„Die Sendung mit der Maus macht Lobbyarbeit für Kohlekraft“

Anbei die Antwort des WDR, die ich persönlich als sehr unbefriedigend empfinde – bezweifele, dass diese beiden „Türöffner“-Anbieter bei den RWE-geführten Tour durch den Tagebau bzw. Naturerlebnispfad im Tagebau auch entsprechende Einblicke in die Auswirkungen für die Anwohner des Tagebaus, uns Alle als Steuerzahler (z.B. für abgesackte Autobahn) und weltweit bezüglich des Klimawandels (30% des bundesdeutschen Co2 Ausstoßes stammt aus der rheinischen Kohle!) liefern, wie z.B. (Zwangs)umsiedlung + Heimatverlust, Wertverlust der Häuser, Grundwasserabsenkung, Umlegung von Autobahnen auf unsicheren Grund, Verlust von wertvollem Humus und 12000 Jahre altem Wald und seiner Artenvielfalt etc…. (siehe hierzu auch meinen kontinuierlich erweiterten Blogbeitrag zur aktuellen Situation rund um den Hambacher Wald)…) „dass die Zuschauer sich selbst eine Meinung bilden können“ ….

Hätte mir gerne ein Bild vor Ort gemacht – aber leider sind bereits beide Touren ausgebucht… falls Ihr also jemanden kennt, der einen Platz bekommen hat – mir gerne Bescheid geben…;.)

„Sehr geehrter Zuschauer, vielen Dank für Ihre Mail zum Türöffnertag. In den Sachgeschichten der „Sendung mit der Maus“ werden Prozesse in Industrie- und Handwerksbetrieben erklärt, die zur Lebenswirklichkeit des bundesdeutschen Lebens gehören. Die Darstellung der Abläufe erfolgt so sachlich wie möglich und orientiert sich vor allem am Prozess selbst. Die Redaktion vermeidet bewusst, eine Einschätzung vorzugeben, sondern vertraut darauf, dass die Zuschauer sich selbst eine Meinung bilden können und dies auch tun. Dieser Philosophie folgt auch der „Türöffnertag der Maus“. Er wendet sich vor allem an Familien mit Kindern im Grundschulalter. Die Erfahrung der letzten acht Jahre hat gezeigt, dass die Mauszuschauer es sehr schätzen, dass sie sich selbst ein Bild von dem machen können, was sie sehen. Beim Türöffnertag öffnen am 03. Oktober in diesem Jahr 520 Firmen, Behörden, Forschungszentren, Kultureinrichtungen und Vereine ihre Türen und Werktore. Die Besucher bekommen an diesem Tag in der Regel exklusive Einblicke und die Gelegenheit bei Prozessen dabei zu sein, die man sonst nicht selbst erleben kann. Die thematische Bandbreite ist sehr groß, die Themen gehören zur Realität des Lebens in Deutschland. In diesem Sinne gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit, etwas über alternative Energiegewinnung oder Renaturierungsmassnahmen zu erfahren. Mit freundlichen Grüßen Ihre Hotline WDR Fernsehen“

 

und zur Info für diejenigen, die die Ausgangsblognachricht (noch) nicht gelesen hatten…

Eine Update-Mail der Change.org-Petition „Das Klima verhandelt nicht! -Klimaziel einhalten, Kohleausstieg einleiten“ mit dem oben stehenden Thema hat mich nicht mehr los gelassen, sodass ich erstmal alles liegen + stehen gelassen habe

(u.a.  meine Vorbereitungen für mein zweites Klimacamp dieses Jahr – nach dem sehr inspirierenden im malerischen und von der Abbaggerung bedrohten Pödelwitz nahe Leipzig – bei dessen Dokumentation ich mich auch wieder mal mit diversen Fotos eingebracht habe – und u.a. mit intensiven Gesprächen auch mit Gewerkschaftsvertretern,  geht es übermorgen ins Rheinland – in der Hoffnung dort viele von Euch wieder zu sehen 🙂

und folgende Mail an die WDR-Verantwortlichen in die Tasten gehauen habe – sowie diese, wie weiter unten im Text angedeutet, auch an die NDR-Panorama weiter geleitet habe.

Würde mich  auch freuen, wenn noch mehr Menschen dem WDR ihre Meinung geigen würden …;-)

„Sehr geehrte Damen und Herren beim WDR,
hiermit protestiere ich gegen den geplanten Besuch des Tagebaus Garzweiler im Rahmen Ihres Programms zur „Tag der offenen Türe“ am 3.10. der Sendung mit der Maus. RWE AG ist dafür verantwortlich, dass in Deutschland wertvolle Kultur- und Naturlandschaften brutal zerstört werden. Kohlekraft ist maßgeblich am menschengemachten Klimawandel beteiligt und damit auch die RWE AG. Des Weiteren ist mit der Kohlekraft eine enorme Wasserverschwendung und viele Krankheiten verbunden. Ich fordere Sie daher auf: – Sagen Sie den Besuch im Garzweiler Tagebau unverzüglich ab – Nehmen Sie Ihren Lehrauftrag ernst und zeigen Sie den Kindern ökologische und zukunftsweisende Projekte und keine veralteten Methoden, die gefährlich für Mensch, Natur, Kultur und Klima sind – zumal man weiß (auch aus umweltspychologischer Sicht), dass man einen Fortschritt in eine Klimafreundlichere Energieversorgung nur hin bekommt, wenn man auf positive Zukunftsbilder setzt, Menschen (möglichst niederschwellige) Handlungsoptionen in ihrem eigenen Leben aufzeigt und junge Menschen dabei unterstützt, ein Gefühl von Selbstwirksamkeit zu entwickeln – und das geschieht garantiert nicht durch Besichtigen von riesigen Absetzern in einem riesigen Erdloch….! Von Freunden aus dem Kölner Raum weiß ich zudem, dass RWE auch für Schulklassen Führungen durch den Tagebau anbieten – leider auch diese sehr einseitig – und auch aus meiner Sicht in Zeiten von Klimawandel und haushoher Verfehlung unserer Klimaziele in dieser Form unverantwortlich! Auch das immer wieder heran gezogene Argument „Arbeitsplätze“ ist meiner Ansicht nach eigenen Gesprächen mit Gewerkschaftsvertretern vor Ort im letzten Jahr so nicht (mehr) zu halten. Vielleicht sollten Sie lieber, falls noch nicht geschehen (*siehe im PS), eine differenziertere Sendung machen über das Abbaggern der umliegenden Dörfer, den Abriss des Immenrather Domes und anderer Kulturgüter und Orte wie Fußballplätzen, Schulen, die den Menschen vor Ort etwas – auch im Sinne Heimat und Identität bedeuten. Hier wären im Übrigen auch die Friedhöfe zu nennen, bei denen sich (Noch) Anwohner, wenn sie um die Umbettung ihrer verstorbenen Verwandtschaften bitten, von RWE-Mitarbeitern anhören müssen, das wären doch nur Knochen; sich diese Anwohner damit aber nicht an die Öffentlichkeit trauen – auf Anraten ihrer Rechtsanwälte, um ihre Umsiedlung in ein einigermaßen gleichwertiges neues Heim nicht zu gefährden! (wie ich aus zufällig zu Stande gekommenden persönlichen Gesprächen vor Ort im Herbst letzten Jahres weiß) Auch die teilweise zweifelhafte Rolle der Kirche wäre ein spannendes Thema z.B. in Hinsicht auf Verkauf von Flächen meines Wissens ohne größeren Widerstand… …und wie kann es zudem sein, dass in Zeiten, wo Wissenschaftler schon seit Jahren darüber diskutieren, dass wir einen zunehmenden Verlust an Humus haben, den wir aber dringend für eine ausreichende Ernährung der Weltbevölkerung brauchen, im Rheinland einer der wertvollsten Humusböden Deutschlands einfach abgebaggert wird?! Und Bauern nach der Umsiedlung teilweise bis zu 50 km zu ihren neuen Feldern fahren müssen…? Und dann ist da natürlich auch noch das immer weiter voranstreitende Abholzen des Hambacher Waldes, der meines Wissens sogar Anspruch auf Ernennung zum Naturschutzgebiet mit seltenen Arten hätte und Teil des Natura2000-Netzwerkes sein könnte, wenn da nicht die Pläne von RWE wäre… Ein weiteres spannendes Thema fände ich auch, wie es u.a. mit den Kosten für Schäden an der neu gebauten A4 ( siehe u.a. https://www1.wdr.de/nachrichten/rheinland/koeln-tagebau-autobahn-4-schaden-absackung-100.html ) ausschaut, von der Fachexperten meiner Erinnerung nach bereits im Sommer letzten Jahres sagten, dass der Baugrund in dieser Form noch nie erprobt worden sei- und meines Wissens geht das (bisher auch) auf Kosten der Steuerzahler… Auch wäre für viele- nicht nur in NRW – garantiert von Interesse, wie die Aufbringung der Kosten für die Rekultivierung der Flächen (inklusive der Grundwasserproblematik) von RWE gesichert ist und was auch davon droht am Steuerzahler hängen zu bleiben – oder wohlmöglich sogar als Druckmittel von RWE gegen einen Kohleausstieg verwendet wird. und das ist nur ein Bruchteil der Themen, die mir spontan einfallen, wenn ich von so einer Idee Ihres Senders lese… Ich werde Ihr Verhalten also diesbezüglich genauesten beobachten und weiter aktiv bleiben – und trag mich auch mit dem Gedanken , diese Informationen zusätzlich dem Team von „Panorama“ und ggf. anderen kritische(rere)n TV-Magazinen zu kommen zu lassen.

In der Hoffnung auf ein Umdenken Ihrerseits, verbleibe ich mit freundlichem Gruß Carla Schulte-Fischedick (Labor für Kunst und nachhaltige Bildung/ Berlin)

PS: Würde mich über eine Antwort freuen – und auch über Links zu entsprechenden (kritischen) Sendungen Ihres Senders, die ich dann auch gerne, wenn möglich auf meiner Webseite verlinken würde.“

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Ein Gedanke zu „„Die Sendung mit der Maus macht Lobbyarbeit für Kohlekraft““

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