Repaircafé +nachhaltige Langstreckenreisen + Weltretten ;-) mit Spaß…kurz: Down to earth :-)

Wolltest Du schon immer mal ausprobieren, wie das so läuft im Repaircafé und hast etwas, was Du unter Anleitung versuchen möchtest, zu reparieren?
Dann hast Du z.B. am Samstag zwischen 12 und 15 Uhr mal wieder eine gute Möglichkeit dazu 🙂 zudem an der frischen Luft und das Ganze neben dem Martin Gropius Bau’s (zwischen Anhalter und Potsdamer Platz
Im Rahmen der bereits erwähnten Down to Earth-Ausstellung gibt es nämlich auch ein Repaircafé – was Du auch übrigens ohne Eintrittskarte nutzen kannst – Details und weitere Termine findest Du hier.

Kann ich nur jedem – auch als Erfahrung – empfehlen – habe selber neulich sogar mal das Reparieren unter Online-Bedingungen versucht – als quasi freiwilliges Versuchskaninchen eines Berliner Repaircafés ;-)- und dabei erfolgreich einen neuen Stecker an mein Internetradio montiert – jedesmal, wenn ich nun Radio höre, denke ich wieder mit ein wenig Stolz daran… 🙂

Vielleicht wird das auch eines der zahlreichen Themen bei meinem Vortrag im Martin Gropius Bau am 31.8. um 15 Uhr zum Thema „Weltretten** 😉 mit Spaß“ sein…;-)
**nein, keine Sorge, bin noch nicht größenwahnsinnig geworden… 😉
(das 😉 habe ich übrigens leider beim Abgeben des Titels beim Kurator vergessen – nach einigen Titelwechsenl… 😉 – werdet Ihr also leider nicht im Programm finden –
alles Weitere zu meinem Vortrag hier.

Solltest Du ein wenig mehr Zeit haben als „nur“ das Angebot des Repaircafés dort wahr zu nehmen, würde ich Dir empfehlen, Dir auch die Ausstellung zu gönnen, in der es neben vielfältigen Kunstarbeiten auch eine Reihe anderer mit Sicherheit spannender Vorträge und beeindruckende und teilweise interaktive Musikaufführungen gibt – hatte das Glück, mir schon einiges anhören zu können (siehe unten in Fett)
– u.a. solltest Du Dir auf jeden Fall die Zeit nehmen, das Angebot des Kollegs der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen von Bruno Latour und Frédérique Aït-Touati zu nutzen, und mit einem der MitarbeiterInnen gemeinsam eine von deren vorbereiteten „Übungen“ zu machen – mehr verrate ich dazu nicht…;-)

Und auch in der Akadimia– im Raum mit der großen Schlange mit ihren kleinen „Altären“ , die an sich schon besuchenswert ist – finden spannende Lectures statt, die Du ebenfalls im Programm findest.

„Die von Joulia Strauss gegründete und organisierte Avtonomi Akadimia ereignet sich normalerweise in dem öffentlichen Garten Akadimia Platonos in Athen, wo Platon vor fast 2.500 Jahren gelehrt hat. Im Rahmen der Ausstellung wird die Avtonomi Akadimia zum ersten Mal in Berlin stattfinden. In diversen Workshops und Vorträgen werden Schamaninnen, Meister und Curanderos, Klimaforscherinnen, Philosophinnen und Künstlerinnen gegensätzliche Formen des Wissens hybridisieren und eine indigenisierte Akademie als das down-to-earth des Europäischen Bildungssystems hervorbringen.“

Anbei ein weitererTeil der Beschreibung von der Webseite (s.u.) , der aufzeigt, wie großen Wert das Ausstellungsteam auch auf Nachhaltigkeit bei der Gestaltung u.a. des Ausstellungsrahmens und der Rahmenbedingungen der Vorträge (u.a. alles ohne Strom) gelegt hat –
u.a. wurde z.B. der Ausstellungsführer, den Du am Eingang der Ausstellung zum Mitnehmen findest, mit Farben aus Algen gedruckt.
In diesem finden sich neben Infos zu den Ausstellungsbeteiligten auch zahlreiche eingestreuten „Statistiken“ zu den verschiedenen Stellschrauben des Ausstellungsbetriebes,
wie Strom und Wärme, Wasser , Papier und Müll, sowie Reisen.

Zu letzterem Aspekt haben der international tätige KünstlerTino Seghal und Luise Höjer, Dramaturgin und Tänzerin, die eng mit ihm zusammen arbeitet, einen Vortrag mit dem Titel „nachhaltige Langstreckenreisen“ gehalten, in dem sie anschaulich erzählten, wie man auf dem Land bzw. ohne das Flugzeug zu nutzen, z.B. in ihren Arbeitskontexten von Berlin bis Japan reisen kann, nach dem Motto „Travel long – stay short“… und die Zeit im Zug auch noch z.B. zum Proben nutzen kann 🙂

Zum Thema „Kompensieren“ äußerte sich Seghal übrigens sinngemäß so:
ist so, als würde man jemandem in die Fresse zu schlagen …und ihm dann ein Pflaster anbieten… 😉
Und vor dem Kompensieren sollten immer zwei Überlegungen stehen :
1) Ist diese Flug- (aber auch Kreuzschifffahrt)reise absolut notwendig?
2) Wenn ja: kann man den Umweltschaden irgendwie reduzieren,
indem man z.B. nach NY von London aus fliegt,
per Linienflug (statt Charter) und per Economy
London, weil von dort aus Flugzeuge mit einem geringeren co2-Emissionen eingesetzt werden, diese besser ausgelastet sind und häufig auch Fracht zusätzlich transportieren
– und bis London fährt man dann halt mit dem Zug . (Letzteres kann ich aus eigener Erfahrung sehr empfehlen 🙂

Meine weiteren Notizen mit den entsprechenden Links und Tipps finden hoffentlich bald den Weg – vermutlich dann auf die entsprechenden Unterseiten meiner Webseite…;-)

Zuvor habt Ihr aber bereits am 5.9. noch mal die Gelegenheit, die Beiden zu hören 🙂 Details hier

Soweit für heute – würde mich sehr freuen, wenn ihr das Repaircafé-Angebot nutzen würdet (gerne mir dann ein Foto davon an lakunabi@posteo.de schicken – und, wenn ihr wolltm auch eine kleine Beschreibung, wie es Euch so ergangen ist beim Reparieren 🙂

lg + bleibt gesund, Carla (aka LaKunaBi 😉

Und hier nun der angekündigte Textausschnitt : -)

„Das alles ist die eine Hälfte. Hinzu kommt ein Live-Programm. Jede Ausstellung erzeugt eine Öffentlichkeit und wir möchten „Down to Earth“ nutzen, um Öffentlichkeiten zu verbinden, die sich selten begegnen – zum Beispiel eine aktivistische Akademie aus Athen und das Kolleg der wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen von Bruno Latour und Frédérique Aït-Touati, oder die diversen Communities unserer Expert*innen des Wandels, die Pionier*innen der solidarischen Landwirtschaft sind, der Salzwassergärten auf Hochhausdächern, der Repair-Cafés oder der Tiny-House-Bewegung. Deshalb werden wir auf dem Südplatz ein solches Haus mit den Besucher*innen aufbauen, oder für sie ohne Strom kochen und mit ihnen gemeinsam essen. Musik, Expert*innen, Exponate, Live Art, Diskurs – das sind die Komponenten von „Down to Earth“: analoge Musik des Ensemble Extrakte, musikalischer Journalismus von Andrea Voets und Konzerte des Berliner Stegreif Orchesters; unser Expert*innenprogramm mit über 30 Pionier*innen der Transformation und Nachhaltigkeit; Aufführungen und Live Art von und mit Claire Vivianne Sobottke, François Chaignaud und Marie-Pierre Brébant, Jared Gradinger und Angela Schubot, Meg Stuart sowie Mansour Ciss Kanakassy.

Down to Earth“ betrachtet die Grenze zwischen Natur und Kultur und macht sie porös. Ein wichtiges Element dabei ist der Check unseres eigenen „Betriebssystems“: 20 Grad Celsius, 50 % Luftfeuchtigkeit im Ausstellungshaus – wie ist das entstanden? Wie sind unsere Vorgänger*innen zu diesen Standards der Moderne im Museum gekommen? Wie haben sie in diesem Haus gearbeitet, als es noch keine Klimaanlagen gab? Wie funktioniert unsere Klimaanlage und wo ist sie überhaupt? Welche Hotels sind ökologisch vertretbar, welche Energiekonzerne, wie verändert sich das Programm, wenn unsere Mitwirkenden mit dem Zug anreisen?

Macht doch mal die Klimaanlage und das Licht aus – öffnet die Fenster! Aber dann ist die Versicherung der Leihgaben in Gefahr und die Corona-Auflagen sind ein Problem, und die großen Sammlungen werden uns nie mehr etwas leihen. Und wenn wir die Fenster aufmachen, dann sowieso nur mit Fliegengittern, sonst kommen Tiere rein und Insekten. Und so hängt alles zusammen: Fenster zu, Klimaanlage an, Fenster auf, Gitter davor, dann Klimaanlage aus, aber keine Werke mehr, weshalb die Anlage einfach immer läuft, das ganze Jahr, Tag und Nacht. Das Leben bleibt draußen und nur tote Erde darf rein. Das sind die konkreten Probleme, die wir bei uns selbst entdecken und sie sind Teil des größeren Problems. Und darüber machen wir ein Projekt. Unplugged. Viele Künstler*innen denken ihre Aufführungen für uns komplett neu, ohne Strom, ohne Musik vom Band, alles ist live, entsteht in der physischen Welt und im Hier und Jetzt. Und von dieser Ausstellungspraxis schauen wir auf die Welt, denn, wie Bruno Latour es formuliert: „Beschreiben heißt niemals nur informieren, es heißt alarmieren, emotional berühren, mobilisieren, zum Handeln aufrufen, vielleicht auch Sturm läuten. Das war im Grunde bekannt; allerdings mußte es auch ans Licht gebracht werden.“

Quelle (auch der weiteren Textpassagen) und zum Nachlesen auch der ersten Hälfte 🙂