#documentafifteen_ismore /~istmehr: # „Biking Commonauts travel the Rhizome“ # Wissenspeicher #Zukunftsdorf22

Vorab meine Empfehlung zum Besuch der Wissensspeicher-Ausstellung in Kassel, die leider nur noch bis zum 20.8. geöffnet ist und u.a. inspirierende Begleitveranstaltungen zu bieten hat.
Und auch das Zukunftsdorf22 ist mehr als einen Besuch wert - war dort selber u.a. beim Treffen der Architects for Future am 6.8. mit von der Partie (auch dazu bei Gelegenheit mehr)


Anbei nun also ein erster Text zur Documenta fifteen (für's Erste eine Einladung aus meinem Netzwerk), die ich in der Zeit vom  5.-10.8. das erste Mal besuchen durfte - ein 2. Besuch ist ab Ende der laufenden Woche geplant- so packend und inspririerend finde ich die Documenta diesmal, die mit ihrem Ansatz des indonesischen Kollektives ruangrupa als Künstlerischer Leitung, über andere Kollektive jeweils lokale AkteurInnen mit ein zu binden, aus meiner Sicht Neuland betritt. (Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an die Findungskommission, die "ihre Entscheidung für ruangrupa unter anderem mit dem partizipativen Ansatz des Kollektivs: " begründet „In einer Zeit, in der innovative Kraft insbesondere von unabhängigen, gemeinschaftlich agierenden Organisationen ausgeht, erscheint es folgerichtig, diesem kollektiven Ansatz mit der documenta eine Plattform zu bieten.“

Dieses stellt für mich im Vergleich mit anderen Documenta-Ausgaben, von denen ich seit 1992 alle besucht habe (und auch den vielen anderen aktuellen Groß-Kunstausstellungen - zu Ausnahmen wie z.B. Down to earth habe ich ja bereits hier geschrieben - freue mich natürlich immer über Hinweise auf weitere...) , endlich eine angemessene Umgehensweise und längst überfällige Reaktion auf die aktuellen Krisen u.a. bezüglich Klima, Biodiversitätsverlust, Ressourcenverbrauch und Menschenrechte auch im Ungleichgewicht zwischen Globalem Süden und Norden dar - behandelt also endlich flächendeckender Fragen, die unser aller (Über)Leben betreffen.
Denn der Bereich der Kunst trägt durch seine besonderen Potentiale Menschen zu berühren und anzuregen nicht nur großartige Chancen in sich, sondern auch Verantwortung - auch gerade was eine internationale Großausstellung angeht, zumal diese u.a. mit vielen Flügen und damit in der Regel klimaschädlichen Emmissionen aller Beteiligten inkl. der BesucherIU verbunden ist.

"ruangrupa hat der documenta fifteen die Werte und Ideen von lumbung zugrunde gelegt. lumbung, direkt übersetzt „Reisscheune“, bezeichnet einen in den ländlichen Gebieten Indonesiens gemeinschaftlich genutzten Bau, in dem die Ernte einer Gemeinde als gemeinsame Ressource für die Zukunft zusammengetragen, gelagert und nach gemeinsam bestimmten Kriterien verteilt wird. Als konkrete Praxis ist lumbung der Ausgangspunkt der documenta fifteen: Grundsätze von Kollektivität, Ressourcenaufbau und gerechter Verteilung stehen im Mittelpunkt der kuratorischen Arbeit und prägen den gesamten Prozess – die Struktur, das Selbstverständnis und das Erscheinungsbild der documenta fifteen.

Die Arbeitsweise des Kollektivs beruht auf einem alternativen, gemeinschaftlich ausgerichteten Modell der Nachhaltigkeit in ökologischer, sozialer und ökonomischer Hinsicht, bei dem Ressourcen, Ideen oder Wissen geteilt werden, sowie auf sozialer Teilhabe. 
Der Gedanke der Nachhaltigkeit wird auch bei der Ausstellungsplanung in all seinen Ausprägungen umfassend berücksichtigt." 

Soweit auf der Webseite zur diesmaligen Besonderheit der Documenta - und eine klare Empfehlung meinerseits, diese zu besuchen - weitere Infos folgen in den folgenden Tagen.

In dem vorgestellten Rahmen läuft auch folgendes Projekt, was sich u.a. kurzfristig noch über Mitradler:Innen freuen würde und seine Erl/gebnisse dann im Begleitprogramm der documenta fifteen vorstellt. 

"Mit unserem Projekt "Biking Commonauts travel the Rhizome" möchten wir auf die Rolle ländlicher Regionen für eine sozial-ökologische Transformation aufmerksam machen. Das Projekt steht im Kontext der documentafifteen in Kassel. Vom 26.08.-03.09. fahren wir mit den Fahrrädern von Marburg bis nach Kassel und besuchen unterwegs lokale Initiativen auf dem Land, die dort verschiedene Veränderungen anstoßen. Zusammen werden wir in der Zeit sechs Veranstaltungen durchführen. Die Radtour ist komplett selbst-organisiert und der Großteil der Projekt-Kosten teilen wir unter uns solidarisch auf.

Weiter unten findet Ihr mehr Infos zum Projekt. Wir freuen uns sehr über Rückfragen, Berichte und Veröffentlichungen. Meldet euch diesbezüglich gerne bei:

Alina Gombert - 01573 5256 919
Teresa Weißert – 0172 7041 326

Außerdem gibt es aktuell noch drei Plätze wegen kurzfristiger Absagen. Wer noch ganz spontan mitfahren möchte (FLINTAs first), kann sich gerne jeder Zeit bei uns melden. Rückfragen dazu am Besten an: hey-kompost@posteo.de

Vielen Dank und liebe Grüße,
Lukas Dörrie

//KOMPOST
hey-kompost@posteo.de
https://ruruhaus.de/biking-commonauts-travel-the-rhizome/
Instagram: @hey_kompost

Veranstaltungen des //KOMPOST Ensembles laden zu Begegnung
und Austausch ein

Für 10 Tage radelt das //KOMPOST Ensemble durch Nordhessen. Mit verschiedenen Veranstaltungen will die 20-köpfige Gruppe auf die Rolle ländlicher Regionen für eine sozialökologische Transformation aufmerksam machen.

Diese Radtour macht Hoffnung. Anstatt Lösungen für große Herausforderungen wie die Klimakrise, Coronapandemie oder Wirtschaftskrise in städtischen Kreisen zu diskutieren,
will das //KOMPOST Ensemble auf die gelebten Bewältigungsstrategien in Nordhessen aufmerksam machen.
„Da, wo Menschen zusammenkommen und Veränderung im Kleinen anstoßen, werden utopische Vorstellungen real“, findet Alina Gombert. Alina ist in einem kleinen Dorf in Nordhessen aufgewachsen und zog nach dem Abitur in die Stadt zum Studieren. Heute zieht es die 28-jährige aufs Land, dort wo der weite Blick und der Geruch nach frischem Regen lockt. So geht es Vielen aus der 20-köpfigen Gruppe.
Mit ihrem Projekt „Biking Commonauts travel the Rhizome“ wollen sie nun städtische und ländliche Perspektiven verbinden und in einen Dialog bringen.
Das Ensemble wird auf dem Fahrrad, mit Zelt und Schlafsack im Gepäck, quer durch Nordhessen radeln. Entlang ihrer Route von Marburg bis nach Kassel lädt die Gruppe in Dannenrod (27.08.), Willingshausen (28.08.), Borken (29.08.), Homberg (30.08.) und Waldkappel (01.09.) gemeinsam mit lokalen Vereinen zu öffentlichen Veranstaltungen ein.

Das //KOMPOST Ensemble will Herausforderungen und Möglichkeiten des ländlichen Raums sichtbar machen: „Mit unserer Radtour verbinden wir gemeinschaftsgetragene Initiativen in Nordhessen, die es schon gibt“, erklärt Alina die Motivation der Gruppe. Auf der Radtour stehen die alltäglichen Tätigkeiten, die regionalen Verknüpfungen und die
gemeinsame Nutzung von Ressourcen im ländlichen Nordhessen im Fokus.
Dazu lädt das Ensemble zusammen mit lokalen Vereinen alle Bürgerinnen zu verschiedensten Veranstaltungen ein. Bei Repair-Cafés, Konzerten, Koch-Aktionen und geführten Dorfrundgängen wollen die 20 Radlerinnen einen Raum für Begegnungen auf Augenhöhe und Austausch schaffen.
Das Ensemble ist auch bei einer jüdischen Gemeinde und einem kurdischen Café zu Gast. „Wir freuen uns besonders auf gemeinsame Momente mit den Menschen, denen wir begegnen, und sind gespannt auf ihre Geschichten“, berichtet Alina. So lädt beispielsweise die Kultur-Initiative Willingshausen e.V. am 28. August die radelnden Besucherinnen zum Gespräch mit der ältesten Generation aus dem Ort ein. Und in Homberg (Efze) wird am 30. August auf dem Marktplatz zusammen mit lokalen Initiativen, wie den Zukunftsoptimisten, und Anwohnerinnen eine offene Küche mit äthiopischen Gerichten entstehen.
Darauf freut sich auch schon Dr. Nico Ritz, Bürgermeister der Stadt Homberg (Efze): „Der Besuch der Gruppe schafft hier bei uns Möglichkeiten für lebendige Begegnungen und bringt auch
neue Impulse und Ideen für unsere Stadt“.
Im Anschluss an die etwa 200 km lange Tour trägt //KOMPOST die erlebten Begegnungen dann nach Kassel auf die documenta_15. „Wir wollen unsere und die nordhessischen Stimmen nach Kassel mitbringen und den urbanen Diskurs mit ländlichen Visionen füllen“, erklärt Alina ein weiteres Ziel des Projekts.

Am 03. September sollen die gesponnenen Erlebnisse im Kassler ruruHaus gemeinsam erzählt und diskutiert werden.
Bei einem Kaffeekränzchen in der Innenstadt sind die Menschen der besuchten Dörfer und alle anderen Interessierten eingeladen sich in entspannter Atmosphäre kennenzulernen und über die gemeinsamen Erfahrungen auszutauschen. Alina begründet das Event so: „Kaffeekränzchen werden in Nordhessen häufig gemeinschaftlich organisiert – die Kaffeetafel ist dann offen für alle und bietet eine schöne
Atmosphäre für ein Schwätzchen“. Beim Kaffeekränzchen in Kassel laufen alle Fäden zusammen. So möchte die Gruppe die geknüpften Kontakte verweben und für die Zukunft festigen. „Wir sehen viele Ähnlichkeiten zwischen diesen ländlichen Gemeinschaftspraktiken und den indonesischen Konzepten ‚lungbung‘ und ’nongkrong‘,
die für die diesjährige Documenta so sinnstiftend sind“, zieht Alina die Verbindung zur Kunstausstellung.
Zu folgenden öffentlichen Veranstaltungen in Nordhessen lädt das //KOMPOST Ensemble ein:

• Samstag 27. August: Fahrrad Repair-Café (10:00 Uhr) / Dorfspaziergang (15:00 Uhr) / Konzert
der Gigi Saggi Dance Band (20:00 Uhr) im Gäst_innenhaus Jakob e.V. – Buchhainer Straße 8 35315 Dannenrod
• Sonntag 28. August: Generationen-Erzählcafé (15:00 Uhr) / TräumBar (19:00 Uhr) im Neustädter Sieben – Neustädter Str. 7
34628 Willingshausen
• Montag 29 August: Pop-Up Bar mit dem MarktCampus Homberg – Untergasse 14, 34576 Homberg (Efze)
• Dienstag 30. August: Offene Marktküche (19:00 Uhr) am Marktplatz 34576 Homberg (Efze)
• Donnerstag 01. September: Stadtrundgang – Start Friemer Str. 17, 37284 Waldkappel
• Samstag 03. September Ausstellung (11:00 – 19:00 Uhr) und Kaffeekränzchen (15:00 Uhr) – Ob. Königsstraße 43, 34117 Kassel
Weitere nicht-öffentliche Events; Presse-Vertreter*innen bitte vorher anmelden:
• Montag 29. August: Gemeinsames Mittagessen in Bedo’s Café –
34582 Borken
• Dienstag 30. August:
Workshop „Zucker:Erben“ mit Eva Busch – 34576 Homberg (Efze)
Besuch der jüdische Gemeinde Emet weSchalom und Führung –
34587 Felsberg

Kontakt zu //KOMPOST und weitere Informationen zum Projekt
Alina Gombert – 01573 5256 919
Teresa Weißert – 0172 7041326
hey-kompost@posteo.de
https://ruruhaus.de/biking-commonauts-travel-the-rhizome/
Instagram: @hey_kompost