praxis nutzen

Insgesamt ist es zu begrüßen, dass wissenschaftliche Befunde aus der Psychologie im IPCC SR 1.5°C berücksichtigt wurden. Für den nächsten IPCC-Bericht wäre es wünschenswert, wenn der Einbezug verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse gerade in Bezug auf klimapolitische Maßnahmen verstärkt würde, da diese maßgeblich zur Akzeptanz und Umsetzung einer großen Transformation beitragen können. Auch eine stärkere Orientierung an sozial- und umweltpsychologischen Erkenntnissen in der Bildungsarbeit sowie in politischen Praxis können einen erfolgreichen Klimaschutz unterstützen.

Wie können diese und weitere empirische Erkenntnisse aus der sozial- und umweltpsychologischen Forschung für die Arbeit in NGOs genutzt werden? Sich über die verschiedenen psychologischen Effekte (in diesem Artikel ist nur eine kleine Auswahl beschrieben) bewusst zu sein, ist ein erster Schritt. Damit diese aber in der Anwendung – zum Beispiel bei der Entwicklung von Kampagnen – nicht vernachlässigt werden, kann es lohnenswert sein, sich explizit die Zeit zu nehmen und anhand von Checklisten (siehe beispielweise vom Wandelwerk e.V.) verschiedene Faktoren oder auch potentielle kognitive Urteilsfehler (durch die begrenzte Kapazität bei der menschlichen Informationswahrnehmung und -verarbeitung entstehende Verzerrungen und systematische Vereinfachungen, z. B. Bestätigungsfehler, Verlust-Aversion, Sunk-Cost-Fehler) durchzuarbeiten. Wie auch der IPCC Sonderbericht zu 1.5°C Grad deutlich macht, gilt dies genauso für politische wie für zivilgesellschaftliche Akteur*innen.

Für transformative Bildungsarbeit liegt es auf der Hand, dieses Wissen an Engagierte und zivilgesellschaftliche Gruppen einer sozial-ökologische Transformation weiterzugeben, damit ihr Engagement noch mehr Wirkung entfalten kann. Vor allem in Kombination mit dem Aufzeigen von strukturverändernden Handlungsoptionen, können die im IPCC SR 1.5°C genannten sowie weitere sozio-psychologische Faktoren die Wirksamkeit von Projekten vergrößern und sollten zunehmend Bestandteil einer transformativen Bildung werden.

Nicht zuletzt kann eine Auseinandersetzung mit den Faktoren, die umwelt- und klimaschützendes (Nicht-) Handeln sowie auch ein stärkeres Engagement für den Klimaschutz beeinflussen, uns auch als Individuen helfen, unsere eigene Wissens-Verhaltens-Diskrepanz zu überwinden und andere dabei zu unterstützen.

Denn für den erforderlichen gesellschaftlichen Wandel u. a. in den Sektoren Verkehr, Energie und Ernährung, der uns die Einhaltung des 1,5°C-Grad-Zieles und somit auch in Zukunft ein gutes Leben auf diesem Planeten ermöglicht, brauchen wir sowohl strukturelle Veränderungen als auch individuelle Einstellungs-, Verhaltens- und Lebensstiländerungen, die ineinandergreifen und sich gegenseitig verstärken.


[1] Der offizielle deutsche Titel lautet: „1,5 °C globale Erwärmung – Der IPCC-Sonderbericht über die Folgen einer globalen Erwärmung um 1,5 °C gegenüber vorindustriellem Niveau und die damit verbundenen globalen Treibhausgasemissionspfade im Zusammenhang mit einer Stärkung der weltweiten Reaktion auf die Bedrohung durch den Klimawandel, nachhaltiger Entwicklung und Anstrengungen zur Beseitigung von Armut.“ Der Report kann hier abgerufen werden: www.ipcc.ch/sr15/


Was ist Umweltpsychologie?

Das noch recht neue Forschungs- und Anwendungsfeld beschäftigt sich mit der Interaktion von Mensch und Umwelt. Es erforscht auf der einen Seite die Wirkung von natürlicher und menschgemachter Umwelt auf den Menschen – z. B. die gesundheitsfördernde Wirkung von Grünflächen in der Stadt auf den Menschen. Noch größere Aufmerksamkeit erhält auf der anderen Seite aber die Frage nach der Wirkung des Menschen auf die Umwelt – insbesondere die Differenz zwischen Wissen über und Handeln für den Klimaschutz.

Umweltpsychologie in Forschung und Praxis:

In Deutschland gibt es aktuell mehrere Lehrstühle, die dieses Themenfeld beforschen (u. a. an den Universitäten in Landau, Dortmund und Kassel) sowie einen Masterstudiengang mit dem Schwerpunkt Umweltpsychologie in Magdeburg.

Auch im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) ist mit Ellen Matthies eine Psychologin vertreten. Umweltpsychologisches Wissen für die Praxis nutzbar macht zum Beispiel der Verein Wandelwerk e.V., dessen Mitglied die Autorin Marie Heitfeld ist.“

FFF beim – Klimastreik Zum + am 29.11. unterstützen!

Nächste Woche ist es wieder soweit – die nächste große Klimademo steht an.
Lasst uns alle gemeinsam wieder ein großes Zeichen setzen und zusammen mit Fridays for Future auf die Straße gehen – damit die EntscheiderInnen u.a. auf der politischen Ebene endlich den Mut bekommen, längst überfällige Entscheidungen zum Schutz unseres Klimas und unser aller zu treffen!
Und gerne im Vorfeld noch mit mobilisieren …;-) Dazu gerne auch einfach diesen Post mit dem Demoaufruf von FFF weiter schicken…;-)
Oder – wenn’s noch schneller gehen muss – schaut auf meiner Webseite in meinen Twitteraccount und retweetet die dortigen Demoaufrufe… 😉
lg, Carla

PS: Anbei auch noch die Mobivideos von Parents for Future und auch hier solltet ihr mal wieder reinschauen… auch für die Kinofans unter Euch ein Must…;-)
Hey ,die Zeit rennt! Schon in neun [-x]Tagen, am Freitag dem 29.11, findet der Global Day of Climate Action statt. Wie im September gehen wir wieder in ganz Deutschland auf die Straße, um uns für die Einhaltung des 1,5-Grad Ziels stark zu machen. Doch diesmal gibt es neben Demos auch unzählige andere kreative Aktionen, die von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf variieren.
Jetzt Mobimaterial verbreiten
Der Termin könnte nicht besser passen: Wenige Tage danach startet die Weltklimakonferenz (COP) in Madrid – die wichtigsten Verhandlungen seit dem Pariser Klimaabkommen. Unsere Bundesregierung wird mit leeren Händen nach Spanien fliegen: Seit unserem letzten globalen Aktionstag hat sie sich noch weiter von ihren internationalen Zusagen zur Eindämmung der Klimakrise entfernt und setzt unsere Lebensgrundlagen bereitwillig aufs Spiel!Lasst uns den 29.11 deshalb so groß machen wie möglich! Erzählt euren Freund*innen vom #NeustartKlima und verbreitet Infos zum Aktionstag mit kostenlosem Mobi-Material überall.
Kostenloses Materialpaket bestellen
Am gleichen Tag, an dem wir im September 1,4 Millionen Menschen in ganz Deutschland auf die Straße bringen konnte, hat sich die Bundesregierung mit ihrem lächerlichen Klimapaket vom Kampf gegen die Klimakrise verabschiedet (nicht, dass sie jemals richtig drin waren). Doch damit nicht genug: In den vergangenen Wochen versucht Wirtschaftsminister Peter Altmaier, mit seinem Ministerium die Energiewende zusätzlich lahmzulegen. Während wir so schnell wie möglich auf 100% Erneuerbare Energien umsteigen müssen, würden seine Vorschläge dazu führen, dass der Windkraftausbau komplett zum Erliegen gebracht wird. Weil wir so das 1,5-Grad-Ziel niemals einhalten können, dürfen wir das nicht akzeptieren! Mit den aktuellen Maßnahmen streckt die Große Koalition unserer Generation und den Menschen im Globalen Süden den Mittelfinger ins Gesicht.Deswegen bist du jetzt gefragt! Nur wenn wir alle mithelfen, dass niemand in diesem Land am 29.11 vorbeikommt, kann der #NeustartKlima gelingen. Also verteile in den nächsten Tagen Flyer, hänge Plakate auf, rufe deine Freund*innen, Bekannten, Kolleg*innen und deine Familie zum Streik auf. Die Klimakrise betrifft uns alle – also müssen wir sie auch alle bekämpfen.Bestell dir dazu kostenlos Mobilisierungsmaterial in Form von Plakaten, Stickern und Flyern. Hilf uns so, alle Menschen auf die Proteste nächste Woche aufmerksam zu machen:
Kostenlos Mobimaterial bestellen
Nur gemeinsam sind wir stark – see you on the streets! Dein Jonathan Auer, Fridays for Future Mail AG PS: Nur wenn alle schon im Vorhinein mithelfen, wird der Tag wieder zum Erfolg. Es ist ganz einfach:Material bestellenFlyer und Plakate in der Schule, Uni, Arbeit oder in Läden aufhängenSticker über all verbreiten.Am 29.11. mit allen den #NeustartKlima einfordern.
Klicken und Material bestellen

+++ Flugindustrie blockieren – Klima schützen – am 9./ 10. November in Berlin +++

ausnahmsweise mal ein zweiter Blogbeitrag am heutigen Tag – auch wegen Dringlichkeit…. – mit einem Aktionsaufruf aus meinem Netzwerk – Infos zu einem Fahrradausflug von XR Berlin am 10.11. in Solidarität mit der Aktion findet Ihr in meinem Kalender 🙂

Flugindustrie blockieren – Aufruf der Pinguine zur Aktion in Berlin

Weltweit gehen Millionen von Menschen für Klimagerechtigkeit auf die Straße. Doch die Luftfahrtindustrie fliegt uns ungebremst weiter in die Klimakrise. Sie will weiteres Wachstum für die klimaschädlichste Form der Mobilität – und wird darin von der Politik massiv unterstützt.

Deshalb werden wir am Wochenende 8.-10. November in Berlin dorthin gehen, wo Fliegen das Normalste der Welt scheint. Und zeigen, dass es das nicht ist! Kommt mit uns nach Berlin und setzt ein Zeichen gegen die Profitinteressen und das Greenwashing der Luftfahrtindustrie. Entschlossen und ungehorsam werden wir die Normalität des Fliegens infrage stellen.

Die Pinguine von „Am Boden bleiben“ haben in ihrer letzten Aktion erfolgreich die Eröffnung des neuen BER-Flughafens verhindert. Doch sie wissen: zusätzlich zum Ausbaustopp für Flughäfen braucht es eine deutliche Reduktion der Flüge! Insbesondere und zuallererst in Ländern des Globalen Nordens. Fliegen ist mit Abstand die klimaschädlichste Form von Mobilität und Ausdruck einer imperialen Lebensweise, die auf Kosten anderer geht und nur wenigen Menschen weltweit zugänglich ist.

Die Flugindustrie wird durch Milliarden an Subventionen und Steuererleichterungen, wie z.B. eine fehlende Kerosinsteuer ungerecht bevorzugt. Während alle Welt über Klimaziele diskutiert, ist die Luftfahrt immer noch von den Verpflichtungen des Paris-Abkommens ausgenommen. Denn die Flugindustrie in die Schranken zu weisen, hieße das globalisierte, kapitalistische System des „Größer“ – „Schneller“- „Weiter“ infrage zu stellen. Traurig wie selbst grüne Parteien und Umweltinstitute beim Thema Fliegen die Augen verschließen. Denn „grünes Fliegen“ ist eine Illusion.

Wir fordern:

  • Ausbaustopp für jegliche Flughafeninfrastruktur und Rückbau bestehender Flughäfen
  • Abschaffung von Inlands- und Kurzstreckenflügen. Reduzierung von Mittel- und Langstreckenflügen
  • Abbau von Subventionen und Steuererleichterungen für die Flugindustrie
  • Ausbau und Förderungen von Alternativen
  • Bonusprogramme abschaffen und Vielflieger*innen besteuern
  • keine Scheinlösungen wie CO2-Kompensation und Agrartreibstoffe

Unser Protest richtet sich gegen die Flugindustrie, gegen klimaschädliche Politik und gegen die unhinterfragte Normalität des Fliegens. Außerdem sind Flughäfen Orte der Diskriminierung, Überwachung, Kontrolle und Ausgrenzung. Wir wollen Bewegungsfreiheit für alle Menschen, unabhängig davon wo sie herkommen und was für Papiere sie besitzen. Mit unserer Aktion verhindern wir keine einzelnen Flugreisen, sondern setzen ein Zeichen für eine klimafreundliche und gerechte Mobilität für alle.

DIE COOLSTEN VÖGEL BLEIBEN AM BODEN!

Ihr wollt mit dabei sein? Ihr wollt mehr Infos? Kommt zu unserem Aktionstraining und Bezugsgruppenfindung
Wann? Samstag 9.11. um 16 Uhr
Wo? New Yorck – Bethanien (Mariannenplatz 2a) (Berlin-Kreuzberg)
Du warst noch nie auf einer Aktion zivilen Ungehorsams? Du willst noch mehr darüber lernen wie eine Blockade ablaufen kann? Du suchst noch Menschen, die mit dir zusammen in Aktion gehen? Dann komm am Samstag den 9.11. um 16 Uhr ins New Yorck im Bethanien und mach mit beim Aktionstraining und der Bezugsgruppenfindung.

Aktionsplenum am Samstag
Wann? Samstag, 9.11. um 18 Uhr
Wo? Museum des Kapitalismus (Köpenickerstr. 172)
Direkt im Anschluss an das Aktionstraining findet um die Ecke im Museum des Kapitalismus das Aktionsplenum statt. Jede Bezugsgruppe sollte mindestens eine delegierte Person dort hinschicken, denn hier bekommt ihr wichtige Informationen zum Ablauf der Aktion sowie Infos zu rechtlichen Fragen.

Du willst aktuell über Neuigkeiten informiert werden?
Trete unserem Telegram-Channel bei – folge dazu dem Einladungslink.

Du hast an diesem Wochenende keine Zeit, möchtest uns aber trotzdem unterstützen, z.B. bei der Deckung unserer Kosten? Eine Aktion kostet immer ein bisschen Geld für Logistik, Mobilisierung und Material. Wir sind eine Graswurzelinitiative und kriegen kein Geld von Parteien oder Verbänden. Deshalb freuen wir uns sehr über eine Spende. Leider können wir keine Spendenbescheinigung ausstellen – ziviler Ungehorsam ist leider nicht steuerbegünstigt.

Kontodaten
Empfänger: Am Boden bleiben
IBAN: DE48 4306 0967 1120 8464 00
BIC: GENODEM1GLS
Betreff: Am Boden bleiben

Bettenbörse

Du wohnst in Berlin und kannst Menschen für die Aktion einen Schlafplatz anbieten? Das ist super, vielen Dank! Bitte schreib an adenz@posteo.de wie viele Menschen bei dir übernachten können, ob sie Schlafsack/Isomatte etc. mitbringen müssen und welchen Kontakt von dir wir weiter geben dürfen.“

nur noch 4 Tage !! BT-Petition für co2e-Kennzeichnung von Lebensmitteln

Bitte lasst uns auch hier ein deutliches Zeichen setzen – bisher haben 22409 online mit gezeichnet -zum Erreichen des Quorums braucht es aber 50 000…
jede Stimme zählt!
Also bitte dringend mit unterstützen und weiter verbreiten – Danke!
lg, Carla

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2019/_10/_01/Petition_99915.nc.html

„Text der Petition

Im Namen des Verbraucherschutzes fordern wir den Bundestag auf, das durch die Herstellung emittierte CO2e (CO2 und äquivalente Treibhausgase) auf allen in Deutschland vertriebenen Lebensmitteln verpflichtend zu kennzeichnen.
Sollte die Regierung meinen, dieser Forderung nicht auf nationaler Ebene nachkommen zu können, erwarten wir, dass sie sowohl eine Pflichtkennzeichnung auf europäischer Ebene anstößt als auch – übergangsweise – eine freiwillige Kennzeichnung in Deutschland umsetzt.

Begründung

Nach Aussage einer aktuellen Studie verursacht die Lebensmittelindustrie mindestens 24% aller weltweiten Treibhausgasemissionen. Folglich hat die Wahl unserer Lebensmittel einen entscheidenden Einfluss auf das Klima. Wie aber können wir uns nachhaltiger ernähren, wenn uns die entsprechenden Informationen dazu fehlen? Tatsächlich zeigt eine aktuelle Umfrage, dass sich nur 9% aller Deutschen gut über die unterschiedlichen Klimakosten von Lebensmitteln informiert fühlen. Jedoch geben 85% an, diesbezüglich mehr Informationen haben zu wollen.

Gemäß Art. 169 AEUV haben Verbraucher ein „Recht auf Information“ über die Produkte, die sie konsumieren. Eine informierte, klimafreundliche Kaufentscheidung können sie aber nur treffen, wenn sie dazu ermächtigt werden, die Klimaauswirkungen unterschiedlicher Lebensmittel auch bewerten und vergleichen zu können. Folglich fällt die Angabe des CO2e Fußabdrucks auf Lebensmitteln unter Verbraucherschutz und liegt damit in der Verantwortung unserer Regierung
(Art. 39 LMIV).

Laut einer aktuellen Studie sind Nachhaltigkeitsangaben auf Lebensmittelverpackungen einer der effektivsten Wege, Verbraucher bei nachhaltigen Kaufentscheidungen zu unterstützen. Während deutsche Autohersteller schon in der gesetzlichen Pflicht stehen, die absoluten CO2 Emissionswerte
von Neuwagen preiszugeben, bleiben Lebensmittelhersteller, trotz ihres starken Einflusses auf das Klima, hiervon bislang ausgenommen.

Im ‚Nationalen Programm für Nachhaltigen Konsum‘ deklariert die Bundesregierung die Ausweitung von Umweltlabels bzw. -kennzeichnungen auf neue Produktkategorien zum Ziel. Im Hinblick darauf empfehlen wir, das Augenmerk auf die Lebensmittelindustrie zu lenken und sich dabei auf die klimaschädlichen Treibhausgase zu fokussieren.

Analysen des CO2e Fußabdrucks werden bereits von unabhängigen Instituten durchgeführt, da einige Lebensmittelhersteller ihre Konsumenten schon heute freiwillig darüber informieren. Für Verbraucher sind solche Werte jedoch nur wirklich hilfreich, wenn sie vergleichbar sind. Um valide Vergleichsmöglichkeiten zu haben, muss die Kennzeichnung für alle verpflichtend sein, die Analysemethode vereinheitlicht und der CO2e Wert als absolute Zahl angegeben sein. Andernfalls werden einige der größten Lebensmittelgruppen (möglicherweise gerade die mit hohem CO2e Fußabdruck) ihre Zahlen nie offenlegen. Damit der CO2e Fußabdruck eines Lebensmittelprodukts im Konsumentenalltag schnell und einfach erfassbar ist, sollte er zudem nicht nur auf der Firmenwebsite, sondern auf jeder Produktverpackung stehen.

Die Kennzeichnung von Lebensmitteln mit dem CO2e Fußabdruck kann sowohl die Kaufentscheidung von Konsumenten als auch die Herstellung von Lebensmitteln positiv zugunsten des Klimas beeinflussen. Wir fordern Sie daher dringend auf, den Bürgern dieses Verbraucherrecht einzuräumen und damit die Möglichkeit einer nachhaltigeren Ernährung zu geben.“

https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2019/_10/_01/Petition_99915.nc.html

Lebensmittel retten darf kein Verbrechen sein

Anbei eine aktuelle Info aus meinem Netzwerk von Caro und Franzi, zwei Studentinnen, die wegen des Rettens von Lebensmitteln aus Containern bei Edeka verurteilt wurden – während in vielen anderen Ländern das Containern legal oder zumindestens geduldet ist und wie z.B. in Frankreich den Supermärkten sogar gesetzlich verboten ist, noch genießbare Lebensmittel einfach weg zu werfen!

Und falls ihr die Petition noch nicht unterschrieben habt …. siehe der Link weiter unten..;-)

lg, Carla

„Liebe Unterstützer*innen und Unterzeichner*innen der Petition „Containern ist kein Verbrechen“,

es ist nun lange her, dass wir die Neuigkeiten unseres Containerfalls mit euch geteilt haben. Die Entscheidung des Bayrischen Obersten Landesgerichtes ist eingetroffen. Leider haben wir eine negative Antwort auf unsere Revision erhalten. Trotz unserer Verurteilung bleibt weiterhin die Absurdität bestehen, dass in Zeiten der Klimakrise der Schutz unserer Lebensgrundlagen hintangestellt wird. Nach reichlichen Überlegungen haben wir uns dazu entschieden, gemeinsam mit unseren Anwält*innen und der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) eine Verfassungsbeschwerde einzureichen. In diesem Sinne kündigen wir unsere persönliche Einreichung der Klage vor dem Bundesverfassungsgericht am 8. November in Karlsruhe an, welche von einer Kundgebung im Schlosspark gegenüber dem Gericht ab 11 Uhr begleitet wird.

Der Gang vor das Bundesverfassungsgericht bedeutet nicht nur die Verteidigung unseres persönlichen Falles, sondern ist Teil eines demokratischen Prozesses.

Nach dem Amtsgerichtsurteil vom 30. Januar sind wir in Revision gegangen. Wir wollten das Bayrische Oberste Landesgericht von unserer Auffassung überzeugen, dass mit dem Wegwerfen von Lebensmitteln in die Mülltonne das Eigentum an ihnen aufgegeben wird. Mit der Revision haben wir uns den Freispruch erhofft. Doch auch das Revisionsgericht sah von einer Eigentumsaufgabe ab. Auf dem Papier sind wir nun Straftäterinnen – genauer gesprochen Diebinnen gem. §242 StGB. Wir möchten nicht anzweifeln, dass das Gericht wohl überlegt sein Urteil gesprochen hat. Doch wollen wir nicht unhinterfragt lassen, nach welchem Gewissen und im Sinne welcher Grundannahmen diese Entscheidung gefallen ist. Mit der Kriminalisierung der Lebensmittelrettung lässt man der sinnlosen Vernichtung von Nahrungsmitteln den Vortritt, sodass der Schutz unserer Lebensgrundlagen weiterhin hinter dem Schutz von Eigentum ansteht.

Können wir uns eine solche Haltung wirklich noch leisten? Nein, dies ist definitiv nicht mehr vertretbar. Die Entscheidung der letzten Instanz ist eine große Ernüchterung für uns. Im Rahmen der letzten großen Klimademo standen wir gemeinsam – wie manche jeden Freitag – auf der Straße und haben in ganz Deutschland „Klimagerechtigkeit – jetzt“ gefordert. Kann dieses Urteil eine adäquate Antwort darauf sein?  Es ist nicht nur, dass wir es persönlich schade finden, wenn wir eine Banane unangetastet im Müll sehen, sondern wir können nicht hinnehmen, dass tausende dieser Bananen täglich vernichtet werden. Denn sie verweisen auf eine enorme Ressourcenverschwendung – hier vor unseren Augen. Wenn wir in den aktuellen Klimadebatten über CO₂-Einsparungen diskutieren, so müssen wir beachten, dass die Herstellung und der Transport von Lebensmitteln für einen beachtlichen Anteil an den ausgestoßenen Treibhausgasen verantwortlich sind. Hiervon soll ein Drittel alleine für den Müll sein? So sehen wir, dass die Straftat, die wir begangen haben, auf ein Verbrechen aufmerksam macht – ein Verbrechen an der Menschheit – nichts Geringeres als der Diebstahl der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen.

Wir möchten sehen, dass Worten Taten folgen. Noch im Juni haben sich die Justizminister*innen der Länder gegen eine gesetzliche Entkriminalisierung des Containerns ausgesprochen.  Damit wurden mehr als 130.000 Unterschriften unserer Petition unbeachtet gelassen, mit der Begründung: Containern wäre nicht die Lösung des Problems und andere Wege müssten gefunden werden.  Geschehen ist seitdem allerdings rein gar nichts, ganz im Gegenteil: am 11. Oktober bei der Bundesratssitzung wurde eine weitere Chance vertan, sich dem Problem der Lebensmittelverschwendung mit konkreten politischen Entscheidungen zu stellen. Supermärkte sollen auch weiterhin nicht dazu verpflichtet werden, noch genießbare Lebensmittel an gemeinnützige Organisationen zu spenden und die Initiative eines Wegwerfstopps wurde erneut verworfen. So dürfen wir gespannt sein, welche Wege beschritten werden, um das selbstgesetzte Ziel der Regierung – die Halbierung der Lebensmittelverschwendung bis 2030 – zu erreichen. Gute Worte sind noch keine guten Taten.

Wir möchten jedoch nicht allein Politiker*innen als unsere Vertreter*innen kritisieren, sondern dazu anregen, ihnen deutlicher zu machen, was sie vertreten sollen. Die Frage, ob das Eigentum oder unsere Lebensgrundlagen schützenswerter sind, darf nicht nur von Einzelnen beantwortet werden. Indem wir sowohl von uns persönlich, als auch von anderen eine Auseinandersetzung gefordert haben, konnten wir gemeinsam eine breite gesellschaftliche Debatte anstoßen. Das Thema Lebensmittelverschwendung ist auch aus der politischen Agenda nicht mehr wegzudenken. In diesem Zusammenhang möchten wir dazu ermutigen, Lösungen zu formulieren und diese von unseren Vertreter*innen einzufordern.  Lasst uns verantwortungsvolle und für alle vertretbare Wege finden! Möchten Lebensmittelretter*innen weiterhin containern gehen dürfen? Wenn sich die Justiz dazu gezwungen sieht, uns zu verurteilen, weil wir weggeworfene Bananen essen wollten, dann ist dem Schutz unserer Lebensgrundlagen in Anbetracht der Klimakrise nicht genug getan. Neue Fragen fordern andere Antworten.

Es ist nicht nur schade, dass wir verurteilt worden sind, sondern es tut uns auch leid für alle Unterstützer*innen, die sich im Laufe des Verfahrens gegen die Kriminalisierung ausgesprochen haben. An dieser Stelle möchten wir anmerken, dass wir gemeinsam bereits vieles geschafft haben. Mittlerweile haben über 150.000 Menschen diese Petition unterzeichnet. Wir bedanken uns nochmal bei euch für die Solidarität und euren Einsatz. Unsere Forderungen werden wir weiterhin laut kundtun. Je mehr Stimmen sich versammeln, desto lauter können wir sein. Werdet nicht müde, die Petition zu verbreiten: https://weact.campact.de/petitions/containern-ist-kein-verbrechen-1

Wir schauen gespannt auf das bevorstehende Ereignis. Gemeinsam mit unseren Anwält*innen Susanne Keller und Max Malkus und der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) arbeiten wir an einer Verfassungsbeschwerde. Am Freitag, den 8. November um 12 Uhr werden wir gemeinsam die Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe persönlich einwerfen. Zu diesem Anlass wird eine Kundgebung ab 11 Uhr vor Ort am Schlosspark (gegenüber dem Bundesverfassungsgericht) stattfinden, in der wir für unser Anliegen an die Öffentlichkeit treten werden. Wir laden euch herzlich dazu ein, an diesem Tag dabei zu sein – als Teilnehmer*innen oder Mitorganisator*innen.

Solidarische Grüße,

Caro & Franzi

mail: olchis-containern_1@riseup.net
blog: http://olchiscontainern1.blogsport.de

Bericht zum Revisionsurteil: https://www.br.de/nachrichten/bayern/containern-ist-diebstahl-urteil-gegen-studentinnen-bestaetigt,ReqxuaZ

GFF: www.freiheitsrechte.org

RA Malkus: http://liebknechthaus.lawyer/de_DE
RA Keller: http://www.rechtsanwaltskanzlei-aust-keller.de/

Was macht die GFF? Die Gesellschaft für Freiheitsrechte e.V. koordiniert und finanziert Gerichtsverfahren, um Grund- und Menschenrechte gegen staatliche Verletzungen zu verteidigen. Die GFF setzt sich mit ihren ersten Verfahren beispielsweise für die informationelle Selbstbestimmung, die Informationsfreiheit und die Pressefreiheit ein. Zudem streitet sie für die Freiheit von Diskriminierung. Sie bringt dafür geeignete Kläger und Klägerinnen mit exzellenten Juristen und Juristinnen zusammen, um gemeinsam gerichtlich gegen Rechtsverletzungen vorzugehen. Zu den aktuellen Projekten zählen Klagen gegen die Massenüberwachung von Flugpassagieren und Verfassungsbeschwerden gegen den massenhaften Einsatz von Staatstrojanern, zuletzt im neuen Polizeigesetz in Baden-Württemberg, aber auch die Klage einer Journalistin gegen Entgeltdiskriminierung.“

meine aktuelle Blogempfehlung:-)

LaKunabi mit von der Partie beim morgigen Klimatag :-)/ PeTition/ XR

Zuvor möchte ich Euch aber noch auf diese Petition aufmerksam machen : “ Im Namen des Verbraucherschutzes fordern wir den Bundestag auf, das durch die Herstellung emittierte CO2e (CO2 und äquivalente Treibhausgase) auf allen in Deutschland vertriebenen Lebensmitteln verpflichtend zu kennzeichnen. Sollte die Regierung meinen, dieser Forderung nicht auf nationaler Ebene nachkommen zu können, erwarten wir, dass sie sowohl eine Pflichtkennzeichnung auf europäischer Ebene anstößt als auch – übergangsweise – eine freiwillige Kennzeichnung in Deutschland umsetzt. “ Würde mich sehr freuen, wenn Ihr sie auch unterschreiben und weiterverbreiten würdet – Danke! Meiner Ansicht nach ist eine solche Kennzeichnung längst überfällig und nötig, damit VerbraucherInnen leichter verantwortungsvolle Entscheidungen treffen können!

„Klimaschutz duldet keinen Aufschub mehr! Du willst Dich informieren, Gleichgesinnte kennenlernen oder sofort aktiv werden? Hier bist Du richtig. Bei uns stellen sich viele der Berliner Gruppen und Organisationen vor, die sich für Klimaschutz einsetzen. Vom Verkehrsbereich über die Bereiche Abfall und Zero Waste bis hin zu den Auswirkungen der Klimakrise auf Gesundheit oder das Ökosystem.
Wir freuen uns auf Dein Kommen – denn Klimaschutz geht nur gemeinsam! Wir. Zusammen. Jetzt.
50 Berliner Gruppen, Vereine und Initiativen

mit umfangreichem Programm:
Workshops Vorträge • Infostände • Kaffee & Kuchen • sitzen, quatschen, diskutieren • Leute kennenlernen • Ausstellungen • Börse fürs Mitmachen und Engagement • Kinderprogramm • Eintritt: frei

5

VOLLGUTLAGER • Rollbergstr. 26 • 12053 Berlin-Neukölln • Areal der Alten Kindl Brauerei“

Würde mich sehr freuen, Euch dort wieder zu sehen oder ggf. kennen zu lernen 🙂

Außerdem möchte ich Euch einen mir sehr wichtig erscheinenden Text aus meinem Netzwerk nicht vor enthalten – auch weil ich immer wieder meiner Ansicht nach nicht zutreffende Einschätzungen und Behauptungen zu XR in den diversen Medien lese und höre, zu denen dieser Text schafft, ein Gegenbild zu schaffen.

Eine spannende Lektüre und ein entspanntes Wochenende wünscht Euch,

Carla (Aka LaKunaBi 😉

„Liebe Klimagerechtigkeitsbewegte,

ich wollte kurz etwas teilen, was ich sehr belastend fand, als ich es mitbekommen habe. Ich spreche hierbei nur für mich! Wie vielleicht einige mitbekommen habe, hetzt Jutta Ditfurth ja seit Wochen gegen Extinction Rebellion. Sie mischt hierbei einzelne gerechtfertige Kritikpunkte, welche eine konstruktive Diskussion wert wären (und diese auch geführt wird) mit einem großen Haufen von Falschinformationen und Polemik.

Seit ihrer ersten Twitterposts versuchen verschiedene Menschen von XR Jutta Ditfurth zum Gespräch einzuladen. Per Mail, Twitter, auf allen Kanälen. Ohne Erfolg! Jutta Ditfurth ist nicht gesprächsbereit, möchte nicht kritisch hinterfragen, Standpunkte austauschen und gemeinsam diskutieren. Stattdessen bleibt sie bei ihrer Twitterscreenshot-Kritik. Gestern haben sie einige Personen auf der FFF-Demo in Jena nett und offen angesprochen, um wiederholt ein Gesprächsangebot zu unterbreiten. Leider nochmals keine Chance! Jutta Ditfurth kündigte an, so wortwörtlich, XR zu „zerschlagen“ und hat desweiteren angekündigt noch einiges mehr zu unternehmen in den nächsten Wochen.

Mein Anliegen: Diskutiert die Kritik an UND Solidarität mit XR. Denn auch wenn XR eine sehr widersprüchliche Bewegung ist, welche in vielen Punkten kritisch zu sehen ist, möchte ich vor Spaltungstendenzen zu warnen und weiter in lebendiger Diskussion zu bleiben! Viele der Punkte von Ditfurth sind reine Diffamierung, ohne Belege, ohne realen Bezug. Und die wichtigen konstruktiven Kritikpunkte werden aktuell innerhalb von XR lebendig diskutiert. z.B.

– Die Aufnahme einer vierten Forderung zum Thema Klimagerechtigkeit und koloniale Machstrukturen, sowie Klassenverhältnissen wird aktuell diskutiert. Hier der spannende Impuls: https://www.facebook.com/669878010051366/posts/914196068952891/
– Auch wenn diese Diskussion das Verhältnis zur Polizei tatsächlich auch beinhaltet, ist ein wichtiger Reflexionspunkt von XR Deutschland der Umgang mit dem Thema Polizei und Polizeigewalt, sowie die zukünftige Verortung im Rahmen der Proteste.
– Fehler wie späte Solidarisierung mit anderen Bewegungen, Datenschutzproblematik, gewisse Aktionsvorfälle (XR Hamburg) und problematische Zusammenarbeit (XR Frankfurt) wurden zugegeben und sich distanziert. Meist waren dies Fehler aufgrund von mangelhafter Informationsbeschaffung oder Verantwortungvergabe.
– Nach den Fehlern wurden menschenverachtende Einstellungen wie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus etc. stärker benannt und sich davon distanziert.
– Solidarität mit Rojava wurde sogar in der Rebellion Week am 9. Novemberg gezeigt.

Für mich bedeutet das: XR hat bewiesen, dass sie lernfähig, diskussionsbereit, offen sich selbst in Frage zu stellen und bereit sich weiter zu entwickeln sind! Viele Ortsgruppen haben gelernt und beginnen sich stärker mit lokalen Strukturen zu vernetzen und bspw. für die Ende Gelände Aktion in der Lausitz zusammen zu arbeiten. Auch wenn sich noch einiges ändern muss, sehe ich hierbei die Chancen. Denn wir dürfen nicht vergessen:

– Es gibt aktuell keine global noch stärker wachsende Bewegung, die massenhaften zivilen Ungehorsam breiterer Bevölkerungsschichten plant und tatsächlich möglich macht
– XR hat spannende Ansatzpunkte. Die Bürger*innenversammlung als Alternativmodell zu den ständigen Befriedungstaktiken der Kommission (Kohle, Verkehr etc.) könnte ein spannendes realpolitisch Konzept sein, um die Klimagechtigkeitsbewegung endlich realpolitisch wirksam zu machen. Die Ergebnisse aus anderen Ländern zeigen das unmissverständlich und eindeutig. Das muss natürlich noch diskutiert werden, aber es ist ein spannender Ansatz.
– XR politisiert und radikalisiert neue Personengruppen für die Klimagerechtigkeitsbewegung.
– XR ist eine unabhängige Grasswurzelbewegung, dezentral organisiert, nicht zentral gesteuert. Dadurch können wir durch lokale Debatten mit den ansäßigen Ortsgruppen einen gemeinsam basisdemokratischen Weg einer vielfältigen Klimagerechtigkeitsbewegung beschreiten.
– XR stellt die Systemfrage und hat aktuell die radikalsten Einsparziele, welche 1,5 Grad bei der Einhaltung tatsächlich beinhalten würden. (FFF Forderungen würden 1,5Grad Ziel sprengen)

So, jetzt reicht es mit meinem Impuls. Hoffentlich könnt ihr die Bedenken nachvollziehen. Für interessierte unten ein Text, welcher Jutta Ditfurths Behauptungen ausführlich bespricht.

Frohes Schaffen und wir sehen uns auf der Straße!
M.




+++++ Ab hier der Text zu Jutta Ditfurths Behauptungen +++++



Endlich wieder Spaltung!

Ein Einordnung aus Bewegungsperspektive auf Extinction Rebellion und die Behauptungen von Jutta Ditfurth

Vorwort:

Jutta Ditfurth möchte die Klimabewegung spalten. Oder sie braucht einfach nur Aufmerksamkeit für ihre neues Buch und ihre Lesungen. Das würde aus ökonomischer Interessenperspektive mehr Sinn ergeben. Aber ich möchte darüber hier nicht spekulieren, sondern einen Faktencheck und Perspektivwechsel auf ihre Behauptungen ermöglichen. Wichtig ist: Jutta Ditfurth steht weiterhin nicht zum persönlichen Gespräche bereit. Guter Qualitätsjournalismus arbeitet normalerweise mit Interviews. Mit direkter Konfrontation der Kritik und der möglichen Reaktion. Aber das möchte Jutta Ditfurth nicht. Ich würde wirklich sehr sehr gerne mit persönlich Jutta Ditfurth sprechen und mich über die Kritik austauschen. Nur leider möchte sie das nicht!

Ihr Quellenlage besteht aus einzelnen Twitterposts und Artikeln, die ihre eigene Sicht der Dinge bestätigen. Aus diesem Grund möchte ich eine alternative Bewertung der Situation liefern, damit ihr euch selbst eine Meinung bilden könnt.

Meine Sprechposition:

Hallo! Ich war bei Ende Gelände aktiv gewesen und ich finde das natürlich immer noch klasse! Nach der Koko-Desaster wollte ich jedoch etwas neues machen und XR brauchte Support von erfahrenen Bewegungsaktivist*innen. Meine persönliche politische Einstellung ist klar links. Ich sehe das Parteiensystem als notwendiges Übel um reale politische Errungenschaften zu erkämpfen. Der Druck der Straße ist für mich aber essentieller. Gleichzeitig glaube ich, dass die deutsche Linke zu oft über Spaltung, Abgrenzung und Denunzierung kritisiert statt solidarische Kritikpunkte für Zusammenarbeit formuliert, um eine vielfältige Bewegung zu stärken.

Ich beobachte XR seit den Protesten im Oktober 2018 und bin seit März 2019 auch mit internen Strukturen in der Ortsgruppe Leipzig vertraut. Zudem habe ich in diesem Zeitraum auch Einblicke in einige nationale Arbeitsgruppen bekommen und war bei einigen OGs zu Besuch.

1. Behauptung:

XR ist keine »gewaltfreie Klimabewegung« sondern eine religiöse-gewaltfreie esoterische Sekte, welche an die Apokalypse der baldigen »Auslöschung der Menschheit« glaubt und »Selbstaufopferung« empfiehlt.

Antwort:

Dies kann nur als polemische und haltlose Denunzierung bezeichnet werden. Es gibt absolut keine Belege für Sektenstrukturen, religiöse Tendenzen oder ähnliches. Ein Blick auf dem Webseite genügt, um zu merken, dass sich die Bewegung hauptsächlich auf wissenschaftliche Forschung bezieht. Auf der internationalen Webseite gibt es sogar ein kritisches Statement zum Umgang mit Spiritualität in der FAQs.

Hintergründe:

Religiösität habe ich tatsächlich selbst noch nie erlebt. Die Treffen sind wie in allen politischen Basisgruppen. Nur habe ich anderen Politgruppen noch nie so viele ältere Menschen, Kinder und Menschen in geregelten Beschäftigungsverhältnissen gesehen, was aus linker Perspektive immer „bürgerlich“ genannt wird. Das finde ich jedoch ziemlich gut. Es gibt eine Vorstellungsrunde, eine Moderation, es wird auf Redeanteile nach Gender und Häufigkeit geachtet, es gibt Kleingruppenphasen, um direkten Austausch möglich zu machen, es werden konkrete Verantwortlichkeiten und Aufgaben benannt und so weiter.

Tatsächlich sind mir Esoterik oder auch Spiritualität einmal bei einem Besuch in der Hamburger Ortsgruppe begegnet. Das fand ich auch ein sehr befremdlich. Ich habe aber nach einigem Nachfragen gemerkt, dass das von einzelne Personen ausgeht und nicht eine Gruppentendenz darstellt. Bei einem anderen Besuch wurde das bestätigt und es lief quasi wie bei der OG in Leipzig. Spannend: Auch in Leipzig wollte irgendeine Person eine Untergruppe/Erfahrungsgruppe zum Thema „Spiritualität“ gründen. Dort hat sich aber keine*r gemeldet, sodass das bisher nicht zustande gekommen hast.

Vielleicht stört sich Jutta Ditfurth daran, dass wir nicht uns davon nicht abgrenzen. Tatsächlich ist es jedoch so, dass wir die individuellen religiösen, spirituellen oder esoterischen (wie es auch heißen soll) Neigungen einer Person nicht zum Anschluss einer Person nutzen wollen. Da halten wir uns tatsächlich ans Grundgesetz. Es soll keine Person wegen ihrer religiösen Anschauungen ausgegrenzt werden, sofern diese Anschauung natürlich mit unseren Prinzipien, Forderungen und den Menschenrechten vereinbar sind. Menschenverachtende Meinungen tolerieren wir nicht! Auch das ist eines unserer zehn Grundprinzipien.

Nach dem Durchstöbern von wissenschaftlichen Sektendefinitionen habe ich gemerkt, dass Jutta Ditfurth auf keinen Fall wissenschaftlich argumentiert haben kann hierbei. Sekte verwendet sie wohl eher mit Rückgriff auf die oberen Begrifflichkeiten denunzierend als religiöse Gruppe, die „gefährlich“ ist. Auf Religiosität bin ich eingangen. Unter Gefahr fühle ich mich nicht wirklich. Und Zwang erfahre ich auch nicht. Im Sommer war ich drei Monate nicht aktiv. Typisches aktivistisches Sommerloch. Keine Person zwang mich hierbei irgendwas. Eigentlich war es so wie immer in politischen Basisgruppen. Alle Wandern oder in Griechenland.

– Apokalypse und die „baldige Auslöschung der Menschheit“. Das hat sich leider nicht XR ausgedacht. Nur die drei ersten google-Treffer zu wissenschaftliche Studien:

Prof. Schellhuber: https://www.klimareporter.de/erdsystem/stirbt-die-menschheit-aus

Australische Forschergruppe: https://www.focus.de/wissen/klima/klimakatastrophe-forscher-sehen-menschheit-mitte-des-jahrhunderts-am-ende_id_10802940.html

Und eine weitere klassische „verschwörungstheoretische Sekte“, die vor dem Aussterben warnt:

→ die EU: https://utopia.de/eu-studie-warnt-aussterben-menschheit-134586/

Und davon gibt es sogar noch mehr! Das sind Szenarien, die Wissenschaftler*innen an Computermodellen durchgespielt haben. XR greift diese als potentielle Gefahr auf und warnt vor diesen, da sie in der Zivilbevölkerung nicht Anklang finden. Das Problem ist aktuell noch „die Migration“ bspw., aber nicht die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. XR „glaubt“ nicht an Auslösung der Menschheit. XR WARNT vor dieser, da die Möglichkeiten in viele Studien in Betracht gezogen wird. Kurzes Gedankenexperiment: Wenn ein Medikament die Möglichkeit beinhaltet die Menschheit auszulöschen, dann würden wir es verbieten. Das Vorsorgeprinzip! Aber in Bezug auf die Klimakrise handeln wir mit Nachsorgeprinzip! Leider.

#Endzeitsekte war auch der Hashtag von Beatrix von Storch. Wenn sich (um mich mal dem links-rechts-Schema von Jutta Ditfurth zu bedienen) links und rechts so einig sind, dann würde ich gerne mal die Frage nach der Querfront neu aufwerfen.

2. Behauptung:

XR schürt Emotionen, die den Verstand vernebeln, wenn sie z.B. behaupten »Wir sind die letzte Generation der Menschheit vor der Auslöschung«.

Antwort:

Zur Auslöschung der Menschheit habe ich mich in der ersten Behauptung geäußert. Diese Meldungenkommen nicht von XR, sondern von wissenschaftlichen Studien. XR hat sich das nicht ausgedacht. Emotionalisierung ist ein Element in fast allen sozialen Bewegungen. In Bilder und Videos versuchen auch andere Umweltbewegungen wie Fridays For Future und Ende Gelände Emotionen zu vermitteln, um das Thema Klimakrise fühlbar zu machen. In diesem Video von Ende Gelände ist sogar eine Träne zu sehen, die auf den Boden fällt: https://www.youtube.com/watch?v=_8Q3W5nT6QY Mich bewegt das, viele bewegt das und ich finde das gut.

Hintergründe:

Tatsächlich arbeitet XR viel mit der Emotionalisierung von gewissen Themen, um sie für Menschen greifbar zu machen. Vor allem beim Thema Klimakrise finde ich das sehr hilfreich. Endlich haben wir eine Bewegung, die versucht die Klimakrise erfahrbar zu machen. Jahrelang war ein zentrales Problem, dass das Thema nicht genug mit Emotionen belegt werden konnte. Von rechts wurden und werden Emotionen dauerhaft erfolgreich verwendet, um Hass zu schüren. Bspw.: Angst vor dem Migrant (hier absichtlich männlich).

Politik ist aktuell viel ein Kampf von Problemkonstruktionen. Horst Seehofer versucht nun wieder vor einer noch größeren „Flüchtlingswelle“ zu warnen. Wir wollen eine andere Problemkonstruktion: Das Problem sind nicht die Menschen, die hier herkommen, sondern die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen. Das betrifft sehr viele Menschen, die nach Europa fliehen. Menschen, die von dieser Zerstörung bereits betroffen sind. Diese würden sich wünschen, dass die Emotionalisierung ihrer Lebensumstände endlich bei den Menschen in Deutschland ankommt und sie Mitgefühl und Empathie bekommen statt den rechten Hass zu spüren.

Das Wort der „Verneblung“ zeigt wie schon bei dem Wort „Sekte“ die denunzierte Zuspitzung der Worte Jutta Ditfurths. Ein rationaler Diskurs auf Augenhöhe wird verhindert, abgeblockt und in Spaltungsrhetorik umgewandelt. Das finde ich sehr unfair.

3. Behauptung:

XR bezieht sich ideologisch u.a. auf Ghandi. Der war keineswegs gewaltfrei. Vergewaltigte Frauen waren für ihn keine Menschen mehr. 1938 forderte er die Jüdinnen und Juden in Deutschland auf, sich »gewaltfrei« in die Messer ihrer Schlächter zu stürzen und kollektiv Selbstmord zu begehen. Auf keinen Fall dürften jüdische Menschen sich wehren.

Antwort:

Die Behauptung, Ghandi wäre ein zentraler Bezugspunkt von XR ist falsch. Richtig ist: Ziviler Ungehorsam ist ein Kernelement von XR. Und in diesem Rahmen wird oft gesagt, dass Ziviler Ungehorsam eine lange Tradition von gesellschaftlicher Veränderung hat. In diesem Rahmen werden meist Ghandi und Martin Luther King genannt und niedrigschwellig Beispiele zu nennen, die wirklich fast jede Person kennt und dadurch nicht Personen auszuschließen. Zudem sind die Beispiele anschlussfähig und haben Strahlkraft. Eine großere Rolle spielt Ghandi nicht. Er wird quasi nur im Rahmen von Ziviler Ungehorsam als Beispiel benutzt, mehr nicht!

Zudem ein Perspektivwechsel: Die queerfeministische Theorie stützt sich immer noch viel auf die theoretischen Errungenschaften von Judith Butler. Letztere unterstützt zuweilen BDS-Kampagnen. Das finde ich höchst problematisch. Gleichzeitig frage ich mich, ob ich nun ihre Bücher, die vielen schlauen Gedanken, die Erkenntnisse als unbrauchbar in den Müll werfen soll und niemals einen Bezug zu ihr herstellen sollte. Dies ist bewusst als offene Frage formuliert, weil ich das wirklich schwierig finde. Aus diesem Grund nochmal: Ghandi spielt keine Rolle bei XR. Er dient zuweilen als Randnotiz für ein Beispiel von Zivilem Ungehorsam.

4. Behauptung:

XR ist keine Graswurzelbewegung, sondern ein hierarchisches Modell. Gegründet wurde XR in England. In Deutschland wurden viele Gruppen von Anleiter*innen aufgebaut, zum Teil in der Manier esoterischer Sekten.

Antwort:

Entweder hat Jutta Ditfurth nicht recherchiert oder sie möchte bewusst Falschinformationen streuen. XR hat drei Forderungen und zehn Prinzipien auf die sich alle Gruppen weltweit als gemeinsame Klammer, als eine Bewegung berufen. Und zwei der zehn Prinzipien von XR sind Dezentralität/Autonomie und eben Hierarchiefreiheit. Das sind zwei unserer Grundwerte, worauf sich alle Gruppen beziehen. Zu behaupten, dass XR hierarchisch sei, ist damit wirklich komplett absolut haltlos oder gar eine Lüge, die Jutta Ditfurth verbreiten möchte.

Hintergründe: Als Ortsgruppe in Leipzig können wir im Rahmen der Forderungen und der Prinzipien machen was wir wollen. Die gemeinsamen Aktionstage ab 7. Oktober wurden in einem zweimonatigem Prozess international mit Feedbackloops ausgetüftelt. Der erste Vorschlag des 27. September, welcher von England kam, (da stand der Klimastreik am 20.09 noch lange nicht fest) wurde von einige Ländern abgelehnt, sodass es letztendlich der 7.10 wurde.

Natürlich läuft es bei einer solch riesigen Organisation nie komplett hierarchiearm ab. Aus diesem Grund ist es immer ein Anspruch, dem wir hinterher laufen. Jedoch erscheint mir XR hierarchieärmer als Fridays For Future. Und auf nationaler Ebene sogar noch hierachieärmer als Ende Gelände. Das ist mein persönlicher Eindruck, da die Strukturen viel viel offener sind. Dadurch leichter zugänglich und für mich hierarchieärmer.

5. Behauptung:

XR kooperiert und wird auch finanziert von Kapitalfraktionen, die ein Interesse an einer manipulierbaren Klimabewegung haben, die bei der PR, der Vermarktung und der gesellschaftlichen Durchsetzung vermeintlich umweltfreundlicher Produktionslinien und politischer Projekte nützlich sind.

Antwort:

Vorab: Ich habe ja gehoffe, dass zumindest Jutta Ditfurth befreit sei von Verschwörungstheorien alá „Das Kapital steckt hinter Extinction Rebellion“. Natürlich spiele ich hierbei auf die grundsätzliche Problematik solcher Argumente, insbesondere mit deutschem Hintergrund an. Auf verschwörungstheoretische Weise ohne klare Belege „das Kapital“ hinter einer sozialen Bewegung vermuten, finde ich von der argumentativen Grundstruktur äußerst problematisch.

Hintergründe:

Große Organisation brauchen immer Geld. Insbesondere für Großproteste. Das ist bei Fridays for Future nicht anders als bei Ende Gelände oder XR. Für Geld braucht es Rechtsformen. In England wurde aus diesem Grund eine Limited gegründet. In Deutschland werden bestehende Vereinsstrukturen genutzt. Die englische Limited hat finanzielle Ressourcen aus verschiedenen Quellen. XR ist hierbei äußerst transparent, hier ist alles dargestellt: https://docs.google.com/document/d/1uECIlfoDe2VsCUzNccv2adcSzR8BmU3pnz0RTFpE418/edit#heading=h.326v7hg2qld0

Ein Wrap-Up: Ein großer Teil sind einfach Spenden von Menschen, die XR super finden. Ein anderer Teil sind auch Spenden von Großgeldgeber*innen und Unternehmen. Durch die Dezentralität und die Autonomie bleiben wir immer zu 100% unabhängig. Ich persönlich spüre keinen Einfluss von irgendeiner anderen Organisation oder Lobbys. Zudem gab es eine Ausschüttung des Climate Emergency Funds an XR. Ein unabhängiger Fund, dessen Kurator*innen (klimapolitische Persönlichkeiten, denen ich zumindest vertrauen schenke) entscheiden welche Projekte die Gelder bekommen. Dort hat nicht nur XR Geld bekommen, sondern sehr sehr viele andere Organisationen. In vielen Ortsgruppen gab es Diskussionen, ob das Geld angenommen werden sollte. In diesem Punkt stimme ich mit Roger Hallam überein. Er führt es in diesem Video genau aus: https://www.youtube.com/watch?v=UbHHv06QVBs

Ich betone: Das Wichtigste ist doch nur, dass wir unabhängig bleiben! Das ist bei XR klar gegeben. Sodass ich aktuell keine Lenkung das „das Kapital“ sehe. Wenn wir hier verschwörungstheoretisch etwas herbei konstruieren finde ich sehr bedenklich.

6. Behauptung (Wiederholung)

XR will nicht aufklären sondern Stimmung schaffen. XR setzt auf Hyperemotionalisierung und ist intellektuellenfeindlich. Dafür wird gemeinsam geweint und meditiert.

Antwort:

XR wurde von Bewegungsforscher*innen in Großbritannien gegründet, die sich weltweit soziale Bewegungen und Proteste angeschaut haben, um daraus eine internationale Bewegung zu formen, die das Potential hat weltweiten Systemwandel gegen die Klimakrise möglich zu machen. Zu sagen, XR sei „intellektuellenfeindlich“ ist kontrafaktisch, schlecht recherchiert oder einfach nur denunzierend.

Zudem vgl. 2. Behauptung in Bezug auf Emotionalisierung.

7. Behauptung (Wiederholung)

XR zielt vor allem auf junge Leute und emotionalisiert sie. XR versucht rauschhafte Ängste vor der Zukunft zu erzeugen und spricht von der Bereitschaft der »Selbstaufopferung«.

Antwort:

Ich habe bei XR noch nie so viele alte Menschen in der Klimabewegung getroffen. Vor allem im Blick auf die großen Bewegungen Ende Gelände und Fridays For Future erscheint mir XR vom Alterdurchschnitt viel älter. XR zielt sogar bewusst auf ältere Menschen, um zivilen Ungehorsam nicht jung und militant wirken zu lassen, sondern als bürgerliche Pflicht aus der Mitte der Gesellschaft. Dies soll die Aktionform anschlussfähiger machen, sodass die Bewegung weiter wächst. So ist das in zahlreichen Vorträgen von XR-Aktiven online auch nachvollziehbar.

PLUS: Vgl. Behauptung 1 & 2 zu Selbstaufopferung und Emotionalisierung

8. Behauptung:

XR will möglichst viele Aktivist*innen ins Gefängnis bringen. XR übernimmt selbst nicht die Verantwortung für die Gefangenen. In Berlin wird die Telefonnummer des Ermittlungsausschusses (EA) der linken Szene verbreitet, obgleich man die Linke bekämpft.

Antwort:

XR möchte nicht Menschen ins Gefängnis bringen. XR agiert mit Zivilem Ungehorsam als Strategie. Also auch mit der Bereitschaft, dass sich Menschen zeitweise verhaften lassen und ein Zeichen zu setzen, so funktioniert Ziviler Ungehorsam eben. Das ist bei anderen Bewegungen nicht anders. Auch bei Ende Gelände muss die Bereitschaft da sein bzw. die Menschen müssen darauf vorbereitet sein. Wenn sie das nicht wollen, können sie gerne andere Protestformen nutzen. Keine Person wird bei XR zu etwas gezwungen.

WICHTIG: XR bekämpft keine Linke! XR will sind blos nicht klar „links“ positionieren!

Hintergründe:

Hier muss „links sein“ und „links positionieren“ unterschieden werden. XR will sich nicht links positionieren. Das hat den einfachen Grund, das diese aufgeladenen politischen Labels eine Barriere für Menschen darstellen: „Links sein“ oder sich „links positionieren“ ist klar ideologisch aufgeladen, tendentiell eher für bereits politisierte Menschen ein Konzept und zudem kein einheitlich verstandenes Konzept. Eines der zentralen XR Prinzipien ist „Alle sind willkommen – so wie sie sind!“ mit dem Zusatz „Wir haben aktiv daran ein geschütztes und zugängliches Umfeld zu schaffen!“. Das bedeutet: Diskriminerung und menschenverachtende Einstellungen haben in XR keinen Platz, da dies kein geschütztes und zugängliches Umfeld darstellt. Genauso wollen wir dauerhaft Barrieren abbauen, die in linken Kontexten unter dem Begriff „linke Szenecodes“ laufen. „Links sein“ als Selbstdefinition gehört dazu auch.

Menschen müssen nicht „links sein“ um bei XR mit zu machen. Menschen müssen sich nicht „links positionieren“. Sie sollten die XR Prinzipien achten und XR Forderungen gut finden. Und in den Prinzipien sind menschenverachtende Einstellungen, Diskriminierung und ähnliches ausgeschlossen. In den XR Forderungen sind radikaler Klimaschutz mit radikaldemokratischen Forderungen zusammengedacht. (Bürger:innenversammlungen -> NICHT Volksentscheid!) Wenn ich auf die Prinzipien und Forderungen von XR schaue, dann sind sie tendentiell „linker“ als „rechter“… Ist XR dadurch links?

Die Frage ist, ob es wichtig ist und eine Rolle spielt… Anm.: Ich verstehe übrigens nicht, warum es absolut okay ist, dass FFF sich nicht links positioniert und sich alle Klimagruppen FFF fast schon anbiedern, aber bei XR es unbedingt eingeordnet werden muss. Das ist echt noch eine offene Frage bei mir.

9. Behauptung:

Alle dürfen bei XR mitmachen, auch »Rechte«. Co-Gründer Roger Hallam sagt außerdem: »Anders als klassische linke Bewegungen schließen wir niemanden aus, auch jemand, der ein bisschen rassistisch oder sexistisch ist“.

Antwort:

Hier wurde wieder ein Zitat einer Einzelperson aus dem Kontext gerissen. Ein Blick in die DNA, die Grundwerte von XR auf der Webseite genügt um zu sehen, dass die Behauptung haltlos ist. Denn Menschen, die bei XR aktiv werden wollen, müssen die XR Prinzipien, unsere Werte achten, sonst können sie nicht unter dem Label XR handeln.Dies können hier nachgelesen werden: https://extinctionrebellion.de/wer-wir-sind/prinzipien-und-werte/

Zitat: „Verhalten, das Rassismus, Sexismus, Antisemitismus, Islamophobie, Homophobie, Behindertenfeindlichkeit, Klassendiskriminierung, Altersvorurteile und alle anderen Formen der Diskriminierung, einschließlich beleidigender Sprache, aufweist, akzeptieren wir weder persönlich noch online.“

Hintergründe: Menschenverachtende Einstellungen wie Rassismus und Sexismus werden nicht geduldet! Punkt. Das ist Diskriminierung und wird angesprochen, besprochen und wenn nötig auch geahndet. Und hier kommt vielleicht der zentrale Unterschied zu vielen eher linken Organisationen ins Spiel.

Antirassismus/Antisexismus wird sich dort oft als Haltung und Label auf die Fahne geschrieben und gesagt: Das wird nicht toleriert! Wir sind nicht so! Meist: „Wir sind Antirassistisch, Anti…etc.“ Ein Label eben, denn gleichzeitig wissen wir, dass echt schwer / kaum möglich ist, frei von rassistischen Stereotypen und sexistischen Verhalten in Gruppenprozessen zu sein. XR nutzt diese Labels (Antisexismus/Antirassismus) bewusst nicht, da diese Labels konnotiert sind und eine Grenze darstellen für Leute, die eine gewisse Sprache, ein gewissen Verhalten noch nicht verinnerlicht haben. Was aber sehr wohl genutzt wird und in den Prinzipien enthalten ist, ist DIE PRAXIS. Wenn Menschen diskriminierende Sprache verwenden, dann wir das angesprochen, sodass die Personen einen Lernprozess bestreiten können. Und darum geht es doch: Lerneffekte zu erreichen!

In diesem Kontext lässt sich auch das oft verbreitete Gerücht „ein bisschen rassismus ist okay“ lesen. Es müsste heißen: „Ein bisschen Rassismus wird immer wieder in Gruppenkontexten vorkommen, aber wir tolerieren es NICHT stillschweigend, sondern sprechen das klar an und regen damit zu Selbstreflexion an.“ Das ist für mich eine antirassistische/antisexistische Praxis. Für Fehler/unangebrachte Sprache/Verhaltensweisen sensibel sein und diese klar benennen, aber sich nach außen nicht mit grenzaufbauenden Labels schmücken, welche meist ja sowie nicht erfüllt werden. Ich kann verstehen, dass das Bedürfnis nach „Haltung“ groß ist in den aktuell Zeiten. Meineserachtens ist es jedoch nicht strategisch sinnvoll. Diese Haltung wirkt oft auch für viele abschreckend, die sich der „polical correctness“ noch nicht stellen können. Dieser Widerspruch lässt sich meineserachtens auch nicht adequat auflösen.

10. Behauptung:

XR ist nicht gegen Atomenergie. Alle Nachfragen werden mit dem Hinweis auf noch zu gründende »Bürgerversammlungen« beantwortet, an denen »jeder« teilnehmen könne und die dann in noch ungeklärter Weise die Regierungen beraten sollen.

Antwort:

Es ist das eine, das hier ein absurdes Beispiel konstruiert wird, wenn wir uns die aktuellen Umfragewerte zu Atomenergie anschauen. Nur 5% sind voll und ganz dafür. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/196207/umfrage/meinung-zum-gebrauch-von-atomenergie-in-deutschland/

Hintergründe:

Natürlich ist eine Bürger:innenversammlung keine Umfrage. Aber ein radikaldemokratisches Instrument, welches von den Politikwissenschaften empfohlen wird, um die Hülle der aktuellen Demokratie wieder zum Leben zu füllen. Seit Jahren haben wir das Problem, dass unsere Proteste im Sand verlaufen, da immer wieder Kommissionen eingesetzt werden. Die Kohlekommission ist das aktuellste und beste Beispiel. Als Bewegung schaffen wir es scheinbar nicht unseren Protest realpolitisch wirksam zu machen. Bürger:innenversammlungen statt Kommissionen könnte eine schlaue Strategie diesbezüglich sein.

In Irland, einem urkonservativen Land, wurde mit einer Bürger:innenversammlung das Abtreibungsgesetz reformiert!!! Entscheidungen von Bürger:innenversammlungen haben eine höhere Akzeptanz in der Bevölkerung, auch wenn sie radikalere Schritte beinhalten. Die Modellversuche sprechen aktuell eine deutliche Sprache. Natürlich ist das ein Versuch! Aber besser als weiterhin die parlamentarische Demokratie mit letzten Beatmungsversuchen der Demokratieförderung am Leben zu halten.

11. Behauptung:

XR arbeitet eng mit der Polizei zusammen. Für die morgigen Aktionen in Berlin hat XR Polizisten in die eigenen »XR-Deeskalationsgruppen« aufgenommen.

Antwort:

Das ist richtig. XR arbeitet mit der Polizei zusammen. Ob wir diese Zusammenarbeit mit „Polizisten in die eigenen XR-Deeskalationsgruppen aufgenommen“ beschreiben muss, sei dahingestellt. es gibt XR-Deeskalationsteams, welche mit der Polizei reden und diese Informationen dann in die Blockade tragen. Dort wird dann gemeinsam entschieden, wie mit den Informationen umgegangen werden soll. Diese Teams sollen Menschen vor einer Eskalation durch die Polizei auch schützen und gleichzeitig mit Verhandlungen treten. Klassischerweise der*die Polizeikontakt auf linken Protestveranstaltung.

Hintergründe: Nur soll das eben etwas anders – ich würde sagen: Strategischer statt moralisch ablaufen. Konkret heißt das auch: Polizeifreundlicher statt polizeifeindlicher.

Vorab: Ich habe selbst Polizeigewalt erlebt und sende solidarische Grüße alle Menschen, die eigene Umgangsweisen damit gefunden haben oder noch finden müssen. Das Thema ist sehr sehr kompliziert und mit Emotionen versehen. Ich habe für mich jedoch entschieden ein strategisches Verhältnis zur Polizei aufzubauen und KEIN moralisches ablehnendes. Was das bedeutet wird in diesem Video von Roger Hallam beschrieben: https://www.youtube.com/watch?v=zVBKp0gQDTs

Das Video geht ca. 18 Minuten und ich kann deswegen nicht auf alle Aspekte eingehen. Der Grundpunkt: Es bringt mir im Aktivismus nichts, wenn ich die Polizei als Gegner*in konstruiere – die Individualität von Polizist*innen abspreche und auf „die gewaltsame Polizist*in“ verallgemeinere – und dementsprechend handele. Es ergeben sich gleichzeitig einige strategische Vorteile in einer bereichsweise funktionierenden Kooperation mit der Polizei. Moralisch kann ich die Abneigung sehr gut nachvollziehen. Aber dieses Argument bringt mir nichts, wenn ich beispielsweise das Ziel habe, dass der Protest in Berlin ab 7. Oktober von einem großen Teil der Bevölkerung unterstützt werden soll. Bitte schaut euch für mehr das Video an! Dort ist alles erklärt 🙂

12. Behauptung:

XR hat versucht, alle möglichen Teilnehmer*innen seiner Aktionen in einer »Rebel Survey« nach der Bereitschaft zu politischer Radikalität, Mitgliedschaft in politischen Gruppen usw auszufragen. Nach heftiger Kritik wurden Teile der personalisierten Daten angeblich gelöscht.

Antwort:

Hier habe ich eingeschränkte Zustimmung. Das ist ein berechtigter Kritikpunkt. Bevor ich diese Behauptung aber zustimme, muss noch ein Fehler richtig gestellt werden: Es war ohnehin der Plan die Daten vor der Rebellion rechtzeitig zu löschen. Zudem war die Daten gut verschlüsselt gespeichert. Trotz dessen stimme ich zu: Datenschutz wird bei XR nicht groß geschrieben und ich sehe das sehr kritisch.

Hintergründe:

Das Thema „Datenschutz“ wird bei XR oft auf eine zu leichte Schulter genommen. Oft steckt dahinter die Strategie, dass wir eben uns als Menschen auf emotionaler Ebene nicht als „kriminell“ fühlen wollen, denn das passiert bei kladestinen Strukturen oft. Wenn Widerstand und ziviler Ungehorsam als „bürgerliche Pflicht“ definiert wird, welche legitim und notwendig ist, dann fühlen sich Menschen schneller wohl auch ihre Daten preis zu geben und denken über die Konsequenzen weniger nach. Dies hat Vorteile, aber auch einige krasse Nachteile. Ein Vorteil ist die Offenheit. Linke Gruppen sind auch wegen Datenschutz teilweise sehr hochschwellig. Gewisse Codes nicht zu kennen, gewisse Programme lernen zu müssen und dann noch ab und zu belehrt zu werden, dass diese eine Aktion ja total fahrlässig war. Das waren meine Einstiegerlebnisse, die sehr frustrierend waren. Zu sagen: „Hey, diese Mailverteiler. Und dieser Chat. Achja, wie ist deine Nummer?“ – das ist Alltag für die Menschen. Und fühlt sich direkt wie eine menschliche Beziehung an. (und nach Beziehungsweise Revolution wissen wir alle wie wichtig Beziehungsarbeit ist, um mal auch wieder einen Szenecode zu bedienen). Ich glaube in vielen OGs funktioniert die Mobilisierung deswegen so gut. Es ist einfach unkompliziert.

Wichtiger Nachteil und berechtigter Kritikpunkt: Es ist sehr fahrlässig. Die Menschen sind sich oft nicht bewusst, was das bedeutet und gehen Risiken ein, welche sich möglicherweise nicht eingehen würden, wenn sie wissen, was das bedeuten könnte. Hier liegt als die Krux in der Aufklärung über Daten/Datenschutz. Und meines Erachtens geschieht dies bei XR zu wenig. Aus diesem Grund führe ich hierbei interne Debatte über Datenschutz und die Verbesserung von diesem.

13. Behauptung:

XR hat einen absurden, staatsgläubigen Gewaltbegriff und ist auch damit gefährlich für linke politische Gruppen. In Hamburg hat sich XR z.B. öffentlich von einer Sitzblockade distanziert, weil nach einem harten Polizeieinsatz (»Schmerzgriffe«) jemand »Fuck the Police!« rief. Diese Beleidigung der Polizei, sagt XR, sei Gewalt.

Antwort:

Der Fall Hamburg muss klar als ein Einzelfall bezeichnet werden, denn danach folgte eine Distanzierung und Entschuldigung von Seiten der XR-Aktiven in Hamburg. Das war ein Fehler! Für mich persönlich ist es verständlich und absolut okay, wenn Menschen sich entscheiden eine Blockade zu verlassen, wenn sie sich nicht wohl fühlen, weil sie eine aggressive Stimmung wahrnehmen und Parolen, die für die Menschen gewaltvoll sind, gerufen werden. Ich saß selbst in Sitzblockaden – in denen ich meistens sowieso schon Schiss habe und mich unwohl fühle – in welchen ich noch flaueres Gefühl im Magen hatte, weil prollige „Hass auf die polizei“-Parolen skandalisiert wurden. Das hilft mir nicht wirklich! Auch wenn ich mir der strukturellen Kritik an der Institution bewusst bin, fühle ich mich nicht wohl dabei, finde es in diesem Moment nicht zielführend und halte es allgemein nicht unbedingt für eine adequate Strategie. Das Verlassen einer Blockade, wenn gewisse persönliche Grenzen überschritten werden, finde ich verständlich und legitim.

Der nachfolgende Twitter-Kommentar ist aber natürlich etwas vollkommen anderes und das geht gaaar nicht für mich. Es ist das eine, eine gewisse Aktionsform nicht schlau/gut zu finden oder sich damit nicht wohl zu fühlen. Aber es ist völlig inakzeptabel Gruppen, die für das ähnliche Kämpfen wegen ein paar Parolen die Kriminalisierung an den Hals zu wünschen. Das geht einfach gar nicht! Logischerweise distanzierte sich Hamburg schnell. Glücklichweise nahm Sitzenbleiben die Entschuldigung an. Schlauerweise wird der Rest nun persönlich geklärt.

XR hat bereits mehrmals Polizeigewalt kritisiert und klar benannt. Gleichzeitig muss der Gewaltbegriff im Verhältnis zur Polizei unter

14. Behauptung:

XR wird niemals ein kritisches, rationales, linkes Projekt sein.

Antwort:

XR ist ein kritisches, rationales Projekt, welches sich aber aus strategischen Gründen nicht links positionieren möchte.

wünsche Euch ein schönes Wochenende, lg, Carla

XR – Sofortiges und allgemeines

+++ EVENT +++ heute um 14 Uhr

wegen der Kurzfristigkeit schon mal vorab – der Stream ist aber hoffentlich auch anschließend noch zu sehen…

Marco Bülow @marco.buelow –
Ich hole die Klimabewegung ins Parlament! Offener Dialog über Fraktionsgrenzen und Parteitaktik hinweg. #Klimakrise zwingt zum schnellen Handeln! U.a. mit Volker Quaschning (Scientists for Future), Clara Mayer (Fridays for Future) und Gregor Hagedorn (Naturkundemuseum Berlin). Livestream ab 14 Uhr: https://t.co/uehwgLYMAD?amp=1

Liebe AbonnentInnen meines LaKunaBi-Bloges,

vielleicht habt Ihr Euch schon gewundert, warum hier schon so lange nichts mehr erschienen ist – das liegt vor allem daran, dass ich in letzter Zeit viel unterwegs war auch zu NachhaltigkeitsKonferenzen im Ausland (welche genau das waren und was dabei raus gekommen ist, findet ihr auf meiner Webseite http://www.lakunabi.de im Kalender auf der ersten Seite, wo ich besuchte Veranstaltungen mit einem (C) und zusätzlich dokumentierte mit einem (D) kennzeichne – also gerne dort auch mal (wieder) reinschauen…;-)

Außerdem versuche ich gerade schwerpunktmäßig, EntscheiderInnen auf Bundesebene angesichts der katastrophalen (hoffentlich nur Zwischen)ergebnisse u.a. bei den Klimapaketverhandlungen mit „auf den Topf zu setzen“… Was gerade viel Kraft und Zeit kostet, wie Ihr Euch sicherlich vorstellen könnt…

Wer mich in irgendeiner Weise dabei unterstützen möchte, findet übrigens Anregungen dazu hier: Tausche Unterstützung gegen…

Konnte leider selber aus familiären Gründen größtenteils nicht in Berlin bei den kreativen und friedvollen Aktionen von Extinction Rebellion mit dabei sein – ich hoffe, Ihr ward es umso mehr…😉 – und für die, die es noch nicht wissen – es geht auch jetzt noch weiter!

Jeweils aktuelle Infos über geplante Aktionen (wie die oben am Anfang) bekommt Ihr über den XR-Telegramm-Infochannel
Weitere Informationsmöglichkeiten findet Ihr außerdem HIER.

Ich von meiner Seite habe letzte Woche aus der Ferne über meine Netzwerkkanäle versucht, das klar zu stellen, was über die Bewegung Missverständliches oder Falsches in den Medien stand – z.B. per Kommentar nach Radiosendungen , wie z.B. am 7.9. auf WDR 5 „Wie weit darf Widerstand gehen?“

07.10.2019, 13:46 Uhr :

“ Was ich am Ende von Ihrer Sendung gehört habe, zeugte leider von einer ziemlichen Uninformiertheit, was u.a. die Ziele und Grundsätze von XR angeht! u.a. z.B. dass es ausgeprägte Vorbereitungen und Bezugsgruppenarbeit im Vorfeld gibt, Friedlichkeit und z.B. bei Straßenblockaden das Durchlassen von Rettungsfahrzeugen – auch privaten! – oberste Priorität hat. Also bitte dringend hier nachlesen, bevor man sich so unverantwortlich über etwas äußert! https://extinctionrebellion.de/mitmachen/rebellionskonsens/ Zudem kommt diese Bewegung u.a. aus der bürgerlicher Mitte, wo viele Menschen sich seit über 30 Jahren anschauen müssen, wie Politik die Warnungen aus der Wissenschaft in den Wind schlägt u diese jetzt gerade dabei ist, die deutschen Klimaziele weit zu verfehlen! Was übrigens auch bedeutet, dass auf die Steuerzahlen deswegen „Strafzahlungen“ von bis zu 60 Milliarden zukommen- Geld, mit dem man unser aller Überlebungschancen maßgeblich verbessern könnte- so hart das auch klingen mag… „

Macht Euch also bitte, wenn möglich , selber ein Bild und unterstützt das Ganze mit Euren Mitteln l – Danke! Und teilt die Infos gerne weiter!

wünsche Euch einen schönen Herbst – mit kraftvollen und mut machenden Aktionen!

lg, Carla

Anbei einige Infos zu XR-Unterstützungsmöglichkeiten:

„Jetzt in den NEWSLETTER eintragen:
https://extinctionrebellion.de/mitmachen/newsletter/

Extinction Rebellion Deutschland auf
Facebook https://www.facebook.com/ExtinctionRebellionDeutschland/
Instagram https://www.instagram.com/extinctionrebelliondeutschland/
Twitter https://twitter.com/ExtinctionR_DE

Übersicht über alle Ortsgruppen:
https://extinctionrebellion.de/og/

Aktiv werden:
https://extinctionrebellion.de/mitmachen/aktiv-werden/

Die Rebellion hat sehr viel Geld gekostet. Unsere Aktionen und die organisatorische Arbeit ist zu 100% spendenfinanziert. Bitte spende heute, wenn du kannst. Hier kannst du auch spenden, wenn du vergessen hast, im Camp oder auf den Aktionen für Essen zu spenden oder kein Bargeld dabei hattest:
https://www.gofundme.com/f/extinction-rebellion-germany

Bitte hilf uns auch dabei, unser Video zum Spendenaufruf zu verbreiten, weil wir auf Spenden angewiesen sind, um Bußgelder etc. finanziell zu unterstützen und die Arbeit von Extinction Rebellion weiterhin zu ermöglichen:
https://www.facebook.com/watch/?v=2578541688860259


Rebels, WIR SEHEN UNS!

7 Tage, 7 große Blockade-Aktionen, unzählige Swarmings und Bienenschwarm-Aktionen, Die-Ins und Performances. Tausende Rebell*innen aus über 10 Ländern, junge wie alte Menschen, 4 grandiose Aktionsbündnisse aus über 100 teilnehmenden Ortsgruppen. Ein liebevoll gebautes Camp und Teams im Hintergrund, die allen Menschen für diese Zeit ein zu Hause gegeben haben und all das überhaupt erst möglich gemacht haben.

Extinction Rebellion ist in Deutschland nicht einmal ein Jahr alt. Wir haben mit spielerischer Leichtigkeit und künstlerischer Schönheit gezeigt, dass wir uns die Klimapolitik der Bundesregierung nicht gefallen lassen. Dies war der erste Akt: wenn wir in einigen Monaten wiederkommen, werden wir um ein vielfaches größer sein. Und auch vor der nächsten gemeinsamen Großaktion werden wir nicht aufhören: Tausende Menschen sind in ihre Wohnorte und Kieze zurückgekehrt und werden nur wenige Tage Erholung benötigen, um danach umso gestärkter die Rebellion dezentral weiterzuführen. Es ist nicht länger nur die junge Generation, die aufsteht gegen eine Politik der absoluten Verantwortungslosigkeit, die schon heute Menschenleben kostet und Artensterben verursacht.

Es ist Zeit für Jede und Jeden in diesem Land und auf der ganzen Welt, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen: Die zukünftigen Generationen werden uns anklagend fragen, warum wir ihnen eine Welt in diesem Zustand hinterlassen haben. Es erscheint aussichtslos, das noch abzuwenden, doch es ist nicht unmöglich: Wenn wir die Gesellschaften dieser Welt zum Umdenken bewegen, wenn wir nie dagewesenen Druck auf die Regierungen der Welt ausüben, dann können wir das Schlimmste noch abwenden. Wir haben 1.5 Jahre, um die großen Industrienationen der Erde zu einer radikalen Wende zu zwingen, sodass diese Staaten vorangehen und in den verbleibenden 8 Jahren den Rest der Welt überzeugen können.

Es ist Zeit für Jede und Jeden, JETZT zu handeln. Wir haben keine Zeit, das Thema noch um ein oder zwei Jahre zu vertagen. Wir haben keine Zeit, jetzt erst einmal wieder für ein paar Wochen oder Monate in ein normales Leben zurückzukehren. Wir müssen den Druck jetzt aufrecht erhalten. Und wir werden immer stärker: Lasst uns die vielen Menschen, die nach der Rebellion Wave nun Teil der Bewegung werden möchten, mit offenen Armen aufnehmen, Wissen weitergeben und die Herausforderungen meistern, die wir als stark wachsende Bewegung haben.

Genauso wichtig ist es, dass wir mehr und mehr eine gemeinsame, große, starke und internationale Klimabewegung werden. Zerfasern wir oder lassen wir uns spalten, haben wir keine Chance. Lasst uns ideologische Auseinandersetzungen und Grundsatzdiskussionen auf das Nötigste reduzieren, innerhalb von Extinction Rebellion genauso wie in der Zusammenarbeit mit anderen Akteuren. Denn die Zeit ist knapp.

Es ist großartig, mit euch allen Teil einer Gemeinschaft zu sein! Werdet aktiv in euren Ortsgruppen (und gründet Gruppen, wenn es XR bei euch noch nicht gibt). „



Eröffnung des BER erfolgreich sabotiert + Pinguine bekennen sich zu „Berlins effektivster Klimaschutzmaßnahme“

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Neues von „Am Boden bleiben“, Teil der globalen Bewegung „Stay grounded“, von der Lakunabi  auch ein Teil ist 🙂

Berlin, 29. Juni 2019 – Eine Gruppe von Pinguinen namens „Am Boden bleiben“ ist für die verhinderte Eröffnung des Berliner Flughafens verantwortlich. Im Namen des Klimaschutzes sabotieren die Pinguine seit Jahren die Baumaßnahmen am BER, um eine Zunahme des Flugverkehrs zu verhindern. Das geht aus einem heute veröffentlichten Bekennervideo und -schreiben hervor.

In dem Bekennerschreiben rühmen sich die Pinguine, dass die Verhinderung des BER die effektivste Klimaschutzmaßnahmen der Hauptstadt sei. Sie fordern unter anderem einen kompletten Stopp von Flughafen-Ausbauten und eine drastische Reduktion des Flugverkehrs. Der BER solle in ein Museum des fossilen Kapitalismus umgebaut werden.

Das Bekennervideo zeigt die tierischen Aktivist*innen am Werk: Es ist zu sehen, wie sie Rolltreppenpläne manipulieren oder mit Lötkolben und Zange wichtige Informationsleitungen durchtrennen.

„Nicht die lange Bauzeit des BER ist der Skandal – sondern dass die Politik ihn immer noch eröffnen will!“ kritisiert ein Sprecher der Pinguin-Bande. „Es muss klar sein, dass angesichts der verheerenden Klimakrise kein Cent mehr für fossile Infrastruktur ausgegeben werden darf!“

Sonja Humboldt, Pressesprecherin vom „Am Boden bleiben“ ergänzt: „Flugverkehr ist die am schnellsten wachsende Ursache der Klimakrise. Schon heute ist der Flugverkehr für fast zehn Prozent der deutschen Klimawirkung verantwortlich. Außerdem ist Fliegen eine zutiefst ungerechte Form der Mobilität: 70% der Emissionen, die in Deutschland durch den touristischen Flugverkehr entstehen, werden von einer wohlhabenden Minderheit (ca. 4%) verursacht.” 

So könnt ihr auch selber aktiv werden und zunächst erstmal diese Aktion bekannter machen…;-)

„Unterstützt die Pinguine mit euren Social Media-Künsten bei ihrer Mission – teilt und liked das Video auf Twitter und Facebook!

Teilt gerne unseren Tweet <https://twitter.com/ambodenbleiben/status/1155757924008046595> und/oder Facebook-Post <https://www.facebook.com/ambodenbleiben/posts/344028016523116?sfnsw=cl> mit eurem Kommentar, oder macht selbst einen Post mit dem Link zu unserem Bekennervideo <https://www.youtube.com/watch?v=FqiijBq4pEc>.

Erwähnt uns (@ambodenbleiben) dabei gerne in euren Posts.

Hier ein paar Tweet-Vorschläge zur Inspiration.

—> #breaking: die Pinguine von @ambodenbleiben sind für die Pannenserie am #BER verantwortlich. Danke #penguinsforfuture für #Berlin|s effektivsten Beitrag zum Klimaschutz!

—> Jetzt ist es raus: der #BER wird seit über zehn Jahren gezielt von @ambodenbleiben sabotiert. #Ausbaustopp bleibt Handarbeit! #penguinsforfuture

—> Bekennervideo aufgetaucht: @ambodenbleiben bekennt sich zu jahrelangen Sabotage des #BER. Starke Aktion für #Klimagerechtigkeit am #Erdüberlastungstag!

Verwendet auch gerne die folgenden Hashtags:
#BER
#Berlin
#ambodenbleiben
#penguinsforfuture
#Ausbaustopp
#Verkehrswende
#Klimagerechtigkeit
#Erdüberlastungstag“


Noch unschlüssig für die Europawahl?

Dieser Artikel wird bis zur Wahl laufend aktualisiert – also gerne mehrfach reiunschauen…;-)

Am Sonntag wählen zu gehen steht hoffentlich für niemand von Euch außer Frage (siehe hierzu auch der Artikel weiter unten vom Ecosiagründer) – um die Wahl  aber einfacher zu machen, anbei einige Entscheidungshilfen aus meinem Netzwerk bezüglich der Positionen der einzelnen Parteien zu Klimaschutz, einem nachhaltigen Finanzmarkt Lobbykontrolle und Grundeinkommen und Tests, wenn man sich noch nicht entschieden hat, wem man seine Stimme geben möchte…

Und ganz unten das sehenswerte Video von Rezo!

(Für die Inhalte der jeweiligen Artikel sind allein die AutorInnen verantwortlich)

Klimaschutz

Kurz vor der Europawahl 2019 hat die Initiative „Parents for Future“ ein neues Tool veröffentlicht: Der „Klima-Wahl-O-Mat“ soll zeigen, wie sehr sich die einzelnen Parteien für den Klimaschutz einsetzen.

Der Wahl-O-Mat für die Europawahl 2019 ist offline. Auf einen Beschluss des Kölner Verwaltungsgerichts vom 20. Mai hin musste die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ihn abschalten. Der Vorwurf: Das Tool benachteilige kleinere und unbekannte Parteien.

Nun hat die „Parents for Future“-Bewegung eine Alternative ins Netz gestellt. Der „Klima-Wahl-O-Mat“ zeigt Wählern, wie die einzelnen Parteien zu den Forderungen von „Fridays for Future“ und Klimaexperten stehen. Hier gelangst du auf die Seite.“

Nachhaltiger Finanzmarkt

„Vor der Wahl zum Europaparlament am 26. Mai 2019 hat das FNG – Forum Nachhaltige Geldanlagen den im Bundestag vertretenen Parteien Fragen zum nachhaltigen Finanzmarkt, insbesondere auch zu den verschiedenen Maßnahmepaketen des EU Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums gestellt. Dabei ging es um die Bedeutung und Rolle des Finanzsektors bei der Förderung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung und der Rolle von Sustainable Finance in der EU.
Die Bedeutung des Finanzsektors wird von den befragten Parteien nicht in Abrede gestellt, dennoch sind die Zugänge erwartungsgemäß unterschiedlich.

Die vollständigen Wahlprüfsteine der deutschen Parteien finden Sie unter folgendem Link zum Download:

https://www.forum-ng.org/images/WPS_Deutschland_Europawahl.pdf

Auf unserer Website finden Sie ebenfalls eine Pressemitteilung mit der Kurzfassung der Antworten:

https://www.forum-ng.org/de/aktuelles/info.html „

Lobbykontrolle

„In den letzten Wochen habe ich mich schon öfters über inhaltsleere Parteiwerbung zur Europawahl geärgert. Denn die schlanken Sprüche lassen kaum erahnen, wie wichtig diese Wahl ist. Es geht um viel – auch um die Frage, ob wir Bürger*innen weiterhin zulassen wollen, dass Konzerne in Brüssel viel mehr Mitsprachemöglichkeiten haben als wir. Zwar ist die EU in Sachen Lobbykontrolle den meisten Mitgliedstaaten – auch Deutschland – weit voraus. Doch auch in Brüssel fällt das Allgemeinwohl allzu oft unter den Tisch.

Am 26. Mai haben Sie und ich es in der Hand: Mit unseren Stimmen können wir mitentscheiden, ob sich das neue EU-Parlament für mehr Lobbykontrolle, Transparenz und Ausgewogenheit einsetzt. Als Orientierungshilfe haben wir von LobbyControl einen Parteiencheck gemacht. Dafür haben wir nicht nur die Wahlprogramme der Parteien auf Aussagen zum Lobby-Thema abgeklopft. Sondern uns auch angeschaut, wie sie sich in den letzten Jahren tatsächlich verhalten haben, wenn es drauf ankam. Denn: Programm-Papier hält still – der Einsatz der Abgeordneten bestimmt, wie glaubwürdig ihre politischen Versprechen wirklich sind.

Hier die Ergebnisse im Kurz-Überblick:

  • CDU und CSU haben Fortschritte in Sachen Lobbykontrolle immer wieder verhindert und verschleppt. Und ihr gemeinsames Wahlprogramm erwähnt nicht einmal das Wort Lobbyismus.
  • Ähnliches gilt für die FDP, die in den letzten Jahren ebenfalls stets zu den Transparenz-Verhinderern gehörte. In ihrem Wahlprogramm fordert sie nun immerhin mehr Transparenz für den Rat der EU.
  • Die SPD hat sich in den letzten fünf Jahren, in denen sie im EU-Parlament mit der Union koalierte, ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert. Die Partei ist zwar offen für das Thema Lobbykontrolle, es hapert aber beim tatsächlichen Engagement.
  • Damit überzeugen vor allem Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke: Beide Parteien fordern nicht nur in ihren Programmen umfassende Transparenz und schärfere Regeln. Sie haben auch in den letzten fünf Jahren immer wieder Initiativen dafür ergriffen, allen voran die Grünen.
  • Die AfD hingegen wirkt wenig glaubwürdig: Sie fordert zwar Regeln für Lobbyisten, doch ihre beiden Spitzenkandidaten haben selbst illegale, über Strohleute geschleuste Parteispenden angenommen. Zudem will die AfD das Europäische Parlament abschaffen – also ausgerechnet die EU-Institution, die von allen am demokratischsten, bürgernächsten und fortschrittlichsten bei der Lobbykontrolle ist.

Zum kompletten Parteien-Check

Zugegeben: Es macht unzufrieden, dass wir Bürger*innen nur alle fünf Jahre gefragt werden und dann der Politik einen Blanko-Scheck ausstellen sollen. Doch es gibt noch eine weitere Möglichkeit, um Parteien und Politiker*innen auf die Sprünge zu helfen: Unterzeichnen Sie jetzt unseren Appell an die Spitzenkandidat*innen, mit dem wir ihnen Engagement für Transparenz, Ausgewogenheit und eine starke Zivilgesellschaft abverlangen.

Damit können wir die Parteien auch nach der Wahl in die Pflicht nehmen – dann, wenn’s drauf ankommt:

Jetzt Appell unterzeichnen: Europa nicht den Konzernen überlassen!

Mehr Demokratie bekommen wir nicht geschenkt. Demokratische Elemente wie das Europäische Parlament und Transparenzregeln wurden immer erst mit Verzögerung geschaffen – auf Druck von „unten“. Es ist an der Zeit, der EU einen neuen, kräftigen Demokratisierungsschub zu verpassen. Das ist machbar, wenn wir viele sind und jetzt gemeinsam aktiv werden.

Herzliche Grüße,
Max Bank, EU-Campaigner“

„Hallo Charlyne,
am Sonntag ist Europawahl. Darum haben wir uns die Frage gestellt:
Kann man am Sonntag das Grundeinkommen wählen?
Eine Antwort haben wir in den Wahlprogrammen der deutschen Parteien gesucht. Auf unserem Blog geben wir dir einen Überblick, wie viel Grundeinkommen in der Europawahl steckt.
Zum Parteiencheck
Wir freuen uns über alle Menschen, die zur Wahl gehen und verfolgen gespannt die letzten Tage des Wahlkampfs.
Liebe Grüße
Greta & Malina“
„Liebe Ecosia NutzerInnen,

Es ist ungewöhnlich, dass ich mich an Euch wende, um Euch dazu aufzurufen, an der Europawahl nächsten Sonntag teilzunehmen.

Doch die Welt erlebt stets außergewöhnliche Zeiten und ich glaube, dies verdient besondere Maßnahmen.

Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit und muss weltweit oberste politische Priorität haben. Als weltweit drittgrößter CO2-Emittent, trägt die EU im Kampf gegen die Klimakrise eine besondere Verantwortung.

Diese Wahlen sind von entscheidender Bedeutung für die Umwelt. Denn das neugewählte Europäische Parlament und die neu erstellte Kommission werden über drei wesentliche Themen entscheiden müssen:

  • Wie wird Europa fossile Brennstoffe vollständig abbauen und bis Ende des nächsten Jahrzehnts das Ziel von null CO2-Emissionen erreichen?
     
  • Wird die EU eine CO2-Steuer einführen, die die tatsächliche Umweltkosten großer Konzerne darstellt und kompensiert?
     
  • Wird das neue Budget für die gemeinsame Agrarpolitik eine regenerative Landwirtschaft unterstützten oder weiterhin Überproduktion und bodenschädigende Praktiken fördern?

Das hängt alles von Deiner Stimme ab. 

Also, geh raus und mach die Wahl am 26.Mai zur Klimawahl:

Wieso die Europawahl so wichtig für das Klima ist –
inklusive eines Testes, wenn man sich noch nicht entschieden hat, wem man seine Stimme geben möchte
Danke,
Christian Kroll (CEO und Gründer von Ecosia)

 

https://perspective-daily.de/article/818/hT2B4p8H#/

„Na, weißt du schon, wen du bei der Europawahl am Sonntag wählst?

Wenn du die Frage mit »Nicht so wirklich« beantwortest, dann bist du nicht allein. Laut einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar Emnid für die Naturschutzorganisation BUND sind 44% der Wahlberechtigten in Deutschland noch unentschlossen.

Dabei geht es diesmal um viel: Rechtspopulistische Parteien sind im Aufwind, der Brexit hat der europäischen Idee einen Dämpfer verpasst. Die Populisten lenken mit ihrer Show von der wichtigsten Frage überhaupt ab: Schafft es die EU in den nächsten 4 Jahren, einen klaren Kurs im Kampf gegen die Erderwärmung zu finden?

Beide Fragen könnten viel verändern im Parlament. Denn ausgerechnet die bisher großen Volksparteien, CDU und SPD, schneiden den Umfragen zufolge besonders schlecht ab. Dafür stehen noch 38 andere Parteien zur Wahl.

Um einen Überblick zu bekommen, welche der vielen Parteien deine Ansichten am besten vertritt, bietet die Bundeszentrale für politische Bildung vor Wahlen den Wahl-O-Mat an, einen Online-Fragebogen, der dir sagt, welche Parteien mit deiner Einstellung am ehesten übereinstimmen.

Doch ausgerechnet eine Woche vor der Europawahl war das bekannte Online-Tool die letzten Tage unerreichbar. Die Partei Volt hatte geklagt, der Wahl-O-Mat würde kleinere Parteien benachteiligen. Das Kölner Verwaltungsgericht gab ihr Recht – doch man einigte sich außergerichtlich auf einen Kompromiss: ein Update bis zur nächsten Wahl.

Der Wahl-O-Mat ist also wieder da!

Wir, Dirk Walbrühl und Felix Austen, haben ihn gemeinsam gemacht – und das Mikrofon mitlaufen lassen. Was wir über die einzelnen Fragen denken, bei welchen Themen wir auch mal keine Ahnung haben, und welches überraschende Ergebnis am Ende bei beiden von uns steht – das erfährst du in unserem Podcast zur EU-Wahl. Und wenn du dich noch mehr informieren willst: Zu den meisten Themen haben wir bei Perspective Daily schon berichtet. Die Texte sind im Folgenden verlinkt.

Korrektur: Im Podcast heißt es, Yanis Varoufakis trete für die Partei Volt an. Das ist nicht der Fall: Varoufakis tritt bei der Europawahl als Spitzenkandidat für die Partei »Demokratie in Europa – DiEM25« an.“

„Liebe alle,

wers noch nicht gesehen hat, finde es schon ziemlich beeindruckend wie
dieses CDU-Diss Video gerade in kürzester Zeit viral geht und schon mehr
als  6,5 Millionen Menschen erreicht hat
(https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ). Im Großteil des Videos
(ab 5.49min) wird dem wohl sehr breiten Publikum mal eben schnell in
Recht einfacher und zugänglicher Sprache die Dringlichkeit der
Klimakrise und die missliche Rolle der Regierungsparteien vor Augen
geführt. So kann politische Kommunikation auch laufen…
LG! „

„Die Europawahl bzw EU-Wahl steht vor der Tür. Ob CDU, SPD oder AfD gute Parteien sind, die im Einklang mit Wissenschaft und Logik stehen, versuche ich in diesem Video zu beantworten. In jedem Fall: Geht wählen am nächsten Wochenende. Sonst entscheiden Rentner über eure Zukunft und geil ist das nicht. ►Alle Quellen hier: https://docs.google.com/document/d/1C…

Jung&Naiv: https://www.youtube.com/Nfes2005 „

und noch ein aktueller Tagesspiegel-Artikel zum Thema

 

Uns allen am 26.5. eine Wahl, bei der der Klimaschutz hoffentlich gewinnt…!