Fakten&Falschmeldungen zur Ende Gelände Aktion am Tagebau Hambach

….aus meiner Inforeihe zum Thema Hambacher Wald und Kohleausstieg

HAMBI BLEIBT 🙂

Außerdem an dieser Stelle auch noch mal mein Musiktipp: Gerd Schinkel, der es immer wieder in einer unglaublichen Geschwindigkeit schafft, auf die unglaublichen Ereignisse rund um den Hambacher Wald mit einem Lied zu reagieren.

„Hallo, kleine Aufarbeitung… lohnt sich offenbar, der Kölner Stadtanzeiger hat mittlerweile die Meldung zu den brennenden Bussen aus seinem Hambach Ticker genommen. die Pressis

Fakten&Falschmeldungen zur Ende Gelände Aktion am Tagebau Hambach (25.-29.10.2018) https://www.ende-gelaende.org/de/press-release/faktenfalschmeldungen-rund-um-die-ende-gelaende-aktion-vom-25-29-10-2018/

1.) Fakt: Ende Gelände ist ein Bündnis für den sofortigen Kohleausstieg und Klimagerechtigkeit Ende Gelände ist Teil der Proteste für den Erhalt des Hambacher Forstes gewesen, zum Beispiel am 6.10.2018. Uns geht es jedoch – seit Jahren – um viel mehr als nur einen Wald, uns geht es um einen sofortigen Kohleausstieg und um Klimagerechtigkeit. Diese Forderungen standen bei unseren Aktionen am Wochenende ganz klar im Vordergrund. Ungenauigkeit: „Ende Gelände protestierte am Wochenende für den Erhalt des Hambacher Forstes, obwohl doch klar ist, dass dieser nun erstmal stehen bleibt.“

2.) Fakt: Ende Gelände Gruppen haben die Autobahn erst überquert, als sie bereits gesperrt war. Aktionsziel war die Hambach-Bahn. Der Fußweg über die Autobahnbrücken wurde den Ende Gelände Gruppen von der Polizei nicht gewährt. Daraufhin haben sie sich kurzfristig entschlossen, den Weg Richtung Hambach-Bahn über die bereits gesperrte Autobahn zu nehmen. Diese Entscheidung fiel erst, nachdem die Sperrung der Autobahn durch WDR und Polizei bestätigt wurde. Die Überquerung hat etwa 15 Minuten gedauert. Falsch: „Die Aktivisten haben stundenlang die Autobahn blockiert, um für den Kohleausstieg zu protestieren.“

3.) Fakt: Während der ganzen Aktion wurden von Aktivist*innen keine öffentlichen Schienen betreten. Ziel der Blockaden war die private Kohlebahn von RWE. Auf dieser Bahn verkehren keine Personenzüge. Am Samstag erfolgten zeitweilige Sperrungen öffentlicher Schienen durch die Polizei als Sicherheitsmaßnahme. Am Freitag hat die Polizei die Einstellung des Zugverkehrs im Großraum Aachen veranlasst, weil sich zu viele Aktivist*innen auf dem Bahnsteig am Bahnhof Düren befanden. Das war eine Folge der polizeilichen Maßnahmen, die rund 1000 Aktivist*innen bis zu zehn Stunden am Bahnhof festgehalten hat. Falsch: „Die Aktivisten haben die Gleise der Deutschen Bahn blockiert. Ende Gelände hat Freitag und Samstag Verkehrschaos in der Region verursacht.“

4.) Fakt: Das Besetzen der Kohlebahn war laut Staatsanwaltschaft keine Straftat. Es handelt sich lediglich um eine Ordnungswidrigkeit, so wie das auch der Fall ist, wenn ein SUV auf einem Fahrradweg parkt. Falsch: „Das sind doch alles Kriminelle.“

5.) Fakt: Es besteht kein Zusammenhang zwischen den brennenden Bussen in Rödingen und Anti-Kohle-Protesten. Ende Gelände kündigt Aktionen offen an und hält sich dabei an den Aktionskonsens, der Sachbeschädigung und Angriffe auf Menschen ausschließt. Es gibt keine gesicherten Informationen, warum vier Busse eines Busunternehmer in Rödingen abgebrannt sind. Die Feuerwehr selbst warnte vor voreiligen Spekulationen. Falsch: „Ein Busunternehmen hat Menschen zu einer Pro-Kohle-Demonstration gefahren. Wenn nun Busse dieses Unternehmens abbrennen, müssen Kohlegegner dahinter stecken.“

6.) Fakt: Ende Gelände hat einen verbindlichen Aktionskonsens, an den sich alle Aktivist*innen gehalten haben. Darin heißt es: „Wir werden uns ruhig und besonnen verhalten, von uns wird keine Eskalation ausgehen, wir gefährden keine Menschen. Wir werden mit unseren Körpern blockieren und besetzen. Wir werden dabei keine Infrastruktur zerstören oder beschädigen“. Jede Form von Sabotage oder Angriffe auf Polizist*innen sind damit ausgeschlossen. Falsch: „Die Aktivisten von Ende Gelände sind gewaltbereit.“

7.) Fakt: Ende Gelände-Aktionen richten sich nicht gegen RWE-Mitarbeiter*innen. Ein sozialverträglicher Kohleausstieg ist möglich und muss nur politisch gewollt sein. Die RWE-Mitarbeiter*innen leiden jetzt darunter, dass die Politik es seit Jahren versäumt hat, in den strukturschwachen Kohle-Regionen für zukunftsfähige Alternativen zu sorgen. Gleichzeitig muss es auch Aufgabe der Gewerkschaften sein, sich konstruktiv an den Notwendigkeiten zur Abwendung der Klimakrise zu beteiligen. Falsch: „Die Aktivisten wollen RWE-Mitarbeiter ruinieren.“

8.) Fakt: Für im Rahmen der Aktion entstandene Schäden an Äckern und Feldern von Bäuer*innen bittet Ende Gelände um Entschuldigung. Wie im letzten Jahr auch bieten wir den betroffenen Landwirten eine finanzielle Entschädigung an. Fälschlicherweise wird behauptet:„Ende Gelände nimmt keine Rücksicht auf die Anwohner*innen und schädigt diese.“

9.) Fakt: Ende Gelände ist eine europäische Klimagerechtigkeitsbewegung. Seid Jahren wird Ende Gelände von Gruppen in den Nachbarländern unterstützt, und umgekehrt. Der internationale Austausch hat unsere Aktionen immer bereichert. Die Klimabewegungen macht nicht an Ländergrenzen halt – denn CO2 tut dies auch nicht. In dem Sonderzug befanden sich ca. 150 tschechische Aktivist*innen, der größte Teil der Reisenden ist in Dresden, Leipzig und Berlin zugestiegen. Fälschlicherweise wird behauptet: „Der Sonderzug hat massenweise ausländische Krawalltouristen in das Rheinland gebracht.“

bezüglich folgender Aktion – siehe auch in meinem Twitteraccount!

„Pressemitteilung vom 28.10.2018 um 15:30 Uhr Fazit: Größte Aktion zivilen Ungehorsams gegen Kohle +++ „Kohlegruben des Rheinischen Reviers sind Symbole der Klimabewegung geworden“ https://www.ende-gelaende.org/de/press-release/pressemitteilung-vom-28-10-2018-um-1530-uhr/ 6.500 Menschen beteiligten sich am Wochenende an der bisher größten Aktion zivilen Ungehorsams gegen Braunkohleabbau. Mehrere tausend Aktivist*innen besetzten für über 24 Stunden die Gleise der Hambach-Bahn und blockierten damit den Tagebaubetrieb. Einige Aktivist*innen ketteten sich an den Schienen an und setzten damit die Besetzung fort. Sie werden zur Zeit noch von der Polizei geräumt. „Die Kohlekommission hält krampfhaft an veralteten Energietechnologien fest. Sie will unsere Zukunft dem Gewinnstreben von Konzernen opfern. Mit unserer Aktion haben wir gezeigt: Damit wird sie nicht durchkommen! Die Mehrheit der Bevölkerung will jetzt sofort Kohlekraftwerke abschalten,“ so Karolina Drzewo, Sprecherin von Ende Gelände. Selma Richter, Sprecherin von Ende Gelände: „Der Hambacher Forst und die Kohlegruben des Rheinischen Reviers sind Symbole der Klimabewegung geworden. Noch nie haben sich so viele Menschen mit zivilem Ungehorsam für wirksamen Klimaschutz eingesetzt.“ Das Bündnis Ende Gelände hatte wochenlang über eine Fläche für ein Protestcamp verhandelt. Ein erstes Camp wurde in einer nächtlichen Aktion von der Polizei geräumt. Auf dem zweiten Camp sammelten sich am vergangenen Freitag 4.500 Aktivist*innen. Insgesamt machten sich am Samstag 6.500 Aktivist*innen auf den Weg, um Braunkohle-Infrastruktur rund um den Tagebau Hambach zu blockieren um für den sofortigen Kohleausstieg zu protestieren. Eine kleine Gruppe besetzte in den frühen Morgenstunden des Samstags einen Kohlebagger, der für mehrere Stunden stillstand. 4.000 Aktivist*innen besetzten für über 24 Stunden die Schienen der Hambach-Bahn und blockierten damit die Belieferung der umliegenden Kraftwerke mit Braunkohle. Einige Aktivist*innen ketteten sich an den Schienen an. Entsprechend des Aktionskonsens verhielten sich die Aktivist*innen friedlich und ließen sich von Eskalationsversuchen seitens der Polizei nicht von ihren Vorhaben abbringen.“

Advertisements